Jacky – Episode 2: Totes Geschäft

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der zweiten Episode offenbart Jacques seinem Komplizen und Freund Mikael, mit welcher Professionalität er bei seinen Morden vorgeht.

Es war ein trüber Morgen, mit tief hängenden Wolken und hoch steigendem Nebel. Ein Morgen, an dem man die Sonne nicht aufgehen sieht, an dem selbst das Morgenrot im Grau des Himmels erstickt und kaum ein Vogel wagt, mit seinem Gesang dem Tag zu schmeicheln. Und genau dieser Morgen war es, an dem Mikael vom klingeln seines Telefons geweckt wurde. Mikael lebte allein in einer kleinen Wohnung am Rand der Innenstadt. Verheiratet war er nicht, auch wenn der Aporismus ihn an keine Keuchheit band, konnte Mikael bisher nie an die Liebe zwischen zwei Menschen glauben. „Apor ist Liebe“ spottete Jacques oft, wenn sie doch mal bei einem Bier oder Vanilletee über Frauen sprachen. Aber jede Erinnerung, die Mikael an die Zeit mit Jacques hatte schien ihm nun in einem völlig anderen Zeichen zu stehen. Was war das nur für ein Mann?

An den Umstand allein zu leben war Mikael längst gewöhnt. Immerhin verdiente er als Priester genügend Geld, um sich gut einzurichten. Und dadurch, dass er keine Frau hatte, war er auch nahezu rund um die Uhr erreichbar. Dass nun Morgens das Telefon klingelte, änderte also nichts an der Laune von Mikael, er griff zum Hörer. „Hier ist Mikael, guten Morgen“ sagte er mit verschlafener, sanfter Stimme. „Mikael komm rüber!“ rief da Jacques, offenbar schon hellwach. „Wir haben was zu erledigen!“ Noch ehe Mikael etwas erwidern konnte, legte Jacques schon auf. Mikael sah sich müde in seinem Schlafzimmer um. Blick auf die Uhr, es war gerade mal 3 Morgens. Mikael ging ins Badezimmer, wusch sich das Gesicht, zog sich seine frisch gebügelten grauen Hosen an, dazu sein weißes Hemd, sein Sakko, die schwarzen Schuhe. Dann verließ er das Haus und machte sich auf den Weg zu Jacques.

Die historische Innenstadt von Au-Dio schlief noch, als wäre es an diesem Morgen noch nicht heller geworden. Hier und da bewegten sich die ersten Autos durch die schmalen Straßen. Auf dem Marktplatz hatten die Geschäfte noch geschlossen. In einigen Bäckereien brannte schon Licht, die Frühschicht würde bald beginnen. Einzig und allein Joujous Bar an der Strandpromenade hatte schon offen. Joujou, der fröhliche alte Herr, pfiff, während er vor seinem Laden mit einem Besen die Straße fegte. Als er Mikael auf der anderen Straßenseite sah, winkte er ihm zu. „He, Mikael!“ rief er fröhlich „Schönen guten Morgen, wo geht’s hin so früh am Tag?“ Mikael sah auf „Zu Jacques, er hat mich angerufen.“ – „Na da musst du nicht mehr weit laufen, komm nur rüber Jacques ist schon bei mir und trinkt seinen Eichenkaffee. Soll ich dir auch einen aufsetzen?“ Mikael lief über die Straße und schielte in die Bar. Tatsächlich, so früh am Morgen und trotzdem fanden sich schon die ersten Gäste, darunter auch Jacques der sehr vertieft in der Tagesausgabe des Norsbrôker Nystabladen las. „Na, ein Glück dass du mir Bescheid gegeben hast, mein alter Freund Joujou. Bitte, setz mir auch einen Kaffee auf, ich setze mich zu Jacques nieder.“ In dem Moment sah Jacques auf und begrüßte seinen Freund. „Mikael, da bist du ja!“ strahlte er. „Wieviel Zeit hast du dir denn gelassen? Seit meinem Anruf sind ja bald zwei Stunden vergangen. Setz dich. Ich lade dich ein.“ Joujou mischte sich vom Tresen aus ein. „Jacques, na wenn du einlädtst dann mach ich deinem Freund hier Kronkorkenstaub auf den Kaffee!“ lachte er. „Lass nur Joujou, du willst mich ja doch nur arm machen!“ rief da Jacques, dann wandte er sich wieder zu Mikael. „Weißt du, warum ich dich angerufen habe?“ fragte Jacques ernst. Mikael deutete eine Überlegung an, dann sagte er „Ich denke es wird etwas geschäftliches sein.“ Jacques lachte wieder „Du hasts verstanden, Mikael! Du verstehst mich immer“ dann rief er Joujou zu, der den Kaffee brachte „Joujou, hast du das gehört? Der Mikael, der hats verstanden. Solchen Leuten gebe ich doch gern den Kaffee aus!“ – „Nur die Kronkorken nicht“ lachte da Joujou. Jacques scherzte weiter „Ach sei still, Joujou. Mein Freund hier mag sowieso keinen Kronkorkenstaub. Er sagt immer dass er von Goldpekaka Blähungen kriegt und all das führt er auf den Kronkorkenstaub zurück“ Jacques nickte verständnisvoll, konnte sich dann das Grinsen aber nicht verkneifen. „Ach, manch seltsamer Kautz bringt auch nur Sonderlinge ins Haus“ schmunzelte er und ging ab.

