Episode 4: Letztes Gebet

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der vierten Episode konfrontiert Jacques seinen Komplizen Mikael mit der Realität des Todes und seinen Taten.

Gustáph war ein einfacher Mann, mit geringen Ansprüchen an das Leben. Nach der Trennung von seiner Frau hatte er alles verloren, die Liebe seines Lebens, seine Frau und auch seine kleine Tochter Line sah er nur noch am Wochenende. Nachdem er sich von seiner Frau hatte scheiden lassen, verfiel er in einen schlimmen Gram, wurde zynisch und kehrte vielen seiner Freunde den Rücken. Allein den wenigen Freunde, die unbeirrt zu Gustáph hielten, ist es zu verdanken, dass er nach einem Jahr neue Freude im Leben finden konnte. Er fand wieder einen Weg zu sich selbst, lachte wieder und ging hin und wieder mit Frauen in seinem Alter aus. Die viel zu wenigen Stunden die er mit seiner Tochter hatte, genoss er in vollen Zügen. Tatsächlich begann er sich auch wieder ein bisschen mit seiner ehemaligen Frau zu verstehen. An manchen Tagen, wenn er ging um Line abzuholen stand sogar im Gespräch, vor dem Familiengericht im gegenseitigen Einvernehmen zu erwirken, dass er seine Tochter häufiger sehen darf, vielleicht sogar einen Urlaub unternehmen. Solche Tage waren für Gustáph die schönsten überhaupt, dann war er fast wie euphorisch, denn das lachen seiner kleinen Tocher lies schon immer alle Sorgen verblassen und der Gedanke daran, dass er sie häufiger sehen könnte, machte aus ihm einen fröhlichen Menschen.

Gustáph lebte in einer kleinen Wohnung in einem neueren Wohnblock nahe der Innenstadt. Nachdem er sich von der Trennung erholt hatte, räumte er die Wohnung komplett aus und richtete sie neu ein. Jetzt lebte er auf Möbeln aus geschliffenen Karpapaletten, den einfachsten die es gibt. In der Küche, die offen an den Wohnbereich angrenzte gab es immer genug Tee, von dem er über den Tag verteilt sehr viel Trank. Keinen Vanilletee, wie er hin und wieder auch frisch aufgebrüht getrunken wird, sondern reinen feanarischen Eichenblatt-Tee. Wahrscheinlich waren die Teekisten, die im Holzschrank unter dem Herd standen, das wertvollste was bei Gustáph in der Wohnung stand. Wenn er auch auf jeden Luxus verzichten konnte, diesen geschmackvollen Genuss konnte er nicht aufgeben. Gustáph hatte einen neuen Lebensrythmus entwickelt, er ging nicht zur Arbeit sondern lebte seinen minimalistischen Alltag von der Sozialhilfe. Hin und wieder hatte er darüber nachgedacht, Bergprediger zu werden und durch die murabische Wüste zu wandern, aber die Trennung von Line hätte er nicht überstanden. Deshalb musste er sich einen anderen Weg suchen, mit wenig Arbeit so viel Zeit wie möglich mit sich selbst verbringen zu können. Glücklicherweise sind die Behörden in Au-Dio sehr verständnisvoll und seitdem Gularsk die „Sozialhilfe zum Glück“ angeordnet hatte, konnte Gustáph auch vor dem Arbeitslosengericht erwirken, in einer neuen Wohnung zu leben, ohne zu arbeiten. Er war – ähnlich wie Jacques – ein guter Rhetoriker. Dabei sprach er nicht viel.

Gustaph verbrachte viel Zeit allein, all seine Freunde mussten arbeiten und hatten auch an den Nachmittagen und Abenden wenig Zeit. Es machte ihm jedoch nicht viel aus, einen großteil seiner Zeit allein zu verbringen. Stattdessen hat er sich daraus eine Art meditativen Lebensrythmus gestaltet. Jeden Morgen, wenn er aufstand schlenderte er im Schlafgewand in die Küche, schaltete das kleine Radio an und setzte einen Kübel Wasser auf die Herdplatte, danach ging er ins Badezimmer, meist nahm er morgens ein Bad – manchmal duschte er auch, wenn ihm danach war. Wenn er fertig war, trat er wieder aus dem Badezimmer heraus und lief in die Küche, in welcher das kochende Wasser auf ihn wartete. Das goss er in eine Teekanne und gab danach den Eichenblatttee hinzu. Meist vergaß er am Vorabend seine Überstumpfwinkeltasse zu spülen – die einzige die er besaß, doch das machte ihm nichts aus denn bis der Tee durchgezogen war, blieb ihm genug Zeit, alles vorzubereiten. Er aß nie viel zum Frühstück. Meist setzte er sich mit seinem Tee auf den Sessel direkt am Fenster und blickte hinaus auf die Straße, auf all die Leute die da liefen, ganz gleich wohin, ganz gleich welches Wetter. Die Straßen am Rand der Innenstadt haben an kaum einem Tag Ruhe vom Scharren der schweren Schuhe seiner Passanten. Keiner der Menschen, die dort so geschäftig auf den Straßen laufen, haben Gustáph je bemerkt, wie er da oben an seinem Fenster im Sessel saß, hinaussah und seinen Eichenblatt-Tee trank. Wie sollten sie auch, sie sind viel zu beschäftigt, ihren Weg zu gehen oder ihren Weg zu suchen. Selbst während der Festtage, an denen an allen Fenstern Fahnen hängen und lustige Dekorationen, hat keiner je den Versuch unternommen, an diesen Dekorationen vorbeizusehen. Manchmal fragte sich Gustáph ob nur hinter seinem Fenster jeden Morgen jemand sitzt und hinuntersieht, oder ob es irgendwo in der Stadt jemanden gibt, der ähnlich lebt wie er.

In solchen Gedankenspielen jedoch, holte ihn oft die Müdigkeit ein und er schloss seine Augen und begann noch einmal zu schlummern. Vielleicht stand genau immer dann die immer selbe Person auf der Straße vor seinem Haus und sah dort Gustáph schlafen, mit einer Tasse in der Hand und fragte sich, ob Gustáph ihn jemals bemerken würde – aber wie sollte er auch, er schlief ja immer.

Gustáph schlief auch, als Jacques und Mikael vor seiner Wohnung standen. Jacques kramte in seiner Tasche. „Was suchst du in deiner Tasche? Du wirst doch wohl keinen Schlüssel für diese Wohnung haben?“ Jacques grinste „Ne, nur ne Schneidkarte“ erklärte er knapp. „Schau mal das ist ziemlich cool, wie im Film“ Aus seiner Tasche zog er eine kleine, Metallkarte mit drei scharfen Enden hervor hervor und fuhr damit den Türschlitz entlang, bis er auf einen Widerstand stoß. Dann holte er ein wenig Schwung und wuchtete die Karte gegen den wiederstand, das Schloss gab nach wie Butter. Jacques öffnete die Tür ohne die Klinke zu drücken, das Schloss der Tür war sauber abgeschnitten. Mikael traute seinen Augen kaum, er wollte gerade anfangen zu fragen, da gestikulierte ihm Jacques, dass er lieber den Mund halten solle. Jacques begann zu flüstern „Gustáph ist den Berichten zu Folge ein sehr aufmerksamer Mann. Wenn er wach wäre, dann würde er uns bereits gemerkt haben, stünde vielleicht schon selbst an der Tür“ erklärte er. „Hier stehen alle Türen offen“ fuhr er fort. „Er ist also schon wach gewesen und pennt nun wahrscheinlich auf seinem Sessel.“ Mikael schwieg. Mal wieder erwischte er sich dabei, vollkommen begeistert von der leider genialen Präzision von Jacques zu sein.

Sie betraten das Wohnzimmer und tatsächlich saß Gustáph auf einem Sessel vor dem Fenster das zur Straße zeigte und schlief ruhig. Auf einem Abstelltisch neben ihm stand eine noch halbvolle Überstumpfwinkeltasse Tee. Jacques ging in langsamen Schritten auf Gustáph zu. Dann drehte er sich zu Mikael um und sah ihn herausfordernd an. „Heute darfst du mal.“ Sagte er un dhatte wieder dieses Grinsen auf dem Gesicht. Danach griff er wie selbstverständlich zur Überstumpfwinkeltasse und trank einen Schluck vom Tee. Mikael schwieg noch, als Jacques die Tasse absetzte. „Das erste mal ist immer das schwerste“ flüsterte Jacques. „Deshalb helfe ich dir“ Er zog aus seiner Tasche wieder die Schneidkarte hervor. „Hiermit kannst du ihn töten und er wird nichts davon merken.“ erklärte Jacuqes. Mikael wollte weder sprechen noch töten, nach einer kurzen Pause fuhr Jacques also fort. „Hör mal, Mikael. Früher oder später musst du es tun. Du kennst den Kerl doch nicht. Ein sauberer Schnitt und sein trauriges Leben ist vorbei. Ist doch super, oder?“
Mikael hatte gewusst, dass Jacques von ihm verlagen würde, einen Menschen zu töten. Auf seinem Weg zum Priester hat er sich vielen psychischen Belastungen aussetzen müssen, aber nie wurde von ihm verlangt etwas zu tun, was ihm so sehr missfiel wie ein Mord. Er war es gewohnt, Menschen zuzuhören wenn sie ihre schlimmsten Sünden begingen. Er war es auch gewohnt, Gewalt anzusehen und darüber zu richten – als Priester des Apor hat Mikael die Menschen sehr gut kennengelernt. Er predigte und erzählte so häufig von der Vergebung, die auf die Menschen wartete. Von der bedingungslosen Liebe, wie sie nur von Apor ausgehen und über jede Missetat der Menschen steht.

