Der Bauernteller – cultura #3

Seit November 2519 gibt es im Pahragrauer Nationalblatt die Rubrik „cultura“. In der dritten Folge wird geklärt, was der Bauernteller ist.

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Verfasst von cultura Redaktion


Unser ausländischer Tourist ist gerade in Überhausen unterwegs. Überhausen ist eine Stadt im Norden Pahragraus. Übrigens findet in der Stadt 2521 die Nationalausstellung in Pahragrau statt. Unser Tourist steht nun vor dem Gestüt Normande. Als die Stadt gegründet wurde, gab es viele solcher Gestüte. Im Zentrum gab es sogar ein Hauptgestüt, wo Feste, Bürgerversammlungen und anonitische Veranstaltungen stattfanden. Übrigens war die Stadt bis 2252 svalisch. Ein Pferdegeruch steigt unserem Touristen in die Nase. Ja, das Gestüt Normade ist noch in Betrieb. Nicht nur für Behinderte bietet es gerechte Therapien an, sondern auch für Kinder und Erwachsene.

Aber unser Tourist hat Hunger. Von Pferdenäpfel kann er sich nicht ernähren. Gut, dass gerade ein Bus vorbei kommt. Dieser fährt gleich ins Zentrum der Stadt. Er fährt an der 2511 errichteten Stadthalle vorbei. Der Bus hält am Hauptmarkt. Ein großer Markt. Hier kann man sich leicht verirren… Unser Tourist schaut sich um. Er schlendert durch den Markt. Hier gibt es alles! Klamotten, Lebensmittel,… ah! Ein stand mit leckeren pahragrauschen Gerichten. Er schaut auf das Schild mit den Lebensmitteln.

Neben Fisch- und Gemüsegerichten gibt es hier den Überhausener Bauernteller. Überhausener Bauernteller?! Was ist denn das? Dieses Gericht ist nur regional bekannt. Unser Tourist kratzt sich an der Stirn. Er hat das noch nie gegessen. Mit Mut bestellt er eine Portion. Die freundliche Verkäuferin bereitet es ihm zu. Nach dem Bezahlen, ja, an Marktständen muss man in Pahragrau gleich bezahlen, geht er zum nächsten Tisch. Mal schauen, was da drauf ist. Ein Spiegelei, zwei Stücke Brot, Bohnen und Nudeln. Und leckere Soße. Manchmal sind sogar Käfer und Pflanzen drin. Diese sind weit verbreitet in der pahragrauschen Küche. Aber nein, bei ihm sind keine drin. Nach dem ersten Bissen… schmeckt eigentlich ganz gut! Das Spiegelei ist lecker, das Brot saftig, die Bohnen schmackhaft und die Nudel mit Soße eine super Kombination! Unser Tourist schmunzelt: „Das wäre doch was für Zuhause!“

In Kürze


Der Überhausener Bauernteller ist ein regionales Gericht aus mind. einem Spiegelei, mind. einem Brotaufschnitt mit Bohnen. Auch wird es oft mit Eiernudeln, Käfern und Pflanzen gegessen.

Wer ist Mutter Pahragrau? – cultura #2

Seit November 2519 gibt es im Pahragrauer Nationalblatt die Rubrik „cultura“. In der zweiten Folge wird geklärt, wer „Mutter Pahragrau“ ist.

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Verfasst von cultura Redaktion


An wen müssen Sie denken, wenn Sie „Mutter Pahragrau“ hören? An den Staat Pahragrau selbst? An die Frau des Königs, Anastasia? An Anna Erbstein, der Chefministerin? Oder sogar an Hilde Wint, die seit der Revolution bis zur Jahrhundertwende Ministerin war und auch das Amt der zweiten Chefministerin inne hatte?

Wir können Ihnen sagen, dass dies leider alles falsch ist. Aber wer ist nun diese Person? Kurz gesagt: es ist eine Nationalallegorie. Eine weibliche. Viele Pahragrauer meinen, ihren Ursprung hätte sie seit der Pahragrauer Revolution. Aber halt! Ihren Ursprung hatte sie schon viel früher. Spulen wir also zurück. Bis ins Jahr 1683. Ja, Sie haben richtig gehört. 1683. Zu der Zeit lebte ein großer Mann auf Ultos. Exeidios Destinitos. Sie kennen ihn bestimmt. 1683 träumte er von einem pahragrauschen Staat. Dies verfasste der Paramurer auch im gleichem Jahr in seinem gleichnamigen Werk. Auch die „Mutter der Pahragrauer“ bzw. „Mutter Pahragrau“ trat hier in Erscheinung. Dass sein Traum erst 400 Jahre nach seinem Tod verwirklicht wird, hat er wohl nicht gewusst. Denn 400 Jahre nach seinem Tod reiste der Fischer David, der erste König des Volkes Pahragrau, von Paramur nach Espinien, wanderte mit seinem neuen Volk Pahragrau zum nördlichen Teil Murabiens und reiste mit dem Schiff ins heutige Pahragrau. Bei Pahragrau angekommen gab es einen Kampf mit den Rythaniern. Schon da glaubte man an Mutter Pahragrau und siegte. Auch bei der demokratischen Revolution 2470 war die Allegorie ein Symbol des Volkes. Und beim Bürgerkrieg 2519 und bem Dunkelesienkrieg 2519 ebenfalls. Mutter Pahragrau ist also eine Figur des Volkes, der Liebe und Fürsorge und der Demokratie. Aber Moment! Mutter Pahragrau ist kein Gott, wie manche behaupten! Es ist einfach eine Figur.