Mikael nippte von seinem Kaffee und sah Jacques an. Er hatte seine Latzhose nicht angezogen und auch nicht seine Fliege. Er saß da, die obersten Hemdknöpfe offen eine lockere Hose und Sandalen. Lässig zurückgelehnt trank er seinen Kaffee aus einer Überstumpfwinkeltasse und sah völlig entspannt aus. „Jacques…“ begann Mikael vorsichtig. „Ich verstehe das nicht. Du sitzt hier völlig ruhig und weißt doch, dass du heute wieder einen um sein Leben bringen willst. Was geht dir nur durch den Kopf?“ Jacques nippte noch einmal von seinem Kaffee dann wischte er seinen Mund am Ärmel ab und lehnte sich nach vorn. „Es ist jetzt keine ganze Woche her, dass du bei meinem letzten Mord dabei gewesen bist“ sagte er ruhig. „Wahrscheinlich bist du noch immer schockiert vom Anblick und kriegst es kaum aus dem Kopf… wie hieß der arme Kerl noch gleich?“ Mikael sah ihn verdutzt an. Hatte er wirklich den Namen seines letzten Opfers vergessen? Der Name, der ihn seit dem Moment an, selbst jeden Tagtraum zum Alptraum werden ließ? „Emil hieß er!“ rief Mikael, und konnte seine Aufregung kaum zurückhalten. „Er hieß Emil“ wiederholte er sich, diesmal ruhiger. „Ahh genau. Emil war das. Wieder so ein armes Schwein“ erinnerte sich da Jacques. „Wie dem auch sei. Für dich sind diese Erfahrungen noch längst nicht beliebig genug.“ fuhr Jacques geduldig fort. „Wir machen weiter, bis du dich daran gewöhnt hast.“ Mikael schwieg. Er wusste, dass es hieraus wohl kaum einen Ausweg geben würde. Jacques war raffiniert er könnte ihn ohne weiteres ins Messer laufen lassen, wenn er sich gegen ihn wenden würde. „Also?“ fragte Mikael „Was ist jetzt dein Plan? Willst du mich wieder mitnehmen zu irgendwem nach Hause und wir bringen ihn dann um oder wie stellst du dir das vor?“ Jacques sah ihn ernst an. „Nein, So leicht ist es nicht. Trink aus, dann zeig ich dir dein neues Büro.“ Als Jacques und Mikael ungefähr eine halbe Stunde später die Bar verließen rief Joujou ihnen noch hinterher „Bis heute Abend dann, Jacques?“ – „Brech ruhig schon die neue Kiste Vanille an Joujou“ rief Jacques, obwohl er sicher war, dass Joujou ihn gar nicht hören konnte.