Nun jedoch, da er sich mit der Situation konfroniert sieht, die schwerste Sünde zu begehen, zu der ein Mensch fähig ist, kommen ihm das erste mal seit vielen Jahren die Zweifel darüber auf, ob Apor ihm vergeben würde. Er würde viel Beten müssen, um sich von der ultischen Last dieser schweren Sünde befreien zu können. Aber wird das reichen? In seinem Zweifel daran, ob die göttliche Erlösung über seine moralische Brandmarke hinwegtäuschen können möge, merkte er gar nicht, wie Jacques ihm die Karte langsam in die Hand gab und er danach griff.
Als er nach all diesen Gedanken wieder zu sich kam und erwachte wie in Trance, bemerkte er, dass es Jacques sich neben ihm bequem gemacht hat. Er saß auf einem Sessel gegenüber von Gustáph und schlürfte an seinem Tee, den Blick stets zu Mikael gewendet. „Nimm dir ruhig Zeit für die Entscheidung“ sagte Jacques ruhig. „Wenn du es hinter dir hast wird alles gut sein. Aber nur für den Fall, dass unser neuer Freund hier aufwachen sollte, musst du ihm sofort die Kehle durchschneiden, sonst muss ich ihn erschießen und das wär eine schöne Sauerei.“

Jacky – Episode 3: Wie immer

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der dritten Episode wird Mikael mit dem dritten Mitverschwörer Ferdinand bekannt gemacht. Dieser zeigt ihm die Bürokratie des Mordens.

Mikael öffnete seine Augen und starrte auf den Namen im Telefonbuch, den sein Finger zufällig getroffen hatte. „Gustáph Kring“ las er laut vor. „Der wohnt in der Altstadt.“ Jacques amüsierte sich, als er auf die Adresse sah. „Der könnte glatt ein Nachbar von dir sein!“ rief er. „Kenste den?“ Mikael überlegte kurz. „Ne“ sagte er dann. „Der ist jedenfalls nicht bei mir in der Gemeinde.“ Jacques legte den Kopf schief und überlegte. Dann sagte er: „Schade. Aber naja früher oder später werden wir auch jemanden erledigen müssen, den du kennst.“ Dieses lachen widerte Mikael am meisten an. Wie kann das serienmäßige Ermorden von scheinbar willkürlichen Personen so eine Freude bereiten? Als aporistischer Prediger hat Mikael wenigstens in Theorie viel über den Tod und den Mord als Sünde nachgedacht. Er konnte das Morden dann wenigstens verstehen, wenn ungebändigte Wut einfach keinen Ausweg zu finden scheint, der pure Hass, eine der wenigen Empfindungen, die den Menschen von Apor unterschied, stellt unfassbares an. Aber Jacques scheint die Leute nicht zu hassen.

Mikael wollte sich nicht damit abfinden, dass sein alter Freund Jacques diese Morde aus reiner Freude begeht. Im Studium der aporischen Theologie und in seiner langjährigen Tätigkeit als Priester hat er vieles über Menschen gelernt und eine Art Wissensdurst aufgebaut, was die Grundlage der menschlichen Empfindungen angeht. Bei dem Gedanken daran, Jacques zu erforschen, seine Hintergründe und Motivation endlich zu verstehen, machte sich in ihm ein Kribbeln breit. In diesem Moment fasste Mikael den Entschluss, alles über Jacques rauszufinden, koste es was es wolle! Er musste es ergründen, er ist Menschenforscher, wenn er seinen Freund nicht entschlüsseln kann, dann kann es keiner. Mikael sah Jacques genau in die Augen und fragte dann ruhig, aber entschlossen: „Und wie geht es jetzt weiter?“ Jacques klappte das Telefonbuch wieder zu und begann durch das kleine Büro auf und abzulaufen. „Jetzt“ sagte er dann endlich, „beginnt der eigentliche Spaß.“ In diesem öffnete sich die Tür des Touristenbüros und ein junger, fröhlicher Mann kam herein. Er war ungefähr so groß wie Jacques, vielleicht ein bisschen größer, dennoch merklich kleiner als Mikael. Jacques sah kurz auf und ihm ins Gesicht. „Ferdinand“ sagte er knapp. „Du bist zu früh.“ Ferdinand setzte seine Schirmmütze ab und warf sie lässig auf den Garderobenständer. Dann knöpfte er seinen dünnen Mantel auf. „Ist das der neue?“ Fragte er Jacques und nickte Mikael dabei kurz zu. Jacques grinste „Das ist er! Möge er uns vor Apor seinen Segen aussprechen, was?“ scherzte er. „Sicher wird er das“ sagte er und lächelte seicht. Ferdinand machte auf Mikael einen charismatischen Eindruck. Er sah gepflegt aus und schien immerhin diese Euphorie des Todes mit Jacques nicht zu teilen. Dennoch arbeitete er für ihn und gemessen an dem gegenseitigen Umgang miteinander tat er das wohl schon eine ganze Weile. Ob Jacques ihn auch dazu gezwungen hatte?

Ferdinand besah Jacques eine weile, dann schaute er rüber zum Telefonbuch und dann zu Jacques. „Habt ihr schon jemanden für heute ausgesucht?“ fragte er vorsichtig. Mikael erkannte an seiner Stimme, dass Ferdinand unwohl bei dem Gedanken daran war. Jacques nickte. „Gustáph King heißt der arme Kerl. Schau nach, ob er Familie hat und zeig dem Mikael mal, wie deine Arbeit so funktioniert. Ich hol uns derweil noch einen Eichenkaffee.“ Jacques winkte Ferdinand und Mikael noch zu, dann verließ er das Büro und lief zum Bistro auf der anderen Straßenseite. Auf der Straße winkte er irgendeiner Person zu, Jacques war in Au-Dio ein beliebter Mann.

Ferdinand und Mikael blieben allein im Büro zurück. Eine unangenehme Stille füllte den Raum, Mikael hielt die Arme verschränkt, Ferdinand blickte zu Boden. „Nunja“ sagte er dann endlich, „Es nützt ja nicht viel, komm mal rüber zu mir“ er setzte sich an einen Arbeitsplatz und schaltete den Computer an. Mikael nahm sich einen Stuhl vom Nachbartisch und setzte sich zu Ferdinand. „Schau, als erstes durchsuche ich das gesamte Netz von Au-Dio nach dem zukünftig Toten.“ Erklärte er. »Gustáph Kring« stand im Eingabefeld des Suchfensters, Ferdinand drückte auf bestätigen. Nach ein paar Sekunden erschienen auf dem Bildschirm verschiedene Suchergebnisse. „Diese Ergebnisse“ fuhr Ferdinand fort, „müssen wir nun nach Alter und Relevanz sortieren. Dafür haben wir ein eigenes Computerprogramm es geht ganz einfach, du musst nur hier klicken“ Ferdinand klickte und wartete, bis sich das nächste Fenster öffnete „und dann hier bestätigen.“ Nach der Bestätigung dauerte es wieder wenige Sekunden, bis die selben Ergebnisse der Datenbank neu sortiert waren. „Identische Einträge werden dadurch zusammengeführt und alle Ergebnisse nach vorher definierten Kriterien neu aufgestellt.“ Mikael versuchte ein trockenes Nicken hervorzubringen, Ferdinand ignorierte es und fuhr fort „Nun müssen wir die Ergebnisse nur noch in dieses Kennblatt eintragen“ sagte er, nahm einen Formbogen aus einer Ablage und drückte sie Mikael in die Hand. „So einfach ist das“ beende Ferdinand seinen kurzen Vortrag.

„So einfach ist das also“ sagte Mikael leise zu sich selbst, als er sich das Formblatt durchlas. Genau in dem Moment kam Jacques wieder durch die Tür, in der Hand trug er ein kleines Tablett auf dem drei Kaffeebecher standen. „Na?“ fragte er und sah abwechselnd zu Mikael und Ferdinand, „seid ihr schon durch?“ Mikael reagierte nicht, er war noch immer vertieft in das Kennblatt, dass Ferdinand ihm gereicht hatte. Ferdinand hingegen machte sich bereits eifrig daran, das Kennblatt auszufüllen und Daten zu übertragen. Auch wenn ihm manches unangenehm war: eifrig war er trotz alledem. Als Jacques bemerkte, wie sich Mikaels Stirn faltete, als selbiger noch völlig vertieft das Kennblatt studierte, rief er ihm zu: „Mikael, mach dir nicht zu viel daraus. Für die Bürokratie sind wir gar nicht zuständig, in der Regel übernimmt das Ferdinand. Ich wollte nur, dass du mal seine Arbeit kennenlernst“ Mikael reagierte nicht „Hör mal,“ fuhr Jacques fort, „lies dir das nicht alles durch.“ Dann endlich sah Mikael auf. Er hatte schon wieder dieses Zittern, das er immer dann bekam, wenn er irgendetwas ungeheuerliches erfahren hatte. Obwohl er sich bemühte ernst zu bleiben und er Jacques sehr konzentriert ansah, bebte seine Stimme als er fragte: „Wir bringen die gesamte Familie ums Leben?“ Jacques seufzte „Den ganzen Haushalt“ sagte er dann. „Aber die Haustiere lassen wir meist leben.“ lachte er dann. Jacques war noch nie gut darin gewesen, seine Witze zurückzuhalten. Er klopfte Mikael aufmunternd auf die Schulter. „Du wirst dich daran gewöhnen“ sagte er dann. „Glaub mir.“

In der Ausbildung zum Prediger lernen die Aporisten, sich zu beherrschen wenn sie mit Extremsituationen konfrontiert werden. Man lernt seinen Atem zu kontrollieren und auch seine Gedanken in den Griff zu behalten um nicht aus sich zu fahren. Bei vielen Beichten, die die Gläubigen vor Mikael abgelegt haben war diese Ausbildung von großem Vorteil. Oft erweckte es bei den Beichtenden großes Vertrauen, wenn sie merkten, wie gehalten der Prediger reagiert. Die wichtigste Botschaft des Aporismus lautet „Apor ist Liebe“ und diese Liebe zu allen Menschen galt es von Mikael auszuleben. Aber als er erfahren hatte, dass Jacques mit seinem Mordgewerbe ganze Familien dem Tod weihte, begann er vor Wut zu kochen. Beinahe hätte er sich selbst vergessen, hätte angefangen wild zu gestikulieren und Laut zu schreien. In letzter Sekunde erst hielt er sich zurück und begann sich aufs Atmen zu konzentrieren. Es würde ja doch nichts verändern.