In Kürze


Mutter Pahragrau ist geschaffen worden durch Exeidios und ist eine Nationalallegorie. Sie führte das pahragrausche Volk durch Kriege.

 

Was ist die Patenschaft des Königs? – cultura #1

Seit November 2519 gibt es im Pahragrauer Nationalblatt die Rubrik „cultura“. In der ersten Folge wird geklärt, was die Patenschaft des Königs ist.

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Verfasst von cultura Redaktion


Was könnte man sich unter der „Patenschaft des Königs“ vorstellen? In Pahragrau wird jedes Neugeborene automatisch Patenkind des Königs. Dies gibt es seit 2470, also seit der demokratischen Revolution und seit des Amtsantritt von Valentin des II. Wenn jetzt ein Kind seine Eltern nicht mehr hat, etwa, weil sie im Krieg verstorben sind, wird das Kind automatisch Kind des Staates. Es ist dann Patenkind des Königs. Das Recht haben alle Kinder. Etwa wenn die Eltern verstorben, ermodert und gefallen sind etc. oder wenn die Eltern sich nicht mehr um das Kind kümmern können. Oder ein Findelkind, dessen Eltern nicht bekannt sind. Dann kommen die Kinder in Kinderheime. Der König ist der Leiter aller Kinderheime in Pahragrau. Oft besucht der König die Kinderheime, die in Pahragrau übrigens „Häuser der königlichen Kinder“ heißen. Er liest den Kinder Geschichten vor, isst mit ihnen, spielt mit ihnen, lernt mit ihnen,… aber auch das Personal der Kinderheime kümmert sich mit Liebe um die Kinder des Staates. Selbst im Reisepass und im Personalausweis steht: „Königliches Patenkind“. Pahragrausche Waisenkinder, die im Ausland leben, genießen in ausländischen Kinderheimen ebenfalls die Patenschaft des Königs. Ein pahragrausches Waisenkind, dass im Ausland lebt, hat z.B. das Recht, in ein pahragrausches Kinderheim zu kommen. Es würde dann von einem Minijet abgeholt werden. Auch bei einer Adoption bleibt das Kind auf Wunsch des Kindes (die Entscheidung trifft das Kind, nicht die Adoptionseltern!) Patenkind des Königs.

In Kürze


Die Patenschaft des Königs tritt in Kraft, wenn ein pahragrausches Kind seine Eltern verliert, die Eltern sich nicht um das Kind kümmern können oder das Kind ein Findelkind ist, dessen Eltern nicht bekannt sind. Es würde dann in ein Kinderheim untergebracht werden. Der König besucht oftmals die Kinder in Kinderheimen.

Pauls Reisetagebuch #1

Der jüngere Bruder von Anna Erbstein, Paul Mekklr, ist internationaler Reisender und Journalist beim Pahragrauer Nationalblatt. Sein neue Rubrik geht über seine Reisen.

Pauls ReisetagebuchVerfasst von Paul Mekklr


Ich packte meine Koffer für den Flug nach Ancalim-Feanaro, einem beliebten Urlaubsland der Pahragrauer. Das Land bietet sogar für Schneefreunde etwas. Schnee ist relativ unbekannt für uns Pahragrauer. Bei uns ist es die ganze Zeit warm, dass ist keine gute Vorraussetzung, dass es Schnee in Pahragrau gibt. Beliebte Wintersportarten bleiben so unserem Volk fern. Ich wohne in Littra. Die Hauptstadt ist bekannt für ihre Blumen und Binnenhäfen, nicht umsonst fand hier die Nationalausstellung in Pahragrau statt, die auch internationales Interesse nach Littra lockte. Jedenfalls fuhr ich mit meinem Erto, eine Automarke die jeder in Pahragrau kennt, zu einem der vier Flughäfen Littras, genauer gesagt in das von Wasserstadt. Ich weiß noch, wie ich mich beeilen musste. Ich war spät dran. Schnell rannte ich zu dem Sicherheitscheck. Seit dem Dunkelesienkrieg sind die Kontrollen verschärft worden. Aber ich hatte grünes Licht und konnte zu Terminal 4 gehen. Ich flog mit Pahra, einer internationalen Flugarline. Ich hatte einen weiten Weg vor mir. Von Astolien nach Murabien war es weit. Es war ein langer Nachtflug. Ich war müde und wollte schlafen. Dies tat ich auch die meiste Zeit. Bis ich aufwachte, sah ich aus dem Flugzeugfenster eine mir unbekannte Landmasse. Ancalim-Feanaro war riesig. Ungefähr passt in den murabischen Staat drei mal Pahragrau hinein. Auch die Einwohnerzahl ist zweieinhalb mal größer. Am Erigon Airport wurde ich mit einem leckeren Aperitif begrüßt. Es muss irgendwas mit Vanille gewesen sein. Auf jeden Fall hat es genau meine Geschmacksknospen getroffen, die schon Freudentänze aufführten. Ich hatte die große Ehre, dass mich Maras Belalen vom Flughafen abholte. Er war ein wichtiger Mann im Staat. Schließlich ist er Generalsekretär von Mahtan Cada VI. Also Generalsekretär von einem weltbekannten Mann. Der Generalsekretär begleitete mich ins Mahtanat. Ich hatte Hunger und es gab ein kleines Imbiß. Es gab etwas, was in Pahragrau völlig unbekannt war. Gold-Pekaka. Mir schmeckte es sehr. Und danach hatte ich auch noch ein großes Treffen mit Cada VI. Ein Mann des Aporismus. Einer Religion, die eine kleine Minderheit in Pahragrau ist. In Pahragrau herrscht der Anonitismus, der weltweit den Status „Sekte“ hat, in Pahragrau jedoch eine Heimatreligion ist. Er begleitete mich durch das Mahtanat. Sogar die aporistischen Krummjuwelen blieben mir nicht vorenthalten. Danach brachte man mich ins nahegelegene Hotel. Es war ein riesengroßes Zimmer. Ich musste dann gleich meiner Schwester Anna schreiben, die ein wenig Stolz auf mich, ihren kleinen Bruder war. Ich ruhte mich ein wenig aus, da am Nachmittag schon ein Rundflug auf dem Plan stand.