Da der sonst sehr gesprächige Mikael kein Wort von sich gab, brach nun Jacques die Stille „Kommst du heute Abend auch wieder mit zu Joujou? Soweit ich weiß wartet Niemand auf dich daheim!“ – „Das kann ich im Moment noch nicht sagen Jacques. Aber sag, wartet deine Frau nicht jeden Abend auf dich?“ Jacques blieb stehen und sah Mikael an. „Ach Ynes.. das ist so eine Eigenheit von ihr, sie wartet auf mich jeden Abend und dann schweigt sie, wenn wir schlafen gehen.“ Dann beginnt er zu lachen „Na, immerhin sagt sie mehr als dein Apor!“ Mikael brachte aus Höflichkeit ein Grinsen hervor. „Weißt du, Jacques, dein Atheismus wird dir noch früh genug auf die Füße fallen.“

Jacques blieb wieder stehen. Dann sah er Mikael an. „Hier ist es.“ Sie standen vor einem Geschäft mit der Aufschrift »Pingbo-Reisen« Mikael blickte fragend zu Jacques hinüber. „Ein Reisebüro von Pingbo? Was soll das denn?“ Jacques freute sich sichtlich, sein Wissen präsentieren zu dürfen. „Mitte der 2440er Jahre hatte die Sanitärfirma Pingbo die Idee gehabt neben Toiletten und Reinigungsservice auch Reisebüros zu eröffnen. Die wurden besonders hier in der Trance Nation, aber auch in Neuxyllabien sehr stark subventioniert. Das Projekt ist komplett gescheitert. Der damalige Graf Cahctulla war einfach kein gutes Werbegesicht für Weltreisen“ grinste Jacques. „Ich hatte das Glück ein halbwegs gut erhaltenes Reisebüro anmieten zu können, das noch perfekt im Originalzustand erhalten ist. Kaum zu Glauben dass einiges an diesem Schuppen über 75 Jahre alt ist!“ Mikael war noch immer irritiert. „Erkläre mir doch bitte, warum du ausgerechnet ein Pingbo Reisebüro haben wolltest“ bat er Jacques, als der sich gerade daran machte, die Türen aufzusperren. Jacques freute sich: Auf diese Frage hatte er gewartet. „Mikael, ich erklärs dir. Niemand auf der Welt würde ein Pingbo Reisebüro betreten. Man hat einen guten Standort und zudem seine Ruhe. Außerdem, wenn eine Firma, die eine bekannte Sanitärmarke im Namen trägt, eine große Menge an Reinigungsmitteln bestellt fragt keiner nach. Und auch unsere Mitarbeiter in hellblau – du hast sie ja bereits gesehen – wecken kaum große Verwunderung. Es ist alles perfekt!“

Mikael erwischte sich dabei, wie er eine gewisse Verwunderung für die Sorgfalt empfand, die Jacques in seine neuen Geschäfte steckte. Es schien auf den ersten Blick vieles durchdacht. Und dennoch will ihm einfach nicht in den Sinn kommen, warum sich Jacques so sehr darauf spezialisiert hat, diese Morde zu begehen. „Ich verstehe nur nicht ganz“ fragte er dann endlich „Worin dein Profit besteht bei alledem. Wie finanzierst du das alles? Deine Mitarbeiter und alles und auch die Immobilie so sehr in Strandnähe. Ich bin sicher, mein Lieber Jacques, dass selbst du dir das nicht ohne weiteres leisten kannst“ Jacques grinste. „Ich bin kein Dieb, wenn du das meinst. Ich bringe Leute um, aber ich beklaue sie nicht. Du hast schon Recht, Ötti wächst nicht auf Bäumen. Woher das Geld kommt kann ich dir jetzt nicht sagen, aber das wirst du auch noch erfahren.“ Mikael konnte Jacques ansehen wie er versuchte Weise zu wirken, während er die letzten Worte sprach, doch er fuhr lässig fort. „Pass auf, ich zeige dir jetzt einmal wie so ein Alltag hier abläuft. Ich habe heute Morgen noch Ferdinand angerufen, der wird gleich da sein. Bis dahin müssen wir uns ein neues Opfer ausgesucht haben“ – „Aber wie?“ – „Siehst du da drüben auf dem Tisch das Telefonbuch?“ Mikael schluckte „Schlag eine Seite auf, schließ deine Augen und Tippe auf einen Namen.“