„Schnauf nicht so“ ermahnte ihn da Jacques „Du verpasst sonst alles, Mikael! Schau, Ferdinand ist gerade fertig mit dem Kennblatt, jetzt sind wir schon einen guten Schritt weiter“ sagte er zufrieden. Mikael versuchte sich zu beruhigen und ging rüber zu Jacques und Ferdinand. Er stellte sich hinter Jacques und schielte über seine Schulter. „Sieh mal“ freute sich Jacques „Du hast sogar Glück, das hier wird ein leichter Mord. Der Gustáph lebt seit einem Jahr getrennt von seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter. Das heißt wir müssen nur ihn umlegen!“ Jacques grinste zufrieden und sah Mikael an. Dann klopfte er ihm wieder auf die Schulter. „Gut ausgewählt“ sagte er nur, aber Mikael brachte kein Wort heraus. Wird er diese Mordserie wirklich überstehen können? Einen Mord hatte er schon gesehen. Aber es ist sicher, dass Jacques ihm früher oder später auch eine Waffe in die Hand drücken würde. Mikael atmete noch einmal tief durch, dann fragte er Jacques: „Und jetzt, wo wir wissen wen wir den Tod bringen, ist unsere Aufgabe, zu ihm zu gehen und die Tat zu vollenden?“ fragte er vorsichtig. Jacques sah auf die Uhr. „Noch lang nicht“ rief er. „Wir treffen uns heute Abend wieder bei Joujou. Jetzt ist es fast 8, ich muss in die Kanzlei, zur Arbeit. Du kannst auch deinem Beruf nachgehen. Ferdinand schaut noch ein paar Sachen nach, er schließt dann hier ab.“ Mikael schwieg, als Jacques und er das Büro verließen und auf der Straße Richtung Innenstadt entlangliefen. „Also sehen wir uns nach der Arbeit bei Joujou, ja?“ fragte ihn Jacques, kurz bevor ihre Wege sich trennen würden. Mikael nickte nur, etwas zum Sagen fiel ihm nicht ein. „Oder besser heute Abend“ schlug Jacques vor. „So wie immer.“

Während Jacques sich schon Richtung Kanzlei aufmachte, blieb Mikael noch eine weile stehen. Er war sich bewusst, dass er sich dringend entscheiden muss, ob er mit der Polizei oder wenigstens einem Seelsorger über das Problem reden sollte. Aber ein Seelsorge bricht in solchen Fällen gern seine Schweigepflicht und geht selbst zur Polizei. Mikael hatte Jacques die Treue geschworen – niemals würde er ihn Verraten. Mit keinem würde er darüber reden, welches Spiel Jacques treibt. Erst recht nicht, bevor er es selbst rausgefunden hat. Vielleicht hat Jacques ja Recht und er gewöhnt sich früher oder später an das Morden. Das Töten ist gar nicht das spannende, viel spannender ist es für Mikael herauszufinden, was hinter dieser Mordmaschine Jacques wirklich steckt. „Jacques will Mikael dabei haben, dann soll Mikael eben dabei sein“ dachte er sich. „So wie immer“ hatte Jacques gesagt. Nichts war mehr wie immer.

Jacky – Episode 2: Totes Geschäft

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der zweiten Episode offenbart Jacques seinem Komplizen und Freund Mikael, mit welcher Professionalität er bei seinen Morden vorgeht.

Es war ein trüber Morgen, mit tief hängenden Wolken und hoch steigendem Nebel. Ein Morgen, an dem man die Sonne nicht aufgehen sieht, an dem selbst das Morgenrot im Grau des Himmels erstickt und kaum ein Vogel wagt, mit seinem Gesang dem Tag zu schmeicheln. Und genau dieser Morgen war es, an dem Mikael vom klingeln seines Telefons geweckt wurde. Mikael lebte allein in einer kleinen Wohnung am Rand der Innenstadt. Verheiratet war er nicht, auch wenn der Aporismus ihn an keine Keuchheit band, konnte Mikael bisher nie an die Liebe zwischen zwei Menschen glauben. „Apor ist Liebe“ spottete Jacques oft, wenn sie doch mal bei einem Bier oder Vanilletee über Frauen sprachen. Aber jede Erinnerung, die Mikael an die Zeit mit Jacques hatte schien ihm nun in einem völlig anderen Zeichen zu stehen. Was war das nur für ein Mann?

An den Umstand allein zu leben war Mikael längst gewöhnt. Immerhin verdiente er als Priester genügend Geld, um sich gut einzurichten. Und dadurch, dass er keine Frau hatte, war er auch nahezu rund um die Uhr erreichbar. Dass nun Morgens das Telefon klingelte, änderte also nichts an der Laune von Mikael, er griff zum Hörer. „Hier ist Mikael, guten Morgen“ sagte er mit verschlafener, sanfter Stimme. „Mikael komm rüber!“ rief da Jacques, offenbar schon hellwach. „Wir haben was zu erledigen!“ Noch ehe Mikael etwas erwidern konnte, legte Jacques schon auf. Mikael sah sich müde in seinem Schlafzimmer um. Blick auf die Uhr, es war gerade mal 3 Morgens. Mikael ging ins Badezimmer, wusch sich das Gesicht, zog sich seine frisch gebügelten grauen Hosen an, dazu sein weißes Hemd, sein Sakko, die schwarzen Schuhe. Dann verließ er das Haus und machte sich auf den Weg zu Jacques.

Die historische Innenstadt von Au-Dio schlief noch, als wäre es an diesem Morgen noch nicht heller geworden. Hier und da bewegten sich die ersten Autos durch die schmalen Straßen. Auf dem Marktplatz hatten die Geschäfte noch geschlossen. In einigen Bäckereien brannte schon Licht, die Frühschicht würde bald beginnen. Einzig und allein Joujous Bar an der Strandpromenade hatte schon offen. Joujou, der fröhliche alte Herr, pfiff, während er vor seinem Laden mit einem Besen die Straße fegte. Als er Mikael auf der anderen Straßenseite sah, winkte er ihm zu. „He, Mikael!“ rief er fröhlich „Schönen guten Morgen, wo geht’s hin so früh am Tag?“ Mikael sah auf „Zu Jacques, er hat mich angerufen.“ – „Na da musst du nicht mehr weit laufen, komm nur rüber Jacques ist schon bei mir und trinkt seinen Eichenkaffee. Soll ich dir auch einen aufsetzen?“ Mikael lief über die Straße und schielte in die Bar. Tatsächlich, so früh am Morgen und trotzdem fanden sich schon die ersten Gäste, darunter auch Jacques der sehr vertieft in der Tagesausgabe des Norsbrôker Nystabladen las. „Na, ein Glück dass du mir Bescheid gegeben hast, mein alter Freund Joujou. Bitte, setz mir auch einen Kaffee auf, ich setze mich zu Jacques nieder.“ In dem Moment sah Jacques auf und begrüßte seinen Freund. „Mikael, da bist du ja!“ strahlte er. „Wieviel Zeit hast du dir denn gelassen? Seit meinem Anruf sind ja bald zwei Stunden vergangen. Setz dich. Ich lade dich ein.“ Joujou mischte sich vom Tresen aus ein. „Jacques, na wenn du einlädtst dann mach ich deinem Freund hier Kronkorkenstaub auf den Kaffee!“ lachte er. „Lass nur Joujou, du willst mich ja doch nur arm machen!“ rief da Jacques, dann wandte er sich wieder zu Mikael. „Weißt du, warum ich dich angerufen habe?“ fragte Jacques ernst. Mikael deutete eine Überlegung an, dann sagte er „Ich denke es wird etwas geschäftliches sein.“ Jacques lachte wieder „Du hasts verstanden, Mikael! Du verstehst mich immer“ dann rief er Joujou zu, der den Kaffee brachte „Joujou, hast du das gehört? Der Mikael, der hats verstanden. Solchen Leuten gebe ich doch gern den Kaffee aus!“ – „Nur die Kronkorken nicht“ lachte da Joujou. Jacques scherzte weiter „Ach sei still, Joujou. Mein Freund hier mag sowieso keinen Kronkorkenstaub. Er sagt immer dass er von Goldpekaka Blähungen kriegt und all das führt er auf den Kronkorkenstaub zurück“ Jacques nickte verständnisvoll, konnte sich dann das Grinsen aber nicht verkneifen. „Ach, manch seltsamer Kautz bringt auch nur Sonderlinge ins Haus“ schmunzelte er und ging ab.

Mikael nippte von seinem Kaffee und sah Jacques an. Er hatte seine Latzhose nicht angezogen und auch nicht seine Fliege. Er saß da, die obersten Hemdknöpfe offen eine lockere Hose und Sandalen. Lässig zurückgelehnt trank er seinen Kaffee aus einer Überstumpfwinkeltasse und sah völlig entspannt aus. „Jacques…“ begann Mikael vorsichtig. „Ich verstehe das nicht. Du sitzt hier völlig ruhig und weißt doch, dass du heute wieder einen um sein Leben bringen willst. Was geht dir nur durch den Kopf?“ Jacques nippte noch einmal von seinem Kaffee dann wischte er seinen Mund am Ärmel ab und lehnte sich nach vorn. „Es ist jetzt keine ganze Woche her, dass du bei meinem letzten Mord dabei gewesen bist“ sagte er ruhig. „Wahrscheinlich bist du noch immer schockiert vom Anblick und kriegst es kaum aus dem Kopf… wie hieß der arme Kerl noch gleich?“ Mikael sah ihn verdutzt an. Hatte er wirklich den Namen seines letzten Opfers vergessen? Der Name, der ihn seit dem Moment an, selbst jeden Tagtraum zum Alptraum werden ließ? „Emil hieß er!“ rief Mikael, und konnte seine Aufregung kaum zurückhalten. „Er hieß Emil“ wiederholte er sich, diesmal ruhiger. „Ahh genau. Emil war das. Wieder so ein armes Schwein“ erinnerte sich da Jacques. „Wie dem auch sei. Für dich sind diese Erfahrungen noch längst nicht beliebig genug.“ fuhr Jacques geduldig fort. „Wir machen weiter, bis du dich daran gewöhnt hast.“ Mikael schwieg. Er wusste, dass es hieraus wohl kaum einen Ausweg geben würde. Jacques war raffiniert er könnte ihn ohne weiteres ins Messer laufen lassen, wenn er sich gegen ihn wenden würde. „Also?“ fragte Mikael „Was ist jetzt dein Plan? Willst du mich wieder mitnehmen zu irgendwem nach Hause und wir bringen ihn dann um oder wie stellst du dir das vor?“ Jacques sah ihn ernst an. „Nein, So leicht ist es nicht. Trink aus, dann zeig ich dir dein neues Büro.“ Als Jacques und Mikael ungefähr eine halbe Stunde später die Bar verließen rief Joujou ihnen noch hinterher „Bis heute Abend dann, Jacques?“ – „Brech ruhig schon die neue Kiste Vanille an Joujou“ rief Jacques, obwohl er sicher war, dass Joujou ihn gar nicht hören konnte.