Beim Flugzeug angekommen, starteten wir bald. Ich hatte einen super Ausblick auf die Umgebung. Es war ein einzigartiges Erlebnis, dass ich in Bilder festgehalten habe und nun in unserem Familienalbum Platz gefunden hat.

Am nächsten Morgen freute ich mich schon. Ein Freizeitpark war auf dem Programm.

Man erklärte mir: „Die Nebelinsel (pahrisch: Isla Neblar) ist eine Insel etwa 190 km von der Ostküste Amraniens entfernt. Der Name bezieht sich auf die Nebelwälder im Inneren der Insel. Auf der Insel gibt es einen Erlebnispark, in dem als Hauptattraktion aus prähistorischer DNS geklonte Tiere und Pflanzen einem breiten Publikum öffentlich gemacht werden. Die Insel hat die Form einer umgedrehten Nase. Die Westküste ist sehr rau und bergig. Grüne Klippen und Wasserfälle, die in tiefe, enge Täler stürzen. Von diesen Bergen aus fließen mehrere Flüsse in den östlich gelegenen Erlebnispark. er nördliche Teil der Insel ist ebenfalls ziemlich bergig, dazu auch teilweise vulkanisch. Einer der beeindruckendsten Berge ist der Mount Apor. Der Berg hat die Form eines Kelches und soll der Überlieferung zufolge von Apor selbst errichtet worden sein.“

Es war ein tolles Erlebnis an diesem Tag. Jedoch musste ich am nächsten Tag abreisen. Es war ein toller Kurztrip. Aber mein Ehemann erwartete mich schon zuhause.

Celerim startet; „Fest des Fluges“ geht zu Ende

Nach drei Tagen fand das „Fest des Fluges“ heute seinen feierlichen Abschluss in Luuv. Viele Internationale Politiker und Wirtschaftsvertreter waren unter anderem beim ersten Flug eines Celerim Flugzeuges dabei.

Unter Applaus landeten am Freitagmorgen die ersten beiden Celerim C111-HY und Celerim C111-K auf dem Flughafen Luuv-Trepportti, welcher extra für die Feierlichkeiten teilweise gesperrt wurde. Anschließend verkündete Mika Lerk in seiner Rede auf dem Rollfeld dass Celerim nun mit der Produktion beginnen würde und erste Flugzeuge, aufgrund der „herausragenden, großartigen Infrastruktur“ bereits in 16-18 Wochen ausgeliefert werden könnten. Lerk nannte dabei bereits genauere Zahlen zum aktuellen Produktionsumfang Celerims. Demnach seien bereits mehr als 200 Bestellungen der beiden C111-Ausführungen eingegangen. Preislich lägen beide bei einem Orientierungswert von 32,5 Millionen Akron pro Stück.

Am zweiten Tag der großen Festlichkeiten sorgte Lerk nach der Einweihung des fertiggestellten Firmenhauptsitzes mit Produktionshallen für eine Überraschung. Er stellte bereits einen zweiten Flugzeugtyp vor, den C100, welcher eine kleinere Ausführung des C111 sein soll und ebenfalls sofort produziert werden kann. Theoretisch sei dieser ebenfalls in der Kerosin und Wasserstoffvariante verfügbar, dies werde aber individuell mit den Auftraggebern verhandelt. Der C100 bietet Platz für bis zu 100 Personen, während im C111 in der HY-Version bis zu 190 Menschen Platz finden, wobei die Bestuhlung individuell von den Airlines bestimmt wird. „Wir sind bei den Ansprüchen unserer Kunden höchstflexibel.“, so Heinrick Testoholl, der lussische Technikleiter des Unternehmens.

Am letzten Tag der großen Eröffnungsfeier hatten Interessierte und Flugbegeisterte bereits die Möglichkeit einen Blick in den C111 und den C100 zu werfen. Mitarbeiter von Celerim erklärten Neuheiten, Antriebstechniken und Aufbau des Flugzeuges.

Für Piloten aller Fluggesellschaften, welche Celerim-Flugzeuge erwerben gibt es ein dreitägiges Weiterbildungsseminar in Homm, inklusive eines Flugsimulators. Dieser ist ab dem 17.11.2519 verfügbar, von dort an kann den Piloten die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem neuen Flugzeug vertraut zu machen.