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Nach Schulfächerreform in der FRNX: Ultan-Diskussion bricht in Dianien erneut aus

Nachdem die Förderale Republik von Neukanabien und Xyllabien gestern bekanntgab, die Plansprache Ultan weiterhin nur als Wahlfach anzubieten, hagelte es international Kritik. In der DZR wird die Sprache bisher überhaupt nicht unterrichtet.

Die Bildungskonferenz der Teilstaaten einigte sich vor eineinhalb Jahren nach langen Diskussionen darauf, Ultan überhaupt nicht zu unterrichten. In der damaligen Begründung heißt es, die Sprache sei zu irrelevant und hätte weitaus weniger Nutzen für die Schülerinnen und Schüler als beispielsweise Kanabisch. Jetzt, kurz nach den Winterferien, könnte die Diskussion erneut ausbrechen. Grund ist ein Beschluss im STAVA, an den Alexander Brecht, Premierminister Groß-Lussliens, gestern im Staatenverbund erinnerte: Vor zwei Jahren, die dianische Zentralrepublik war damals noch kein Mitglied des Bundes, hatte man beschlossen, Ultan als zweite Fremdsprache an den weiterführenden Schulen einzuführen. Die dianische Zentralrepublik hatte sich bisher immer über diesen Beschluss hinweggesetzt, jetzt könnte er zu einem Problem von vielen mit Ultan werden. Das dianische Schulsystem kann diesen Beschluss überhaupt nicht umsetzen.

Auf sogenannten Derdootnomias (deu. Basisschulen), eine der insgesamt vier weiterführenden Schulen im dianischen Schulsystem, wird überhaupt keine zweite Fremdsprache unterrichtet, auf Ternomias (deu. Mittelschulen) nur als Wahlfach, Ultan ließe sich auf zwei von vier Schulen mit niedrigerem Bildungsniveau für Schüler also einfach umgehen. Wie das mit dem Beschluss des STAVA zusammenpasst, muss erst geklärt werden.
„Wir ändern gewiss unser Schulsystem nicht für Ultan. Und wir ersetzen kanabisch nicht als die führende, wichtigste Fremdsprache.“, schrieb der riciianische Bildungsminister gestern auf dem Kurznachrichtendienst Teel.

Ebenfalls nicht klar ist, welche Sprache man durch Ultan ersetzen würde. Ressourcen für noch eine weitere Fremdsprache habe man an vielen Schulen nicht, man müsse eine andere Fremdsprache entfernen. Die Sprachen der direkten Nachbarländer, wotanisch und torassisch, werden je nach Teilstaat als Wahl- oder Plichtfach unterrichtet, lussisch nur als Wahlfach, allerdings auch nicht überall. Wahrscheinlich muss Lussisch bei einem tatsächlichen Beschluss dran glauben, das reicht aber nicht. Sprachen der direkten Nachbarländer nicht mehr flächendeckend zu unterrichten, wäre fatal für die Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler, so Experten.
Es könnte also erneut eine lange, harte Diskussion um Ultan geben – und das nicht nur in Dianien.

Rückschlag für Plansprache Ultan: Sivalesisch wird neues Pflichtfach in der FRNX!