Da der sonst sehr gesprächige Mikael kein Wort von sich gab, brach nun Jacques die Stille „Kommst du heute Abend auch wieder mit zu Joujou? Soweit ich weiß wartet Niemand auf dich daheim!“ – „Das kann ich im Moment noch nicht sagen Jacques. Aber sag, wartet deine Frau nicht jeden Abend auf dich?“ Jacques blieb stehen und sah Mikael an. „Ach Ynes.. das ist so eine Eigenheit von ihr, sie wartet auf mich jeden Abend und dann schweigt sie, wenn wir schlafen gehen.“ Dann beginnt er zu lachen „Na, immerhin sagt sie mehr als dein Apor!“ Mikael brachte aus Höflichkeit ein Grinsen hervor. „Weißt du, Jacques, dein Atheismus wird dir noch früh genug auf die Füße fallen.“

Jacques blieb wieder stehen. Dann sah er Mikael an. „Hier ist es.“ Sie standen vor einem Geschäft mit der Aufschrift »Pingbo-Reisen« Mikael blickte fragend zu Jacques hinüber. „Ein Reisebüro von Pingbo? Was soll das denn?“ Jacques freute sich sichtlich, sein Wissen präsentieren zu dürfen. „Mitte der 2440er Jahre hatte die Sanitärfirma Pingbo die Idee gehabt neben Toiletten und Reinigungsservice auch Reisebüros zu eröffnen. Die wurden besonders hier in der Trance Nation, aber auch in Neuxyllabien sehr stark subventioniert. Das Projekt ist komplett gescheitert. Der damalige Graf Cahctulla war einfach kein gutes Werbegesicht für Weltreisen“ grinste Jacques. „Ich hatte das Glück ein halbwegs gut erhaltenes Reisebüro anmieten zu können, das noch perfekt im Originalzustand erhalten ist. Kaum zu Glauben dass einiges an diesem Schuppen über 75 Jahre alt ist!“ Mikael war noch immer irritiert. „Erkläre mir doch bitte, warum du ausgerechnet ein Pingbo Reisebüro haben wolltest“ bat er Jacques, als der sich gerade daran machte, die Türen aufzusperren. Jacques freute sich: Auf diese Frage hatte er gewartet. „Mikael, ich erklärs dir. Niemand auf der Welt würde ein Pingbo Reisebüro betreten. Man hat einen guten Standort und zudem seine Ruhe. Außerdem, wenn eine Firma, die eine bekannte Sanitärmarke im Namen trägt, eine große Menge an Reinigungsmitteln bestellt fragt keiner nach. Und auch unsere Mitarbeiter in hellblau – du hast sie ja bereits gesehen – wecken kaum große Verwunderung. Es ist alles perfekt!“

Mikael erwischte sich dabei, wie er eine gewisse Verwunderung für die Sorgfalt empfand, die Jacques in seine neuen Geschäfte steckte. Es schien auf den ersten Blick vieles durchdacht. Und dennoch will ihm einfach nicht in den Sinn kommen, warum sich Jacques so sehr darauf spezialisiert hat, diese Morde zu begehen. „Ich verstehe nur nicht ganz“ fragte er dann endlich „Worin dein Profit besteht bei alledem. Wie finanzierst du das alles? Deine Mitarbeiter und alles und auch die Immobilie so sehr in Strandnähe. Ich bin sicher, mein Lieber Jacques, dass selbst du dir das nicht ohne weiteres leisten kannst“ Jacques grinste. „Ich bin kein Dieb, wenn du das meinst. Ich bringe Leute um, aber ich beklaue sie nicht. Du hast schon Recht, Ötti wächst nicht auf Bäumen. Woher das Geld kommt kann ich dir jetzt nicht sagen, aber das wirst du auch noch erfahren.“ Mikael konnte Jacques ansehen wie er versuchte Weise zu wirken, während er die letzten Worte sprach, doch er fuhr lässig fort. „Pass auf, ich zeige dir jetzt einmal wie so ein Alltag hier abläuft. Ich habe heute Morgen noch Ferdinand angerufen, der wird gleich da sein. Bis dahin müssen wir uns ein neues Opfer ausgesucht haben“ – „Aber wie?“ – „Siehst du da drüben auf dem Tisch das Telefonbuch?“ Mikael schluckte „Schlag eine Seite auf, schließ deine Augen und Tippe auf einen Namen.“

Jacky – Episode 1: Alte Freundschaft

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der ersten Episode überzeugt Jacques seinen Freund Mikael dazu, seinen Taten beizuwohnen.

„Hast du gesehen, wie ich ihm ins Gesicht geschossen habe?“ Jacques stand über Emils Leiche, aus drei Schusswunden quoll noch immer sein Blut, dass sich langsam aber stetig über den billigen Teppich seiner Einzimmerwohnung verteilte. Mikael sah ihn fassungslos an. „Du hast es getan“ stotterte er, „du hast ihn erledigt, man. Ist es das, was du gebraucht hast? Findest du jetzt deinen Frieden?“ Jacques schwieg. Er war kein großer Mann, vielleicht sogar etwas zu klein geraten und wie er dort stand, über der Leiche des großen Emil, sah er aus wie ein Gartenzwerk. Eine Latzhose mit Hosenträgern, dazu aber Hemd und eine kleine Fliege. So zog er sich immer an, wenn er jemanden ermordete. Denn es war nicht sein erster Mord und bei Apor, es soll auch nicht sein letzter gewesen sein. In gewohnter Routine griff er nach einem Tuch aus seiner Hosentasche und begann seine Pistole zu reinigen. Danach griff er zum Telefon und wählte eine Nummer „Ferdinand, Jacques hier. Ich bin fertig, ihr könnt reinkommen“

Mikael war noch immer wie gelähmt. Er wusste zwar, dass Jacques schon seit längerem umherzog um zu Morden, aber er war noch nie dabeigewesen. „Und jetzt? Was hast du jetzt vor?“ fragte er. Jacques hob den Kopf und sah ihn an. „Wir warten.“ Kaum eine Zeit später kam ein Dutzend Männer in die Wohnung, hellblau gekleidet und mit Putzmitteln ausgestattet. Einige von ihnen nickten Jacques zu, keiner sprach ein Wort. Während sie sich daran machten, den Tatort zu reinigen wandte sich Jacques wieder Mikael zu: „Lass uns gehen, wir sind fertig hier“ Die Wohnung von Emil lag im dritten Stockwerk eines alten, vergammelnden Gebäudes. Man erkannte dass es vor der Zeit Gularsk gebaut wurde. Die Fenster viel zu klein, die spärliche Beleuchtung der Flure flackerte hin und wieder und die Dielen knarrten bei jedem Schritt. Jacques jedoch ließ sich von diesem Ambiente nicht beeindrucken, viele seiner Opfer kannten kaum ein anderes Leben als dieses. „Hast du davor schon jemanden verrecken sehen?“ Jacques war schon immer sehr direkt gewesen. Auch deshalb war er in seiner Kanzlei einer der gefragtesten Anwälte. Vor den karpatischen Gerichten gilt Schlagfertigkeit als hohe Kunst. Denn wer direkt ist, der kann auch wenig zu verbergen haben. Mikael hingegen war eine vorsichtige Person von großem Wuchs. Gepflegt sah er aus und gepflegt war auch jede seiner Formulierungen. „Ich habe viele Leute bis zum Tod begleitet“ antwortete er. „Aber diese Brutalität eines Mordes war mir bisher fremd.“ – „Gewöhn dich dran!“ rief Jacques lachend „Das soll nicht der Letzte gewesen sein, den du gesehen hast“ Mikael zuckte zusammen „Wie meinst du das?“ „Mikael, ich weiß dass du dich als Priester in gewisser Weise Apor verpflichtet hast. Und ich weiß auh, dass dieser Gott dich dafür reich zu belohnen scheint, dass die dummen Gläubigen dir alles abkaufen. Aber ich brauche einen Lakaien und du machst dein Geld am leichtesten. Du arbeitest ab jetzt auch für mich und unser Geschäft ist der Tod“

Mikael begann zu zittern. Hatte er eine Wahl? Hat Jacques etwas gegen ihn in der Hand? „Was soll das heißen, dass ich für dich arbeite? Willst du mich zwingen?“ „Etwas erpressen vielleicht. Meine Leute in Emils Wohnung.. die müssen ja nicht alles aufräumen, wenn du verstehst was ich meine. Ich muss nur einmal telefonieren und die Polizei wird deine Fingerabdrücke auf der Leiche finden, vielleicht ein paar Haare von dir und dazu einen Schuhabdruck… Ein Priester des Apor begeht einen Mord. Dafür landet er im Kartoffelkeller.“ Jacques blieb ruhig, als er das sagte. Er war es bereits gewohnt, solche Verhandlungen zu führen. Mikael hingegen starrte Jacques entgeistert an. „Was ist nur aus dir geworden, Jacques? Wir waren doch Freunde!“ Er wusste, dass er Jacques nichts entgegensetzen konnte. „Und das soll gern so bleiben, mein lieber Mikael. Sieh es positiv, du wirst gleich ganz oben an meiner Seite arbeiten, du gewöhnst dich schon dran. Und deinen Job als Pfaffen, den darfst du ruhig behalten. Sieh nur zu, dass du dich bei den Beerdigungen nicht verrätst“ Jacques grinste, er hatte Mikael überlistet. „Es ist also beschlossen, Mikael“ sagte er, „beruhige dich erst einmal. Wir treffen uns heute Abend an der Strandpromenade bei Joujou‘s. Ich lade dich ein“

Joujous Bar liegt direkt am Meer. In den Sommermonaten stellt Joujou ein paar Tische und Stühle nach draußen. Wenn die große Touristen Saison in Au-Dio startet, dann ist der Laden sogar recht gut befüllt. Jetzt im Frühherbst aber verbringen die meisten Touristen ihre Zeit an der Südküste der Insel, und das Lokal wird oft nur von den Stammgästen besucht. Joujou kennt sie alle, alle kennen Joujou. Er ist ein älterer Herr, mit weißem Haar und Bart. Die Bar hat vorher sein Onkel betrieben, davor dessen Großvater. Seit Joujou 17 ist arbeitet er dort und er liebt seine Arbeit. Schon früh am Morgen öffnet er die Tür, fegt den Bürgersteig und macht alles fertig und dann steht er dort oft bis nach Mitternacht. Jacques ist dort ein gern gesehener Gast. Er gibt großzügiges Trinkgeld und plaudert viel mit Joujou, wenn der Laden einmal nicht so voll ist. Hin und wieder hat er an freien Tagen auch schon ausgeholfen, wenn in der Hochsaison ein Mitarbeiter von Joujou krank wurde.