Pargon Moonra neuer BAMBU-Generalsekretär – Jeff Pottjakker kommt Rauswurf durch Rücktritt zuvor

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Finrod/Bamberg, 12. Sobin 2519 (30.10. GZR) Nach anfänglichem Zögern hat BAMBU-Generalsekretär Jeff Pottjakker am letzten Sonien (Samstag GZR) sein Amt niedergelegt. Pottjakker, ein ismusistischer Hardliner und Anhänger von Thëben Machar, hatte von Anfang an ein gespanntes Verhältnis zu Regulator Adam Aarherz und sah sich außerstande, sich zur amtierenden Regierung zu bekennen. Er kam damit seiner Abberufung zuvor.

Aarherz wertet Wahl Moonras als unfreundlichen Akt

pargon_moonraGemäß BAMBU-Charta wählte die „BAMBU-Generalkommission“ dann am Mosean (Sonntag GZR) Pargon Moonra (UAF) zum kommissarischen Generalsekretär. Mit der Wahl Moonras, der offenbar ebenfalls eher zu Machar tendiert, kam es dann auch folgerichtig zum Eklat zwischen Aarherz und Begam Nodecano Furyatan. Während Aarherz die Wahl Moonras als unfreundlichen Akt wertete, verwies Furyatan auf die BAMBU-Charta, der zufolge die  „BAMBU-Generalkommission“ frei in ihren Entscheidungen sei und alles zu unternehmen habe, damit die dem BAMBU unterstellten Zivilisten und Wissenschaftler nicht zum Spielball interner davischer Parteien werden. Der Begam wies auch nochmals explizit darauf hin, dass diese Regelung bei der Gründung des BAMBU auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Regulators Herman von Lauenstein in die Charta des Bamberger Bundes aufgenommen worden sei und damit doch wohl im davischen Interesse läge.

Crashkurs in Medienethik

Das Norsbroker Nystabladen berichtete gestern von einem angeblichen Telefonat zwischen Furyatan und Pottjakker, in dem der Begam dem Generalsekretär den Rückzug nahegelegt habe, da Moonra nicht kompromittiert sei, aber dennoch den Putschisten wohlwollend gegenüber stünde. Sowohl Furyatan als auch Pottjakker bestätigten das Telefonat, wiesen den vom NN propagierten Inhalt aber zurück. Der ancalische Regierungssprecher Ulf von Bollerborn-Esch verurteilte die NN-Berichterstattung aufs Schärfste und legte HK Media einen Crashkurs in Medienethik nahe.

Liu Swist, Feanaro Times

Staatsstreich in der DVD – Jeff Pottjakker beruft BAMBU-Kommission ein

https://ultos.files.wordpress.com/2019/03/ft-200.jpgFinrod/Bamberg, 7. Sobin 2519 (25.10. GZR) BAMBU-Generalsekretär Jeff Pottjakker hat heute auf Grund der Ereignisse in der DVD die BAMBU-Kommission einberufen. Laut Charta des Bamberger Bundes erfolgte dies in Absprache mit dem amtierenden Regulator Adam Aarherz, der die aus BAMBU-Sicht legitime Regierung der DVD führt.

Sämtliche dem BAMBU unterstellten Zivilisten und Wissenschaftler stehen somit zunächst unter „BAMBU-Generalkommission“. Das bedeutet im Klartext, dass diese Personengruppen mit sofortiger Wirkung nicht zum Spielball interner davischer Parteien werden können, sondern einer eigens für diese Zwecke gebildeten BAMBU-Kommission unterstellt sind.

Diese BAMBU-Kommission besteht aus dem Generalsekretär, dem Oberbefehlshaber, sowie den BAMBU-Kommissaren der jeweiligen Bündnispartner.

Dem Vernehmen nach ist der zuständige UAF-Kommissar, Pargon Moonra auf dem Weg nach Bamberg. Die Kommissare der anderen Bündnispartner werden ebenfalls zeitnah erwartet.

UAF gibt Reisewarnung heraus

Das Aussenministerium der UAF hat derweil eine Reisewarnung für den gesamten davischen Kontinent herausgegeben. Kon-Anion Jawe Dacalimom rief alle ancalischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zu erhöhter Vorsicht auf. Der davische Botschafter in Finrod wurde einbestellt.

Wie aus dem Kristallpalast in Finrod verlautet, hat Begam Nodecano Furyatan Vize-Begam Maroth Wylmona und Tur-Anion Siblung Cuneldur in die DVD entsandt. Ziel ist die direkte Kontaktaufnahme mit Adam Aarherz als auch Thëben Machar.

Raumsperber in Davien unter JASCO-Kontrolle

Auf Weisung des UAF-Sicherheitsrates hat JASCO sämtliche in der DVD stationierten Raumsperber unter Kontrolle genommen; Missbrauch ist somit ausgeschlossen.

In einer ultosweit ausgestrahlten Rede hat Begam Nodecano Furyatan die davische Bevölkerung zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen, bis die Lage geklärt ist. Auch Mahtan Cada VI. äusserte seine Besorgnis über den Putsch.