Domidan Shergon (UDP) neuer Obmann von Forn-Ireth – Demokraten holen absolute Mehrheiten im Ablatium und im Kalatium

https://ultos.files.wordpress.com/2019/03/ft-200.jpgCelebrian, 12. Drion 2519 (16.08. GZR)  Forn-Ireth hat gewählt. Und das Ergebnis ist eine faustdicke Überraschung. Sowohl bei der Wahl des Obmanns als auch bei den Wahlen zum Ablatium (Abgeordentenhaus) und zum Kalatium (Senat) haben die Demokraten (UDP) gewonnen.

photo_2019-08-16_18-07-49Die Wahl zum Obmann konnte bereits im ersten Wahlgang entschieden werden. Kalat Domidan Shergon erhielt 61,3 % der Wählerstimmen. Auf die Bewerber der Aporisten (APA), Kalat Jotif Abijof und der Republikaner (RLU), Kalat Tolradir Eluch entfielen 23,4 & bzw. 15,3 % der Wählerstimmen. Die Unabhängigen (AIF) hatten auf die Aufstellung eines Kandidaten verzichtet.

Die Wahl zum Ablatium ergab folgendes Ergebnis: UDP = 51,0 % (34 Sitze), APA = 28,2 % (19 Sitze), RLU = 18,9 % (13 Sitze), AIF = 1,9 % (1 Sitz). Bedingt durch ein Überhangmandat hat das neue Ablatium von Forn-Ireth nun 67 Mitglieder.

Ähnlich deutlich fiel auch die Wahl des neuen Kalatiums aus. Die UDP stellt drei Kalaten; die APA und die RLU stellen jeweils 1 Kalaten.

Die Wahlbeteiligung lag bei 88,4 %.

Einer der ersten Gratulanten war Begam Nodecano Furyatan. Er gratulierte dem neuen Obmann Domidan Shergon und wünschte ihm eine erfolgreiche Amtszeit.

Helmar von Huncis, Feanaro Times

 

Jacky – Episode 1: Alte Freundschaft

Im Norsbroker Nystabladen erscheint unregelmäßig eine Episodengeschichte des eintralischen Autoren Saul Wiler. Die Serie »Jacky« erschien erstmals im August 2519. Sie erzählt vom besessenen Mörder Jacques und seinem religiösen Freund Mikael die eine Mordserie zu verantworten haben. Geschickte Spiele mit der Polizei, vielschichtige Hintergründe und riskante Intrigen halten die Leser im Bann.
In der ersten Episode überzeugt Jacques seinen Freund Mikael dazu, seinen Taten beizuwohnen.

„Hast du gesehen, wie ich ihm ins Gesicht geschossen habe?“ Jacques stand über Emils Leiche, aus drei Schusswunden quoll noch immer sein Blut, dass sich langsam aber stetig über den billigen Teppich seiner Einzimmerwohnung verteilte. Mikael sah ihn fassungslos an. „Du hast es getan“ stotterte er, „du hast ihn erledigt, man. Ist es das, was du gebraucht hast? Findest du jetzt deinen Frieden?“ Jacques schwieg. Er war kein großer Mann, vielleicht sogar etwas zu klein geraten und wie er dort stand, über der Leiche des großen Emil, sah er aus wie ein Gartenzwerk. Eine Latzhose mit Hosenträgern, dazu aber Hemd und eine kleine Fliege. So zog er sich immer an, wenn er jemanden ermordete. Denn es war nicht sein erster Mord und bei Apor, es soll auch nicht sein letzter gewesen sein. In gewohnter Routine griff er nach einem Tuch aus seiner Hosentasche und begann seine Pistole zu reinigen. Danach griff er zum Telefon und wählte eine Nummer „Ferdinand, Jacques hier. Ich bin fertig, ihr könnt reinkommen“