Die Sonne ging bereits hinter der Stadt unter, als Jacques und Mikael Joujous Bar betraten. Joujou erwartete sie bereits. „Jacques! Mikael!“ rief er, als er sie antrotten sah. „Wie geht es euch! Was macht das Morden?“ Mikael erschrak. „Er weiß davon?“ flüsterte er Jacques zu. „Ich erklärs dir beim Essen“ raunte Jacques. „Joujou! Wie schön dich zu sehen! Bring uns was vom dunkeln Fusel!“ Joujou lachte. „Du bist der einzige hier im Laden, der den Vanilletee überhaupt anrührt! Und jede Woche muss ich eine neue Kiste bestellen!“ Auch Jacques lachte herzlich. „Mach schon Joujou, ich bezahl dich auch gut!“ dann wandte er sich wieder zu Mikael „Komm, wir setzen uns nach draußen.“ Sie gingen hinaus und setzten sich. Mikael schwieg noch immer. „Was ist los, Mikael? Hast doch sonst immer so eine feine, große Klappe!“ begann Jacques das Gespräch. Mikael schwieg weiter. „Ich weiß, dass es krass ist. Den Tod kann kaum einer Leiden, aber noch weniger den, der tötet. Hör zu, die wären sowieso irgendwann verreckt.“ Mikael sah ihn an. „Jacques, du hast mich gebeten mitzukommen bei deinen Morden, damit du danach deine Beichte vor Apor ablegen kannst. Du hast gesagt, dass dieser Emil deine Frau angefasst hat und du es nicht ertragen kannst ihn leben zu lassen. Wir sind Freunde, Jacques, ich werde dich nicht bei der Polizei verraten. Aber bitte erkläre mir, was das ganze soll. Du hast schon oft davon gesprochen, wie du wen umgebracht hast und ich halte meine Schweigepflicht vor der Welt, wenn es sein muss. Aber sage mir, mein Freund Jacques, warum tust du all das?“ In seinen Augen bebte ein Flehen, seine Hand zitterte. Da kam Joujou heraus und brachte den Vanilletee. „Ich dachte, ich bring dir gleich die ganze Flasche, da muss ich nicht so oft laufen. Was kann ich euch zum Essen bringen?“ Jacques sah ihn lachend an „Dank dir Joujou! Du weißt, die Flasche wird nicht reichen, aber fürs erste schon! Gib uns noch ne Minute, ich erzähle Mikael gerade vom Tod.“ Joujou sah zu Mikael rüber, nickte dann verständnisvoll. „Lasst euch nur Zeit“ sagte er ruhig „Ich entkorke schonmal die zweite Flasche“ Jacques sah zufrieden aus. „Ich danke dir.“

„Mikael, du musst eines wissen“ begann Jacques und schenkte sich großzügig aus der Flasche ein. „Auch einen Schluck?“ Mikael nickte, Jacques fuhr fort. „Schön einen zu haben, der das selbe Gesöff mag wie ich.“ grinste er. „Weißt du Mikael, ich glaube das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Ich glaube, du wirst am Morden so viel Spaß haben wie ich.“ Er sah ihn an, doch Mikael wich seinem Blick aus. „Ich muss dir aber sagen, dass all die Geschichten über die Morde der totale Unsinn sind. Hab ich mir alles ausgedacht. Also versteh mich nicht falsch, ich hab die Kerle alle umgenietet das stimmt schon. Aber keinen davon kannte ich wirklich.“ Mikael schwieg. „Ich weiß das klingt hart, Mikael. Aber Menschen müssen sterben. Das tun sie jeden Tag, ich helfe nur dabei.“ – „Du bist ein Monster, Jacques! Du hast zu viel Geld und bist zum Monster geworden!“ „Ach halt den Mund, Mikael. Bist du etwa keins? Du lügst deinen Leuten etwas von irgendeinem Gott vor, das ist noch viel Schlimmer. Du schaffst falsche Hoffnungen von irgendeinem Apor, dass ich nicht Lache! Da bin ich noch besser, ich bringe die Gewissheit des Todes.“ er nahm sein Glas und prostete Mikael zu. Der aber konnte noch immer nicht glauben, was er gerade gehört hatte. „Sag mir Jacques, warum bringst du diese armen Leute um?“ Doch Jacques grinste nur, trank sein Glas aus und griff gleich wieder zur Flasche, füllte sein Glas erneut und schenkte auch Mikael einen Schluck nach.

„Die ganze Welt passiert genau jetzt“ sagte er nur. „Überleg mal, ein paar Schweine haben das Glück hier in den Karpaten zu leben und ein paar andere Schweine haben das Pech in Bangabandhu geboren zu sein. Was können wir denn dafür?“ Mikael schwieg und sah nachdenklich aus. Seit wann brachte Jacques solche Gleichnisse? In der Schule schon war er noch nie ein Freund von großen Reden gewesen und jetzt tötet er regelmäßig Menschen und spricht in solchen Rätseln? Sicher seitdem ist das ein oder andere Jahrzehnt ins Land gegangen, aber dass sich Jacques einmal so radikalisiert hätte er nie gedacht. Jacques lacht. „Ich mach doch nur Spaß, alter Mann!“ grinste er und trank sein nächstes Glas aus. Mikael war kaum älter als er. „Du wirst schon früh genug erkennen was das Spielchen soll. Es wird dir noch früh genug klarwerden.“ – Mikael war verwirrt. Jacques war wohl doch ganz der alte, immer nur verarschte er ihn. Aber was das Morden angeht scheint er professionell zu sein, so wie er auch als Anwalt professionell war. Wenn Jacques eine Leidenschaft gepackt hatte, und das war schon immer so, dann stand er dahinter mit allem was er besaß. Sollte das beim Morden auch so sein? Mikael hielt inne und warf eine weitere Frage in den Raum. „Und Joujou?“ – „Was ist mit ihm?“ – „Warum weiß er das alles?“ Jacques schien kurz zu überlegen. Dann antwortete er. „Tsja weißt du. Joujou ist ein lustiger Geselle. Ihm kann man vieles erzählen. Der verpfeift mich auch ganz sicher nicht, er braucht ja wen der seine Vanille kauft“ lacht er.

Inzwischen ist die Sonne ganz hinter der Stadt versunken. Das Meer schlägt im ruhigen Takt seine Wellen an das Ufer und Jacques und Mikael saßen noch immer am Tisch und tranken aus der zweiten Flasche. Als Jacques spät nachts nach Hause kam, saß seine Frau Ynes noch in der Küche und wartete auf ihn. Sie sah ihn traurig an. „Wieder ein langer Tag in der Kanzlei.“ Sagte er erklärend. „Lass uns schlafen gehen“ antwortete sie. Die süße Schärfe von mindestens drei Flaschen Vanille stand im Raum, Ynes traute sich wieder nicht, nachzufragen.

Die Karpaten bluten

Skythea. Seit nunmehr einem Monat sitzen im Hauptsitz der ITUF wieder Abgeordnete der Heiligen Küste und beteiligen sich an der internationalen Arbeit. Gemeinsam mit allen SKS-Bündnispartnern waren sie vor mehr als einem halben Jahr aus der ITUF ausgetreten. Mag man auch zum SKS stehen wie man will, ein diplomatisches Laster ist der sich häufende Austritt aus der ITUF definitiv, auch wenn der vorhergehende Austritt der sogenannten Schwarzen Liga (STLD) kaum eine Belastung für die ITUF war, zeichnete sich damit der Anfang einer ITUF-kritischen Tendenz ab.

Die Reaktion aus Skythea folgte konsequent den dafür geschaffenen Rahmen. Die Souveränität der SKS Staaten steht damit auf dem Spiel. Direktor des Staatenbundes, Alfons Gularsk transportierte mit der Austrittserklärung eine klare Botschaft: Man sei sich darüber im klaren, dass man sich auch im wörtlichsten Sinne angreifbar mache, zögere als Staatenbund jedoch nicht im Ernstfall mit aller härte auf militärische Interventionen zu reagieren. Auf das vorhandensein von ABC (Atomare, Biologische, Chemische) und DEF-Waffen (Defensive, Elektronische, Folternde)  wurde explizit aufmerksam gemacht um einem Präventivschlag von politischen Gegnern vorzubeugen.

Mehrere Monate blieb es ruhig rings um den SKS austritt. Lediglich aus den Reihen von Allmeeren häuften sich diverse Forderungen, den Austritt zu festigen und einen wiedereintritt zu erschweren. Eingereichte Anträge bei der ITUF wurden jedoch aufgrund mangelnder Völkerrechtlicher Grundlage zurückgezogen. Die ITUF ging wieder ihrem Tagewerk nach und die Distanz zu den betroffenen Staaten in den Karpatischen Inseln wurde weiter aufgebaut.