Liu Swist, Feanaro Times

 

 

Staatsstreich in der DVD

Bäsch, Am gestrigen Abend erklärte Adam Aarherz die Geschichte des Ismusismus in der DVD mit sofortiger Wirkung für beendet. Der Ismusismus, so Aarherz, sei ein Relikt der Ära Goll und Lauenstein; ein ideologischer Ballast, von dem sich zu trennen nun die Zeit gekommen sei. Dahinter steht das Scheitern seiner Kampagne „Demokratie mit sauberen Füßen“, die offiziell Juristen und Beamte, die der Diktatur gedient hatten, suspendieren sollten; tatsächlich aber Gefolgsleuten von Aarherz zu entscheidenden Posten im Regulatorenpalast verhelfen sollte. Ein Kurswechsel der staatlichen Ideologie durch die Regierung Aarherz war zwar seit geraumer Zeit erwartet wurden, der vollkommene Bruch mit einer der Grundfesten des davischen Staates kam jedoch zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Zum Zeichen der Wende präsentierte Aarherz eine neue Flagge, entworfen von einem lussischen Künstler, welche ab sofort die DVD repräsentieren soll. Sofort verbreiteten sich Gerüchte, es handele sich um Zugeständnisse an die FRNX, die mangelnde Bereitschaft zur Veränderung seitens der DVD im Zuge des Aussöhnungsprozesses wiederholt kritisiert hatte. Befeuert wurden die Gerüchte auch durch die Erklärung, man wolle zukünftig auf eine Marktwirtschaft nach bangabandhischem Vorbild hinarbeiten.

Thëben Machar, Statthalter der Provinz Centrum, seit jeher Aarherz‘ erbitterter Widersacher, ließ nicht mit einer Reaktion auf sich warten. Der Ismusismus sei ein Kernelement des Diktatistans; wer mit ihm breche, breche auch mit dem Staat, argumentiert Machar. Demnach sei Aarherz kein legitimer Herrscher mehr – Machar ließ sich folgerichtig zum Interimsregulator ausrufen. Die Streitkräfte der Provinz Centrum seien von nun an das legitime Heer der DVD, Alpaterowo die Hauptstadt. Machars Vorstoß war von langer Hand geplant und alle Eventualitäten sorgfältig kalkuliert worden. Das Centrum blieb ruhig, niemand begehrte auf. Der Statthalter der Südprovinz erklärte umgehend seine Loyalität mit Machar, viele Militärs auch aus den alten Kadern in Bäsch liefen über. Auch geistliche Führer überall in Davien bekundeten ihre Solidarität.

Zunächst befürchtete man, dass die Putschisten ihre Macht auf ganz Davien ausweiten könnten, zumal sie ein hohes Ansehen im davischen Inland genießen. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die großen Zentren; Bäsch, Pano und Nowo Metalsk stehen vorwiegend hinter Aarherz, denn hier sitzen einflussreiche Großunternehmer, die von der Aarherz’schen Wirtschaftspolitik profitieren. Auch die Gebiete am Ostufer des Laewhar widersetzten sich dem Putsch und schlugen sich auf Aarherz‘ Seite. Insofern stehen sich zwei Machtblöcke, die beide die legitime Führung über die DVD beanspruchen, etwa ebenbürtig gegenüber. So ließen auch Appelle ans Ausland nicht lang auf sich warten: Aarherz beschwor sowohl seine Verbündeten im BAMBU als auch seine neuen Partner FRNX und Sival, militärisch mit ihm gegen den Putsch vorzugehen. Machar seinerseits wandte sich auch an den BAMBU, daneben aber auch an die lose Koalition der geopolitisch und militärstrategisch kooperierenden Staaten Nordakronor, Allmeeren und Tegrim. Dabei sprach er von ihrer Pflicht, als Wächter der Demokratie die von Aarherz für spätestens 2518 angesetzte und bis heute nicht umgesetzte Regulatorenwahl zu erzwingen.

Bemerkenswert ist, dass dieser revolutionäre Umbruch bisher keine Menschenleben gekostet hat, bei Schusswechseln am Laewhar kam es zu wenigen Verletzten. Seit den Nachmittagsstunden wurde das Feuer eingestellt, die Zukunft des davischen Kontinentes hängt am seidenen Faden. In den Wohnungen, Kasernen und Kabinetten herrscht angespanntes Warten auf das weitere Schicksal der DVD.

Waldemar Petersen & Marek Schymmler

Man hätte es wissen können – Altaan und das Wasser

Kommentar von Tell Klotsch

Wasser. Wenn es etwas gibt, was wir Altaaner hassen, dann ist es Wasser. Besonders jetzt im Frühling, indem das Schmelzwasser der vaalschen Hochebene und anderen Gebirgen in Massen in den altaanischen See strömt und diesen um zeitweise dutzende Piets ansteigen lässt.

Altaan liegt direkt an diesem See. Daher auch der Name. Und genau dort beginnt das Problem.

In den 2440ern, als die dianische Zentralrepublik in allen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen wuchs, setzte sich die „altunische Bauweise“ (vom Gertanesischen altun = tief) durch. Alles, was in den Boden verlegt werden konnte, um Platz zu sparen, wurde vergraben. Bahnhöfe, Straßen, Einkaufszentren, öffentliche Verkehrsmittel und viel mehr.
Diese Mentalität der Städteentwicklung ist keinesfalls dumm. Städte wie Luuv, Seali oder Daht sind auch heute besonders bei der Infrastruktur immer noch sehr effizent, mit ganzen Tunnelsystemen aus Schienen, Straßen, U-Bahnen und Bahnhöfen. Der Verkehr stört die Stadtentwicklung an der Oberfläche nicht, benötigt keinen Platz und kann unabhängig von äußeren Einflüssen im Untergrund abgewickelt werden. Die altunische Bauweise trägt maßgeblich dazu bei, dass Immobilienpreise in Städten gleichbleibend sind, weil es keinen flächendeckenden Platzmangel gibt. Nur wegen der altunischen Bauweise ist die Innenstadt und die Altstadt Dahts und Seali komplett autofrei. In Altaan funktioniert dieses System allerdings nicht.