Mikael war noch immer wie gelähmt. Er wusste zwar, dass Jacques schon seit längerem umherzog um zu Morden, aber er war noch nie dabeigewesen. „Und jetzt? Was hast du jetzt vor?“ fragte er. Jacques hob den Kopf und sah ihn an. „Wir warten.“ Kaum eine Zeit später kam ein Dutzend Männer in die Wohnung, hellblau gekleidet und mit Putzmitteln ausgestattet. Einige von ihnen nickten Jacques zu, keiner sprach ein Wort. Während sie sich daran machten, den Tatort zu reinigen wandte sich Jacques wieder Mikael zu: „Lass uns gehen, wir sind fertig hier“ Die Wohnung von Emil lag im dritten Stockwerk eines alten, vergammelnden Gebäudes. Man erkannte dass es vor der Zeit Gularsk gebaut wurde. Die Fenster viel zu klein, die spärliche Beleuchtung der Flure flackerte hin und wieder und die Dielen knarrten bei jedem Schritt. Jacques jedoch ließ sich von diesem Ambiente nicht beeindrucken, viele seiner Opfer kannten kaum ein anderes Leben als dieses. „Hast du davor schon jemanden verrecken sehen?“ Jacques war schon immer sehr direkt gewesen. Auch deshalb war er in seiner Kanzlei einer der gefragtesten Anwälte. Vor den karpatischen Gerichten gilt Schlagfertigkeit als hohe Kunst. Denn wer direkt ist, der kann auch wenig zu verbergen haben. Mikael hingegen war eine vorsichtige Person von großem Wuchs. Gepflegt sah er aus und gepflegt war auch jede seiner Formulierungen. „Ich habe viele Leute bis zum Tod begleitet“ antwortete er. „Aber diese Brutalität eines Mordes war mir bisher fremd.“ – „Gewöhn dich dran!“ rief Jacques lachend „Das soll nicht der Letzte gewesen sein, den du gesehen hast“ Mikael zuckte zusammen „Wie meinst du das?“ „Mikael, ich weiß dass du dich als Priester in gewisser Weise Apor verpflichtet hast. Und ich weiß auh, dass dieser Gott dich dafür reich zu belohnen scheint, dass die dummen Gläubigen dir alles abkaufen. Aber ich brauche einen Lakaien und du machst dein Geld am leichtesten. Du arbeitest ab jetzt auch für mich und unser Geschäft ist der Tod“

Mikael begann zu zittern. Hatte er eine Wahl? Hat Jacques etwas gegen ihn in der Hand? „Was soll das heißen, dass ich für dich arbeite? Willst du mich zwingen?“ „Etwas erpressen vielleicht. Meine Leute in Emils Wohnung.. die müssen ja nicht alles aufräumen, wenn du verstehst was ich meine. Ich muss nur einmal telefonieren und die Polizei wird deine Fingerabdrücke auf der Leiche finden, vielleicht ein paar Haare von dir und dazu einen Schuhabdruck… Ein Priester des Apor begeht einen Mord. Dafür landet er im Kartoffelkeller.“ Jacques blieb ruhig, als er das sagte. Er war es bereits gewohnt, solche Verhandlungen zu führen. Mikael hingegen starrte Jacques entgeistert an. „Was ist nur aus dir geworden, Jacques? Wir waren doch Freunde!“ Er wusste, dass er Jacques nichts entgegensetzen konnte. „Und das soll gern so bleiben, mein lieber Mikael. Sieh es positiv, du wirst gleich ganz oben an meiner Seite arbeiten, du gewöhnst dich schon dran. Und deinen Job als Pfaffen, den darfst du ruhig behalten. Sieh nur zu, dass du dich bei den Beerdigungen nicht verrätst“ Jacques grinste, er hatte Mikael überlistet. „Es ist also beschlossen, Mikael“ sagte er, „beruhige dich erst einmal. Wir treffen uns heute Abend an der Strandpromenade bei Joujou‘s. Ich lade dich ein“

Joujous Bar liegt direkt am Meer. In den Sommermonaten stellt Joujou ein paar Tische und Stühle nach draußen. Wenn die große Touristen Saison in Au-Dio startet, dann ist der Laden sogar recht gut befüllt. Jetzt im Frühherbst aber verbringen die meisten Touristen ihre Zeit an der Südküste der Insel, und das Lokal wird oft nur von den Stammgästen besucht. Joujou kennt sie alle, alle kennen Joujou. Er ist ein älterer Herr, mit weißem Haar und Bart. Die Bar hat vorher sein Onkel betrieben, davor dessen Großvater. Seit Joujou 17 ist arbeitet er dort und er liebt seine Arbeit. Schon früh am Morgen öffnet er die Tür, fegt den Bürgersteig und macht alles fertig und dann steht er dort oft bis nach Mitternacht. Jacques ist dort ein gern gesehener Gast. Er gibt großzügiges Trinkgeld und plaudert viel mit Joujou, wenn der Laden einmal nicht so voll ist. Hin und wieder hat er an freien Tagen auch schon ausgeholfen, wenn in der Hochsaison ein Mitarbeiter von Joujou krank wurde.