Über den politischen Status des SKS herrschten in den langen Monaten verschiedene Meinungen vor. Der Konsens tendiert allerdings dahin, mindestens die Grenzen der einzelnen Staaten des SKS anzuerkennen. Während das Bündnis selbst als nichtig erklärt wird, oder gar die Souveränität der einzelnen Staaten in Frage gestellt wird. Der Handlungsspielraum des SKS dünnt sich aus. Handelsbeziehungen außerhalb der Asgarden-Staaten werden mit hohen Zöllen belegt oder ganz unterbunden. Güter werden nicht mehr über die Grenzen des SKS transportiert sondern teilweise über aufwendige Umwege verladen, um nicht das Hoheitsgebiet der souveränen Staaten zu verlassen. Zu groß ist die Angst vor Überfällen, denn besonders in den Grenzgebieten herrschen inzwischen nahezu anarchistische Zustände vor.

Auch die Gewässer im EInflussbereich des SKS sind in der Schiffahrt stark gefürchtet. Freibeuter und Piraten genießen Asyl unter der Schirmherrschaft des SKS. Zustände wie vor 400 Jahren stellen sich ein, in denen Handelsschiffe mit Verteidigungstechnologie ausgerüstet werden müssen, wenn sie den karpatischen Seeraum befahren wollen. Schwer bewaffnete Piraten verschanzen sich auf verlassenen Fischerboten, warten die Nacht ab und gelangen mit Schlauboten meist unbemerkt bis auf das Deck der zivilen Schiffe. Das Resultat ist nicht selten ein Massaker unbeschreiblichen Ausmaßes.

All diese Umstände werden von der ITUF meist kleingehalten, finden in der Presse wenn überhaupt nur selten Erwähnung. Auch die souveränen Staaten in den Karpaten leiden aktuell unter den Umständen, die mit dem Austritt des SKS einhergehen. Geltendes internationales Recht wird konsequent und bewusst vom Direktorat des Gularsk ignoriert. Die Nachbarstaaten stehen im Schatten der Piraterie, leiden sichtlich unter wirtschaftlichen einbüßen, die nur von diversen Subventionen der eigenen Bündnisse gedeckt werden können.

Mit dem Wiedereintritt der Heiligen Küste in der ITUF wird sie einer großen Herausforderung gegenübergestellt. Es gilt, die Straftaten aufzuarbeiten, angeordnete Schutzverfahren zur Sicherung der Grenzen einzuhalten und sich an der internationalen Politik zu beteiligen. Die Auflagen der ITUF sind eindeutig, klar, und dulden keine ausweichende Reaktion. Wird die Heilige Küste gegen den SKS ausgespielt?

Gularsk gibt sich momentan unerwartet gelassen. Fisasa sicherte ihm zuletzt bei einem gemeinsamen treffen in Skythea weiterhin seine Treue zu. Beim anstehenden Weltgipfel wird Fisasa persönlich auch für die Interessen der Bündnisstaaten eintreten und eine entsprechende Stellvertretung übernehmen. Klar ist: Der Beitritt zur ITUF war nicht mit dem Direktor Gularsk abgesprochen. Gularsk kann es sich im Moment jedoch nicht leisten, aus der Ruhe zu geraten. Denn das Beispiel Heilige Küste beweist, wie heikel die Situation ist.

Gularsk befreit den SKS vom Bündniszwang

Der Beitritt der Heiligen Küste zum SKS wurde maßgeblich von Emanuel Kjamon vorangetragen, der in mehreren geheimen Treffen mit Fisasa und Vertretern des Tanmats Karpaten Ladislavien die Vorkehrungen verhandelt und vollzogen hat, die zum Beitritt in die ITUF nötig sind. Auch dies geschah ohne das Mitwissen des Direktors Gularsk. Damit zeichnete Kjamon ein weiteres mal eine harte Linie gegenüber seines Direktors.

Mit dem Beitritt der Heiligen Küste zur ITUF kündigte Gularsk auf drängen des Staatssekretärs und Föderalherrs Kjamon an, den bestehenden Bündniszwang im SKS aufzuheben. Damit steht es den Mitgliedstaaten des SKS frei, ob sie den Bund verlassen wollen, auch steht es ihnen frei der ITUF beizutreten und wider den gefassten Statuten des SKS zu handeln. In gewisser Weise hat Kjamon damit den Weg zu einem Mistrauensvotum geebnet – sofern man diesen demokratischen Begriff überhaupt in den Konsens des SKS übertragen darf. Zum erstaunen aller jedoch blieb der SKS geschlossen. Der Schwur auf den Direktor Gularsk bleibt ungebrochen. Fest steht, der Fall Heilige Küste wird vorerst einmalig bleiben. Denn nun hat der SKS einen mündigen Vertreter in der ITUF. Die Interessen der souveränen Staaten können wahrgenommen werden und auch diplomatisch thematisiert werden. Nur auf diesem Wege scheint ein Beitritt zur ITUF überhaupt möglich.

Die Zeichen stehen nicht auf Entspannung.

Bei all dieser Euphorie zum Beitritt der Heiligen Küste darf nicht vergessen werden, dass die Problematiken rund um Wegelagerer, Piraten und Freibeuter im SKS nach wie vor aktuell ist. Denn das Asyl für solche Straftäter bleibt ungebrochen. Der Einsatz von Kriminalität als diplomatisches Druckmittel darf von der ITUF nicht länger geduldet werden, besonders im Interesse der benachbarten Souveränen Staaten.

Der Konflikt der daraus entsteht zeugt von Brillanz: Denn wenn die ITUF intervenieren will, muss sie als Institution erstmals offiziellen Schriftverkehr mit dem SKS aufnehmen. Somit wird der SKS als de facto Bündnis anerkannt, ebenso die darin enthaltenen Staaten. Das würde allerdings dem fundamentalistischem Lager der IADN – allen voran Allmeeren – sehr missfallen, da die ITUF dadurch eventuell Schwäche zeigen würde. Noch steht aus, auf welchem Weg die Konflikte gelöst werden können.

Der Großpakt Internationalen Friedens hat sich konstituiert.

Was Gularsks neues humanitäres Bündnis leisten will und kann – und wie Kjamon darauf Einfluss nimmt.

Mit dem Austritt von Lagland und Pahragrau aus der Internationalen Allianz Demokratischer Nationen und dem kurz zuvor stattgefunden bewaffneten Konflikt in Pahragrau hat Alfons Gularsk, Direktor der Trance Nation und des Staatenbundes Karpatischer Staaten angekündigt, einen Großpakt zu initiieren, der sich unabhängig von Politik und Ideologie mit humanitären Fragen beschäftigen soll. Was steckt hinter diesem Pakt und welche Chancen kann man ihm zusprechen?

Es ist durchaus verwunderlich, dass ausgerechnet seitens des radikal antidemokratischen Staatenbundes Karpatischer Staaten ein Bündnis ausgehen soll, das sich vordergründig um die Menschlichkeit in Krisengebieten bemüht. Die ausdrückliche Distanz von Ideologie und Politik kommt dabei allerdings sicherlich nicht von ungefähr, denn nach wie vor ist der SKS kein Mitglied der ITUF mehr. Doch kann der GIF ein erster Schritt zurück zum größten und wichtigsten Völkerbündnis Ultos werden. Letzten Endes wird in den Statuten des GIF im Artikel 2 Ausdrücklich ein Bekenntnis zur ITUF festgehalten: »(1) Der GIF nimmt die ITUF als höchstes Bündnis aller Völker Ultos war. (2) Die Förderung und Umsetzung der Beschlüsse der ITUF wird als selbstverständliche Verpflichtung aller Mitgliedstaaten konstituiert. (3) Die Mitgliedstaaten des GIF sind sich darüber einig, dass eine Mitgliedschaft bei der ITUF für eine friedliche Diplomatie zwingend notwendig ist.«

Eine Annäherung zur ITUF ist also nicht von der Hand zu weisen. Und dennoch ist jede Skepsis berechtigt, handelt es sich doch bei Alfons Gularsk um ein sehr willkürliches Staatsoberhaupt, welches De Facto über die Hoheit aller Mitgliedstaaten des Staatenbundes Karpatischer Staaten verfügt und zuvor mehrmals die Demokratie als gescheitertes Konzept abgelehnt hat. Der Umstand, dass ausgerechnet dieser Herr Gularsk nun die Demokratie zur Grundlage des neugegründeten – wohlgemerkt ausschließlich humanitären – Paktes erkoren hat ist durchaus verwunderlich. Es gilt allerdings die liberale Haltung des SKS auch aus seiner aktuellen politischen Situation heraus zu betrachten: Immerhin sind alle Bündnisstaaten geschlossen aus der ITUF ausgetreten, haben der Völkergemeinschaft den Rücken gekehrt. Mit dem neugegründeten Großpakt Internationalen Friedens will Gularsk seine Position vermutlich in den Hintergrund rücken. Man soll über den SKS nicht wegen seines ITUF Austrittes reden, sondern wegen seines neuen, revolutionären und humanitären Auftretens.

Auch wenn man den politischen Umstand nie aus den Augen verlieren darf, sind die Inhalte, die der GIF vertritt alles andere als ideologisch. Der Großpakt Internationalen Friedens unterstellt sich den Gulmer Konventionen der Menschenrechte und macht sich zur Kernaufgabe diese zu schützen und zu halten.

Heute gab der GIF im neu errichteten Hauptsitz in Härlighet Stad in Lagland eine erste Pressekonferenz. Hierzu sprach im Namen der Trance Nation der Staatssekretär und Föderalherr der Imagi-Inseln Emanuel Kjamon:

»Die Notwendigkeit und die Pflicht humanitär zu agieren, steht über allen anderen Pflichten der Menschlichkeit. Die Staatengemeinschaft Ultos hat sich bisher auf die Fähigkeiten und den Einsatz privater oder halbprivater Organisationen ausgeruht, die selbst aber mit keinen oder nur wenigen staatlichen Mitteln unterstützt wurden. Die Komission vom Roten Brett, mit welcher der GIF beispielsweise bereits in Kontakt getreten ist, beklagt sich regelmäßig über diesen Missstand. Finanzielle Mittel sind schwer zu beschaffen. Teilweise muss über groß angelegte Aktionen Menschen auf der Straße ansprechen und für Spenden werben.