Altaan liegt direkt am altaanischen See und am Ausfluss der Sait, wird von dieser in zwei Teile getrennt. Die Sait entspringt im Drahuss-Mittelgebirge. Dort gibt es zwar nur im seltesten Falle Schnee, allerdings tritt das Drahuss immer wieder als „Wetterstopper“ in Erscheinung. Die ausergewöhnliche Thermik der verhältnismäßig flachen Berge hält immer wieder Tiefdruckgebiete aus dem Golf von Homm auf. Die Westküste ist die regenreichste Region Dianiens – und im Norden kann sich dieser Regen perfekt entladen, weil er vom Drahuss aufgehalten wird und nicht weiterziehen kann.

Ein nicht zu vernachläßigender Teil dieser Regenmassen wird, insbesondere im Spätwinter und Frühling, über die Sait durch Altaan in den altaanischen See geleitet. Dies führt unweigerlich dazu, dass die Sait mitsamt dem See immer wieder abnormal hohe Pegelstände erreicht – und Altaan überschwemmt.

Altaan trifft Unmengen an Sicherheitsvorkehrungen. Schleusen, Hochwasserhilfen, Ausgleichsbecken. All dies bringt aber nur bei einem Fluss etwas, nicht aber bei einem der größten Seen Akronors.
Und so ist Altaan die am häufigsten überschmemmte Stadt Akronors. Mit jährlichen Schäden im Milliardenbereich.

Zurück zur altunischen Bauweise. Im Überschwemmungsfall ist der unterirdische Hauptbahnhof, das wichtigste Verkehrsmittel Dianiens, unbenutzbar. Die U-Bahn fällt in weiten Teilen aus, Straßentunnel, insbesondere wichtige Transferstraßen zwischen dem Hafen und den Anschlüssen außerhalb der Stadt laufen voll. Die altaanische Infrastrukur kommt manchmal wochenlang zum Erliegen.
Aber auch dann muss es weitergehen. Tausende von Autos rollen täglich durch enge Wohnviertel, weil sie die unterirdischen Tunnel nicht nutzen können. Die U-Bahn fährt nicht, Millionen von Menschen in und um Altaan müssen mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Schule oder zur Arbeit, beides ist dann hoffnungslos überlastet. Für den 24.10. ist ein Streiktag angekündigt, an dem nicht nur die Bezirksregierung merken soll, wie es aussieht, wenn die Stadt stillsteht. Das Problem liegt allerdings erneut an einem anderen Punkt: Die Bezirksregierung würde wahrscheinlich handeln – wenn sie denn könnte.

„Was im Boden ist, kommt da nicht so einfach wieder raus, ohne das oben etwas weg müsste.“ Die Worte von Jason Mais, Oberstadtmeister Altaan bei einem Bürgerdialog im September. Es ist schlicht kein Platz, beispielsweise den Bahnhof überirdisch neu zu bauen. Das Teilwirtschaftsministerium Ricii schätzt die Kosten eines Bauvorhabens, bei dem man die essenziellste Infrastruktur an der Oberfläche neubaut auf bis zu 400 Milliarden Akron. Das entspricht 26,8% des Bruttoinlandsprodukt der dianischen Zentralrepublik. Unbezahlbar. Aber man ist trotzdem nicht untätig.

Seit 2515 wurden 370 Myle (~127 Kilometer) neue Straßen in und um Altaan gebaut, um die Innenstadt bei U-Überschwemmungen, wie die Überschwemmungen der Infrastruktur im Boden genannt werden, zu entlasten. Das Bussystem wurde erweitert, bei U-Überschwemmungen werden bis zu 250 Busse mehr eingesetzt, da die U-Bahn ausfällt. Die Bezirksregierung gab zwischen 2515 und 2518 19 Milliarden Akron zur Erweiterung der Infrastruktur an der Oberfläche aus. Viel mehr geht nicht, trotzdem reicht das alles nicht. Die Situation hat sich kaum gebessert, durch den raschen Bevölkerungsanstieg in Altaan haben die Maßnahmen kaum Wirkung.

Man konnte es nicht ahnen. Oder doch? Der kürzlich verstobene dianische Stararchitekt Merk Loskos warnte bereits in seiner Doktorarbeit 2458 davor, den altaanischen Bahnhof komplett unter die Stadt zu legen. Die bereits damals bekannten Überschwemmungen würden den Bahnhof überschwemmen. Dies wurde damals von der Politik zurückgewiesen, die Entwässerungssysteme würden diesem Problem Einhalt gebieten. Diese erklärt jedoch Dr. Klaav Testerl bereits 2456 in seiner Kolumne in einem Fachmagazin für komplett unwirksam. Er sollte Recht behalten, die Entwässerungssysteme können nicht mal als Tropfen auf den heißen Stein bezeichnet werden und werden deshalb nicht einmal mehr als Lösungsansatz diskutiert. Ein gesellschaftlicher Aufschrei über die Gefahr der Bauvorhaben blieb jedoch aus.

Altaan, die Stadt mit dem Seepferdchen auf dem Wappen hat seine Probleme mit dem Element des Lebens. Besserung ist nicht in Sicht.

Episode 4: Letztes Gebet

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der vierten Episode konfrontiert Jacques seinen Komplizen Mikael mit der Realität des Todes und seinen Taten.