Die Sonne ging bereits hinter der Stadt unter, als Jacques und Mikael Joujous Bar betraten. Joujou erwartete sie bereits. „Jacques! Mikael!“ rief er, als er sie antrotten sah. „Wie geht es euch! Was macht das Morden?“ Mikael erschrak. „Er weiß davon?“ flüsterte er Jacques zu. „Ich erklärs dir beim Essen“ raunte Jacques. „Joujou! Wie schön dich zu sehen! Bring uns was vom dunkeln Fusel!“ Joujou lachte. „Du bist der einzige hier im Laden, der den Vanilletee überhaupt anrührt! Und jede Woche muss ich eine neue Kiste bestellen!“ Auch Jacques lachte herzlich. „Mach schon Joujou, ich bezahl dich auch gut!“ dann wandte er sich wieder zu Mikael „Komm, wir setzen uns nach draußen.“ Sie gingen hinaus und setzten sich. Mikael schwieg noch immer. „Was ist los, Mikael? Hast doch sonst immer so eine feine, große Klappe!“ begann Jacques das Gespräch. Mikael schwieg weiter. „Ich weiß, dass es krass ist. Den Tod kann kaum einer Leiden, aber noch weniger den, der tötet. Hör zu, die wären sowieso irgendwann verreckt.“ Mikael sah ihn an. „Jacques, du hast mich gebeten mitzukommen bei deinen Morden, damit du danach deine Beichte vor Apor ablegen kannst. Du hast gesagt, dass dieser Emil deine Frau angefasst hat und du es nicht ertragen kannst ihn leben zu lassen. Wir sind Freunde, Jacques, ich werde dich nicht bei der Polizei verraten. Aber bitte erkläre mir, was das ganze soll. Du hast schon oft davon gesprochen, wie du wen umgebracht hast und ich halte meine Schweigepflicht vor der Welt, wenn es sein muss. Aber sage mir, mein Freund Jacques, warum tust du all das?“ In seinen Augen bebte ein Flehen, seine Hand zitterte. Da kam Joujou heraus und brachte den Vanilletee. „Ich dachte, ich bring dir gleich die ganze Flasche, da muss ich nicht so oft laufen. Was kann ich euch zum Essen bringen?“ Jacques sah ihn lachend an „Dank dir Joujou! Du weißt, die Flasche wird nicht reichen, aber fürs erste schon! Gib uns noch ne Minute, ich erzähle Mikael gerade vom Tod.“ Joujou sah zu Mikael rüber, nickte dann verständnisvoll. „Lasst euch nur Zeit“ sagte er ruhig „Ich entkorke schonmal die zweite Flasche“ Jacques sah zufrieden aus. „Ich danke dir.“