Dass ein solches Verhalten notwendig ist um humanitäre Hilfe überhaupt anbieten zu können, ist ein Armutszeugnis und ein schweres Laster, das wir alle mit uns tragen mussten. Der GIF ist nun das erste rein staatliche Gremium dass sich um Einsätze in Krisengebiete bemüht.

Ich möchte deshalb nochmals ausdrücklich aufrufen, dem GIF beizutreten. Es geht hierbei nicht um Politik. Über Politik kann man sich unterhalten, wenn in den entsprechenden Krisengebieten keine Menschen mehr in Lebensgefahr schweben oder in menschenunwürdigen Verhältnissen leben müssen. Der erste und wichtigste Auftrag jeden Staates in einem jeden Konflikt ist der Schutz des Menschengeschlechtes, nicht der Ideologie. Wer seine ideologischen Grundlagen über die Grundlagen der Menschenrechte anordnet, stellt eine umittelbare Gefahr für die gesamte Welt dar. Denn aus solchen Haltungen entstehen, Tyrannei, Armut, Ausbeutung. Der GIF kann ein klares Zeichen für eine weltoffene und zivile Gemeinschaft sein.«

Mit diesem Apell setzt Kjamon ein eindeutiges Zeichen. Er bekennt sich zur internationalen Staatengemeinschaft strebt wie kein anderer im SKS eine Einigung an und will mit allen Mitteln die humanitären Ziele des GIF vor den ideologischen – auch den der Trance Nation – stellen. Die Aussage von Kjamon ist auch deshab brisant, weil die Vermutung besteht, dass er sich mit den Worten »Wer seine ideologischen Grundlagen über die Grundlagen der Menschenrechte anordnet, stellt eine umittelbare Gefahr für die gesamte Welt dar.« auch Position gegenüber der Trance Nation bezieht. Ein Statement Gularsks zu dieser Vermutung ist noch nicht bekannt.

Kjamon muss sich entscheiden

Für den Staatssekretär und Föderalherr Kjamon scheint sich die politische Situation zunehmend zuzuspitzen. Aus den einst starken und rhetorisch brillanten Bekenntnissen zum SKS und zur Trance Nation ist Stück für Stück eine etwas ruhigere und liberalere Haltung geworden. Unterschwellige Kritik am System Gularsks scheint sich zu häufen. Noch gelingt Kjamon der Spagat zwischen den strengen Prinzipien des Gularsk-Regimes und dem gemäßigten Ton. Doch könnte ihm das zum Verhängnis werden, denn in seiner Willkürlichlkeit hat Gularsk schon manchen Freund fallengelassen.

Auf den Imagi-Inseln ist Kjamon inzwischen ein gefeierter Held. Waren die Imagi-Inseln einst ein bloses Anhängsel der Trance Nation sind sie seit ihrer föderalen Separation ein Stück näher ihrer gewünschten Unabhängigkeit. Kjamon hat die Wahl und sicherlich auch die Möglichkeiten sich mit den Imagi-Inseln von Gularsk zu separieren. Abgeneigt von der Idee scheint er nicht zu sein, denn als Separatist hat er sich bereits für die Unabhängigkeit von Neu-Weimar stark gemacht und fährt auch gegenüber der EBR eine deutlich liberalere Linie als es im SKS Umfeld gewöhnlich ist. Diesbezüglich ist Kjamon der wahrscheinlich einflussreichste – wenn nicht gar der einzige – liberale Politiker im SKS. Die Vermutung liegt nahe, dass die Idee des Großpakt Internationalen Friedens auch seitens Kjamon liegt. Im Moment ist Gularsk auf die liberalen Ideen des Kjamon angewiesen. Denn gilt es für ihn eine Gradwanderung zu absolvieren, in den ungenauen Grauzonen zwischen ITUF-Mitgliedschaft und Anarchie. Der aktuelle noch souveräne Status des SKS ist vermutlich auf die Annäherungspolitik Kjamon zurückzuführen.

Kjamons Einsatz und das Auftreten des GIF sind wichtige Aspekte, die den SKS in Richtung ITUF bewegen. Und eine Annäherung zur ITUF ist inzwischen dringender den je. Schließlich ist der Austritt der Bündnismitglieder inzwischen fast ein halbes Jahr her. Nun steht Kjamon vor einer wichtigen Entscheidung. Denn auf der einen Seite hat er die Möglichkeit die Unabhängigkeit der Imagi-Inseln zu erwirken. Eine Möglichkeit, die Kjamon mit sicherheit bereits wahrgenommen hat. Aber das bedeute auf der anderen Seite, dass er sich deutlich vom SKS distanzieren muss. Damit würde er nicht nur Alfons Gularsk fallen lassen sondern auch 7 souveräne Staaten dem politischen Chaos aussetzen. Die Chance, die Imagi-Inseln ohne Gewalt zur Unabhängigkeit zu bewegen ist aktuell größer als zuvor, ebenso jedoch auch die Gefahr, dass sich in dessen Folge der SKS extrem radikalisiert.

Der Großpakt Internationalen Friedens als mögliche Doppellösung

Der Großpakt Internationalen Friedens kann aber auch als einzige Chance für Kjamon gesehen werden, einen politischen Spagat hinzulegen, wie es ihn zuvor nicht gegeben hat. Wenn es gelingt, die Trance Nation und den SKS an den GIF zu binden und anschließend unter der Regentschaft des pahrischen Rudolph Raath, ersten Generalsekretär des Großpaktes, sowohl die Imagi-Inseln als auch die SKS-Staaten in einem humanitären Bündnis zu halten. Denn klar ist auch, dass Gularsk nicht auf die liberale Linie verzichten kann, wenn ihm etwas daran liegt in die ITUF aufgenommen zu werden und den SKS zu erhalten.

Jedoch darf man den GIF und dessen Fähigkeiten nicht überschätzen, mit seinen aktuell 10 Bündnismitgliedern, davon 7 vom SKS ist er momentan noch sehr einseitig besetzt. Es gilt zu hoffen, dass sich dem GIF weitere Staaten anschließen und damit die SKS Staaten in die Schranken der Rechtstaatlichkeit und Demokratie zu weisen. Wenn diese Chancen wahrgenommen werden und die Trance Nation sich gemeinsam mit einer großen Staatengemeinschaft solidarisiert, könnte dies ein riesiger Schritt im sinne des wahren internationalen Friedens sein.

Wahlen in der Trance Nation: Die Absurdität einer fatalen Politik

Tranceheaven. Vor vier Jahren, im Sommer 2515 ordnete Direktor Alfons Gularsk erstmalig einheitliche und gleiche Wahlen an, die zudem als Pflicht aller Bürger deklariert wurden. Der Trick: Bereits vor der Wahl kündigte Gularsk an, das Parlament eigenhändig zu entmächtigen. Er wolle mit den Wahlen die Willkür der Demokratie und die Infunktionalität der demokratischen Ideologien demonstrieren.

Noch etwas sprach damals für die Wahlen: Es war ein symbolischer Schritt in Richtung des Volkes, welches er mit willkürlicher Gewalt in seinen Bann gezogen hatte. All diese Menschen sind unter einem demokratischen Regime aufgewachsen, all diese Menschen waren es gewohnt zu wählen. „Das Volk, das aus den Irrungen der Demokratie entsprungen ist wäre doch zu verwirrt, wenn man es mit der realen Diktatur konfrontieren würde“ schreibt Gularsk in eine seiner vielzähligen autobiografischen Werke – und gibt damit einen wichtigen Hinweis auf seine damalige Intention. Er gründete fünf Parteien, die als einzige eine Wahlberechtigung erhielten und lies tatsächlich legitime Wahlen abhalten. Die Absurdität jeder einzelnen Partei stand dabei außer Frage – die Redundanz der Wahl ebenso. Doch ist Gularsk kein dummer Mann: im Gegenteil. Er schaffte mit diesem Zug eine Möglichkeit, die Parlamentarier in den Parlamenten zu lassen. Die Demokraten unter sich, mit normalen Diäten. Politikexperten und Meinungsforscher sind inzwischen sicher, dass dieser Umstand eventuell sogar einen Aufstand in der kritischen Situation verhindert hat. Manch Dümmling dachte womöglich in diesem Moment noch, dass die Demokratie nie beendet worden wäre, dass Gularsk gekommen wäre um die kleine Insel vor dem politischen Untergang zu retten.

Jedoch war nach beachtlich kurzer Zeit vermutlich allen klar, dass es Alfons Gularsk gelang, eine Diktatur aufzusetzen und das vor den Augen eines unterdrückten Volkes. Dennoch steht inzwischen auch laut objektiven Studien ein großteil der Bevölkerung voll und ganz hinter ihm, ein weiterer großer Teil gibt an, im weitesten Sinne mit dem Diktator zu sympathisieren. Die Zahl der Kritiker ist schwindend gering. Womöglich auch deshalb, weil der Direktor Gularsk nicht nur sich selbst groß gemacht hat, sondern auch die Trance Nation auf ein global relevantes Level gehoben hat. Auf einmal war dieses kleine Volk eine große Nummer in der internationalen Politik. Wurde wahrgenommen, kontrovers diskutiert. Trotz der fragwürdigen Politik Gularsk schoss die Wirtschaft und der Tourismus in die Höhe. Binnen weniger Monate brach ein goldenes Zeitalter an, das bis heute kaum abgeklungen ist.

Mit diesen Erfolgen rühmt sich nicht nur Alfons Gularsk allein, sondern lässt er keine Möglichkeit aus, seine autokratische Ideologie dabei zu bekräftigen und in den Vordergrund zu stellen. Dass er dabei Erfolg hat, zeigen unzählige Studien verschiedener Agenturen – auch von Außerhalb. Auch damit rühmt sich der Diktator. Seine Herrschaft ist unangefochten, seine Gefolgsleute stehen hinter ihm und seiner Idee. Und dennoch stehen in diesem Sommer wieder Wahlen an. Um welchen Preis?