Gustáph war ein einfacher Mann, mit geringen Ansprüchen an das Leben. Nach der Trennung von seiner Frau hatte er alles verloren, die Liebe seines Lebens, seine Frau und auch seine kleine Tochter Line sah er nur noch am Wochenende. Nachdem er sich von seiner Frau hatte scheiden lassen, verfiel er in einen schlimmen Gram, wurde zynisch und kehrte vielen seiner Freunde den Rücken. Allein den wenigen Freunde, die unbeirrt zu Gustáph hielten, ist es zu verdanken, dass er nach einem Jahr neue Freude im Leben finden konnte. Er fand wieder einen Weg zu sich selbst, lachte wieder und ging hin und wieder mit Frauen in seinem Alter aus. Die viel zu wenigen Stunden die er mit seiner Tochter hatte, genoss er in vollen Zügen. Tatsächlich begann er sich auch wieder ein bisschen mit seiner ehemaligen Frau zu verstehen. An manchen Tagen, wenn er ging um Line abzuholen stand sogar im Gespräch, vor dem Familiengericht im gegenseitigen Einvernehmen zu erwirken, dass er seine Tochter häufiger sehen darf, vielleicht sogar einen Urlaub unternehmen. Solche Tage waren für Gustáph die schönsten überhaupt, dann war er fast wie euphorisch, denn das lachen seiner kleinen Tocher lies schon immer alle Sorgen verblassen und der Gedanke daran, dass er sie häufiger sehen könnte, machte aus ihm einen fröhlichen Menschen.

Gustáph lebte in einer kleinen Wohnung in einem neueren Wohnblock nahe der Innenstadt. Nachdem er sich von der Trennung erholt hatte, räumte er die Wohnung komplett aus und richtete sie neu ein. Jetzt lebte er auf Möbeln aus geschliffenen Karpapaletten, den einfachsten die es gibt. In der Küche, die offen an den Wohnbereich angrenzte gab es immer genug Tee, von dem er über den Tag verteilt sehr viel Trank. Keinen Vanilletee, wie er hin und wieder auch frisch aufgebrüht getrunken wird, sondern reinen feanarischen Eichenblatt-Tee. Wahrscheinlich waren die Teekisten, die im Holzschrank unter dem Herd standen, das wertvollste was bei Gustáph in der Wohnung stand. Wenn er auch auf jeden Luxus verzichten konnte, diesen geschmackvollen Genuss konnte er nicht aufgeben. Gustáph hatte einen neuen Lebensrythmus entwickelt, er ging nicht zur Arbeit sondern lebte seinen minimalistischen Alltag von der Sozialhilfe. Hin und wieder hatte er darüber nachgedacht, Bergprediger zu werden und durch die murabische Wüste zu wandern, aber die Trennung von Line hätte er nicht überstanden. Deshalb musste er sich einen anderen Weg suchen, mit wenig Arbeit so viel Zeit wie möglich mit sich selbst verbringen zu können. Glücklicherweise sind die Behörden in Au-Dio sehr verständnisvoll und seitdem Gularsk die „Sozialhilfe zum Glück“ angeordnet hatte, konnte Gustáph auch vor dem Arbeitslosengericht erwirken, in einer neuen Wohnung zu leben, ohne zu arbeiten. Er war – ähnlich wie Jacques – ein guter Rhetoriker. Dabei sprach er nicht viel.

Gustaph verbrachte viel Zeit allein, all seine Freunde mussten arbeiten und hatten auch an den Nachmittagen und Abenden wenig Zeit. Es machte ihm jedoch nicht viel aus, einen großteil seiner Zeit allein zu verbringen. Stattdessen hat er sich daraus eine Art meditativen Lebensrythmus gestaltet. Jeden Morgen, wenn er aufstand schlenderte er im Schlafgewand in die Küche, schaltete das kleine Radio an und setzte einen Kübel Wasser auf die Herdplatte, danach ging er ins Badezimmer, meist nahm er morgens ein Bad – manchmal duschte er auch, wenn ihm danach war. Wenn er fertig war, trat er wieder aus dem Badezimmer heraus und lief in die Küche, in welcher das kochende Wasser auf ihn wartete. Das goss er in eine Teekanne und gab danach den Eichenblatttee hinzu. Meist vergaß er am Vorabend seine Überstumpfwinkeltasse zu spülen – die einzige die er besaß, doch das machte ihm nichts aus denn bis der Tee durchgezogen war, blieb ihm genug Zeit, alles vorzubereiten. Er aß nie viel zum Frühstück. Meist setzte er sich mit seinem Tee auf den Sessel direkt am Fenster und blickte hinaus auf die Straße, auf all die Leute die da liefen, ganz gleich wohin, ganz gleich welches Wetter. Die Straßen am Rand der Innenstadt haben an kaum einem Tag Ruhe vom Scharren der schweren Schuhe seiner Passanten. Keiner der Menschen, die dort so geschäftig auf den Straßen laufen, haben Gustáph je bemerkt, wie er da oben an seinem Fenster im Sessel saß, hinaussah und seinen Eichenblatt-Tee trank. Wie sollten sie auch, sie sind viel zu beschäftigt, ihren Weg zu gehen oder ihren Weg zu suchen. Selbst während der Festtage, an denen an allen Fenstern Fahnen hängen und lustige Dekorationen, hat keiner je den Versuch unternommen, an diesen Dekorationen vorbeizusehen. Manchmal fragte sich Gustáph ob nur hinter seinem Fenster jeden Morgen jemand sitzt und hinuntersieht, oder ob es irgendwo in der Stadt jemanden gibt, der ähnlich lebt wie er.

In solchen Gedankenspielen jedoch, holte ihn oft die Müdigkeit ein und er schloss seine Augen und begann noch einmal zu schlummern. Vielleicht stand genau immer dann die immer selbe Person auf der Straße vor seinem Haus und sah dort Gustáph schlafen, mit einer Tasse in der Hand und fragte sich, ob Gustáph ihn jemals bemerken würde – aber wie sollte er auch, er schlief ja immer.

Gustáph schlief auch, als Jacques und Mikael vor seiner Wohnung standen. Jacques kramte in seiner Tasche. „Was suchst du in deiner Tasche? Du wirst doch wohl keinen Schlüssel für diese Wohnung haben?“ Jacques grinste „Ne, nur ne Schneidkarte“ erklärte er knapp. „Schau mal das ist ziemlich cool, wie im Film“ Aus seiner Tasche zog er eine kleine, Metallkarte mit drei scharfen Enden hervor hervor und fuhr damit den Türschlitz entlang, bis er auf einen Widerstand stoß. Dann holte er ein wenig Schwung und wuchtete die Karte gegen den wiederstand, das Schloss gab nach wie Butter. Jacques öffnete die Tür ohne die Klinke zu drücken, das Schloss der Tür war sauber abgeschnitten. Mikael traute seinen Augen kaum, er wollte gerade anfangen zu fragen, da gestikulierte ihm Jacques, dass er lieber den Mund halten solle. Jacques begann zu flüstern „Gustáph ist den Berichten zu Folge ein sehr aufmerksamer Mann. Wenn er wach wäre, dann würde er uns bereits gemerkt haben, stünde vielleicht schon selbst an der Tür“ erklärte er. „Hier stehen alle Türen offen“ fuhr er fort. „Er ist also schon wach gewesen und pennt nun wahrscheinlich auf seinem Sessel.“ Mikael schwieg. Mal wieder erwischte er sich dabei, vollkommen begeistert von der leider genialen Präzision von Jacques zu sein.

Sie betraten das Wohnzimmer und tatsächlich saß Gustáph auf einem Sessel vor dem Fenster das zur Straße zeigte und schlief ruhig. Auf einem Abstelltisch neben ihm stand eine noch halbvolle Überstumpfwinkeltasse Tee. Jacques ging in langsamen Schritten auf Gustáph zu. Dann drehte er sich zu Mikael um und sah ihn herausfordernd an. „Heute darfst du mal.“ Sagte er un dhatte wieder dieses Grinsen auf dem Gesicht. Danach griff er wie selbstverständlich zur Überstumpfwinkeltasse und trank einen Schluck vom Tee. Mikael schwieg noch, als Jacques die Tasse absetzte. „Das erste mal ist immer das schwerste“ flüsterte Jacques. „Deshalb helfe ich dir“ Er zog aus seiner Tasche wieder die Schneidkarte hervor. „Hiermit kannst du ihn töten und er wird nichts davon merken.“ erklärte Jacuqes. Mikael wollte weder sprechen noch töten, nach einer kurzen Pause fuhr Jacques also fort. „Hör mal, Mikael. Früher oder später musst du es tun. Du kennst den Kerl doch nicht. Ein sauberer Schnitt und sein trauriges Leben ist vorbei. Ist doch super, oder?“
Mikael hatte gewusst, dass Jacques von ihm verlagen würde, einen Menschen zu töten. Auf seinem Weg zum Priester hat er sich vielen psychischen Belastungen aussetzen müssen, aber nie wurde von ihm verlangt etwas zu tun, was ihm so sehr missfiel wie ein Mord. Er war es gewohnt, Menschen zuzuhören wenn sie ihre schlimmsten Sünden begingen. Er war es auch gewohnt, Gewalt anzusehen und darüber zu richten – als Priester des Apor hat Mikael die Menschen sehr gut kennengelernt. Er predigte und erzählte so häufig von der Vergebung, die auf die Menschen wartete. Von der bedingungslosen Liebe, wie sie nur von Apor ausgehen und über jede Missetat der Menschen steht.

Nun jedoch, da er sich mit der Situation konfroniert sieht, die schwerste Sünde zu begehen, zu der ein Mensch fähig ist, kommen ihm das erste mal seit vielen Jahren die Zweifel darüber auf, ob Apor ihm vergeben würde. Er würde viel Beten müssen, um sich von der ultischen Last dieser schweren Sünde befreien zu können. Aber wird das reichen? In seinem Zweifel daran, ob die göttliche Erlösung über seine moralische Brandmarke hinwegtäuschen können möge, merkte er gar nicht, wie Jacques ihm die Karte langsam in die Hand gab und er danach griff.
Als er nach all diesen Gedanken wieder zu sich kam und erwachte wie in Trance, bemerkte er, dass es Jacques sich neben ihm bequem gemacht hat. Er saß auf einem Sessel gegenüber von Gustáph und schlürfte an seinem Tee, den Blick stets zu Mikael gewendet. „Nimm dir ruhig Zeit für die Entscheidung“ sagte Jacques ruhig. „Wenn du es hinter dir hast wird alles gut sein. Aber nur für den Fall, dass unser neuer Freund hier aufwachen sollte, musst du ihm sofort die Kehle durchschneiden, sonst muss ich ihn erschießen und das wär eine schöne Sauerei.“