Auch wenn die Bekanntheit der Trance Nation enormen Zuwachs erlangt hat, wird sie auf dem Internationalen Kabinett eher kritisch beäugt. Aus der ITUF ist sie nach heftigem Streit mit den demokratischen Nationen ausgetreten, in Bangabandhu ist sie einmarschiert – überall mischt sich die Trance Nation ein. Ohne Rücksicht auf andere, mit entschiedener Konsequenz. Sicher: Nicht mit einer Wimper zu zucken und aus der ITUF austreten ist eine beeindruckende Leistung, besonders weil es sich hierbei sogar – anders als bei der Schwarzen Liga – um einen seriösen diplomatischen Prozess handeln könnte. Und doch steht die Trance Nation mit ihrem Staatenbund nun völlig allein da. Allein der Asgarden-Pakt hegt noch diplomatischen Kontakt zum Staatenbund Karpatischer Staaten ansonsten sieht es recht Mau aus. Die freiheitlichen Wahlen könnten vom Direktor als Anlass genommen werden, um wieder wilde Behauptungen aufzustellen, um sich beispielsweise mit dem IADN gut zu stellen.

Ob dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt werden würde gilt es weiter zu bezweifeln. Die IADN hat in den letzten Jahren mehrmals bewiesen, dass sie bei Menschenrechten keine Grenze kennen – die Demokratie sei zweifelsfrei ein Menschenrecht. So skandiert es Al Köh, damaliger Premierminister der FRNX. Die Wiederherstellung der Reputation der Trance Nation und Alfons Gularsk ist vermutlich nichts was mit einer Wahl entschieden werden könne. Und dennoch lassen manch helle Momente hoffen, dass Alfons Gularsk eines Tages die Kehrtwende gelingen wird.

Zurück aus der Sommerpause

Liebe Freunde der IAVNU!

Von Mai bis Oktober haben wir mit unserem Blog eine Sommerpause eingelegt, nun sind wir jedoch alle mit neuen Kräften wieder tatkräftig am Werk. Zurück vom Urlaub auf den südkarpatischen Inseln, zurück aus einer Ruhezeit.

Doch waren wir derweil nicht untätig, im Gegenteil! Ganze drei Ausgaben des Norsbrôker Nystabladen reihen sich wieder ein in eine inzwischen lange Tradition der Berichterstattung im Bereich der virtuellen Nationen. Inzwischen zählen wir 44 Ausgaben, die neuesten drei kann man hier herunterladen: Norsbrôker Nystabladen. In der Zeit der Sommerpause gab es auch einen Wechsel in der Redaktion des NN: Samuel Winkler aka Ephraim Eduart Krøger ist seit dem NN42 der neue Chefredakteur. Seither soll das NN wieder regelmäßig erscheinen!

Weiterhin haben wir uns IAVNU-Intern auf eine neue Führung des Blogs geeinigt. Fortan wird nicht nur einmal im Monat auf alle Errungenschaften zurückgeblickt, sondern jede Bearbeitung von Bedeutung hier aufgelistet, damit Ihr, werte Leser, immer den sofortigen Überblick über neue Beiträge auf unserem Blog habt. Ein Besuch unserer Website lohnt also immer 🙂

Wir wünschen nun erstmal viel Spaß beim Lesen der neuen NN Ausgaben und sind stets offen für Fragen, Anregungen oder Kommentare!
Euer Team der IAVN Ultos

Vier Jahre Ultos!

Ein Dankwort von Schmuel

Hallo und ein herzliches Willkommen! Seit nunmehr als vier Jahren existiert der erste Gedanke dieses Projektes, von Ultos! Inzwischen schauen wir zurück auf eines der größten Weltenbastelprojekten im deutschsprachigen Raum, der Internationalen Assoziation Virtueller Nationen mit den meisten Mitgliedstaaten! Ultos ist nicht aus dem nichts aufgewachsen, nein, wir haben bereits mit viel angefangen: Mit viel Motivation zur Kontinuität, mit viel Kreativität, mit viel Humor! Über die Jahre hat sich eine immer größer werdende Kerngruppe um Ultos gebildet. Regelmäßig begrüßen wir freudig neue Nutzer, die bisher fast immer eine lange Mitgliedschaft bei uns antreten. Die Gemeinde aus ursprünglich vier Personen hat sich innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verfünffacht. Aus bleibender Schaffenskraft und stetig weiterentwickelter Erfahrung wurde das Projekt Ultos nicht nur immer komplexer, sondern auch schöner. Hätte man vor vier Jahren gedacht, dass eine einfache Spielidee zu einem derart großartigem Projekt werden könnte? Längst streckt sich Ultos nicht nur über politische sondern auch über künstlerische und wissenschaftliche Bereiche. Kontinuierlich sorgen neue Impulse für neue Projekte.

Aus diesem Chatverlauf ging das Projekt Ultos hervor

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Kontinent Akronor, welcher besonders in jüngster Zeit durch unseren neuesten Zugänge verwaltet wird. Er ist ein makelloses Beispiel dafür, dass Ultos die Kapazität hat, neue Mitglieder problemlos in den Alltag von Ultos zu integrieren. Ein nahtloser Übergang zeugt von einer einzigartigen Persönlichkeit dieses Projektes. Auch damals schon, als ich vor knapp drei Jahren aufgenommen wurde, war ich begeistert von der freundlichen Atmosphäre die Ultos bis zum heutigen Tage nicht verloren hat. Das Projekt bietet Freiraum um jede Form der Kreativität auszuleben; schnelles Feedback und eine ungezwungene Atmosphäre halten die Motivation hoch. Davon zeugen auch nun schon inzwischen 41 Ausgaben des Norsbrôker Nystablåden, der immerhin annähernd regelmäßig erscheinenden Zeitung auf dem Planeten, an welchem SimOff nahezu jedes Mitglied bereits mitgewirkt hat.

Das Erste, was ich mit Ultos verbinde ist Zusammenhalt. Seit nunmehr vier Jahren. Eine sehr besondere Form des Austauschs, gerade in einem so sehr polarisiertem Internet wie dem von Heute. Deshalb nutze ich die Gelegenheit zum vierten Geburtstag von Ultos, um einmal mehr Danke zu sagen für all das, was dieses Projekt zu bieten hat. Ein Projekt, das mir die Freiheit gibt jeder Idee – und sei sie noch so bescheuert – eine unverlachte Umsetzung zu geben.

Danke.

Monatsrückblick Juli 2017

NN33-titelseite
Titelseite der 33. Ausgabe des NN

Wir freuen uns, dass auch die 33. Ausgabe des Norsbrôker Nystablåden wie (fast) immer pünktlich erschienen ist und online zum Download vorliegt.

In dieser Ausgabe werden politische Themen wie ein Militärleak bei der Lussischen Marine behandelt. Heikel ist die Situation auch in Tegrim, welches mit weiteren politischen und militärischen Eskalationen zu kämpfen hat. Dennoch gibt es einen Lichtblick des internationalen Friedens: So haben DVD und Sval endlich den einen Freundschaftsvertrag ausgearbeitet, um die grauen des weißen Kriegs vergessen zu lassen. Ein weiterer Erfolg hinsichtlich der Einigung von Nationen konnte durch einen neuen Zusammenschluss verschiedener Wissenschaftler erreicht werden. Unbeirrt vom internationalen Trubel führt.

Einen weiteren Fortschritt konnte Ultos im Bereich der Nutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit erzielen. So wurde nun zur Umrechnung von Währungen und Einheiten ein Umrechner entwickelt, welcher unter http://umrechner.ultos.de/ kostenlos genutzt werden kann. Somit ist es nun um einiges einfacher, Ultos-übliche Einheiten, Maße und Währungen in Irdische umzuwandeln.

Akronor
Karte von Akronor

Im Juli durften wir zwei neue Mitglieder der IAVNU begrüßen. Ein herzliches Willkommen geht an die Bundesrepublik San Davide und an die Republik Ospor, die fortan das Projekt Ultos mitgestalten und erweitern. Die neuen Staaten sind nun auf dem Kontinent Akronor vertreten, welches in diesem Monat auch ein umfangreiches Karten-Update erfahren hat. Weitere Karten-Updates gab es auch für Balmanien und Groß Lussilien mit einer detaillierten Infrastrukturkarte.

Des Weiteren wurde die Karte von Murabien grundlegend überarbeitet. Murabien war ursprünglich als Verbindung zwischen Nord- und Südpol konzipiert. Nun fahren wir mit einem Konzept auf, dass um einiges ansprechender und realistischer ist: Murabien endet nun bereits auf ca. 60° nördlicher Breite. Durch das Update ergibt sich somit ein tektonisch-geologisch realistischeres Modell des Planeten.

WK_1707
Neue Weltkarte, mit der neuen Form von Murabien

Ohnehin war der murabische Kontinent bisher vom Team der IAVNU kaum erschlossen gewesen, spielen sich die Meisten politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Elemente Ultos doch eher auf den übrigen Kontinenten ab. Mit der Etablierung von Staaten wie der Unionsrepublik Ancalim-Feanaro und Espinien sowie den Siedlungsprojekten Framtia und Nytorunia durch die FRNX soll Murabien eine völlig neue Gewichtung erhalten. Hierzu präsentieren wir nun auch stolz die Ausarbeitungen zur auf Murabien verbreiteten Sprache Whymant.

NN32-titelseite
Titelseite der 32. Ausgabe des NN

Die 32. Ausgabe des Norsbrôker Nystablåden erschien bereits zu Anfang des Monats Juli und kann hier gelesen werden, falls noch nicht geschehen. Thema waren neben der diplomatischen Auseinandersetzung zwischen FRNX und DVD im Falle des wegen Voodoos angeklagten 131-jährigen Dèter Dèmon Valhar ein Terroranschlag in einem Skigebiet im Reich von Tegrim sowie die Beitrittsverhandlungen zwischen der Ehrbaren Bangabandhischen Republik und der IADN.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen des NN, beim erkunden der neuen Staaten und beim ausprobieren unseres neuen Umrechners!