„Mikael, du musst eines wissen“ begann Jacques und schenkte sich großzügig aus der Flasche ein. „Auch einen Schluck?“ Mikael nickte, Jacques fuhr fort. „Schön einen zu haben, der das selbe Gesöff mag wie ich.“ grinste er. „Weißt du Mikael, ich glaube das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Ich glaube, du wirst am Morden so viel Spaß haben wie ich.“ Er sah ihn an, doch Mikael wich seinem Blick aus. „Ich muss dir aber sagen, dass all die Geschichten über die Morde der totale Unsinn sind. Hab ich mir alles ausgedacht. Also versteh mich nicht falsch, ich hab die Kerle alle umgenietet das stimmt schon. Aber keinen davon kannte ich wirklich.“ Mikael schwieg. „Ich weiß das klingt hart, Mikael. Aber Menschen müssen sterben. Das tun sie jeden Tag, ich helfe nur dabei.“ – „Du bist ein Monster, Jacques! Du hast zu viel Geld und bist zum Monster geworden!“ „Ach halt den Mund, Mikael. Bist du etwa keins? Du lügst deinen Leuten etwas von irgendeinem Gott vor, das ist noch viel Schlimmer. Du schaffst falsche Hoffnungen von irgendeinem Apor, dass ich nicht Lache! Da bin ich noch besser, ich bringe die Gewissheit des Todes.“ er nahm sein Glas und prostete Mikael zu. Der aber konnte noch immer nicht glauben, was er gerade gehört hatte. „Sag mir Jacques, warum bringst du diese armen Leute um?“ Doch Jacques grinste nur, trank sein Glas aus und griff gleich wieder zur Flasche, füllte sein Glas erneut und schenkte auch Mikael einen Schluck nach.

„Die ganze Welt passiert genau jetzt“ sagte er nur. „Überleg mal, ein paar Schweine haben das Glück hier in den Karpaten zu leben und ein paar andere Schweine haben das Pech in Bangabandhu geboren zu sein. Was können wir denn dafür?“ Mikael schwieg und sah nachdenklich aus. Seit wann brachte Jacques solche Gleichnisse? In der Schule schon war er noch nie ein Freund von großen Reden gewesen und jetzt tötet er regelmäßig Menschen und spricht in solchen Rätseln? Sicher seitdem ist das ein oder andere Jahrzehnt ins Land gegangen, aber dass sich Jacques einmal so radikalisiert hätte er nie gedacht. Jacques lacht. „Ich mach doch nur Spaß, alter Mann!“ grinste er und trank sein nächstes Glas aus. Mikael war kaum älter als er. „Du wirst schon früh genug erkennen was das Spielchen soll. Es wird dir noch früh genug klarwerden.“ – Mikael war verwirrt. Jacques war wohl doch ganz der alte, immer nur verarschte er ihn. Aber was das Morden angeht scheint er professionell zu sein, so wie er auch als Anwalt professionell war. Wenn Jacques eine Leidenschaft gepackt hatte, und das war schon immer so, dann stand er dahinter mit allem was er besaß. Sollte das beim Morden auch so sein? Mikael hielt inne und warf eine weitere Frage in den Raum. „Und Joujou?“ – „Was ist mit ihm?“ – „Warum weiß er das alles?“ Jacques schien kurz zu überlegen. Dann antwortete er. „Tsja weißt du. Joujou ist ein lustiger Geselle. Ihm kann man vieles erzählen. Der verpfeift mich auch ganz sicher nicht, er braucht ja wen der seine Vanille kauft“ lacht er.

Inzwischen ist die Sonne ganz hinter der Stadt versunken. Das Meer schlägt im ruhigen Takt seine Wellen an das Ufer und Jacques und Mikael saßen noch immer am Tisch und tranken aus der zweiten Flasche. Als Jacques spät nachts nach Hause kam, saß seine Frau Ynes noch in der Küche und wartete auf ihn. Sie sah ihn traurig an. „Wieder ein langer Tag in der Kanzlei.“ Sagte er erklärend. „Lass uns schlafen gehen“ antwortete sie. Die süße Schärfe von mindestens drei Flaschen Vanille stand im Raum, Ynes traute sich wieder nicht, nachzufragen.

Implantatprothetik und bionische Augmentationen – Rosanfang stellt Mitglieder des Schattenkorps vor

https://ultos.files.wordpress.com/2019/03/ft-200.jpgFinrod, 1. Drion 2519 (06.08. GZR). Seit einigen Jahren geistern Geschichten durch die Medien, dass Geheimdienste ultosweit mit Eingriffen in die menschliche Psyche experimentieren. In diesem Zusammenhang wurde auch immer wieder von komplizierten Gehirnoperationen und der „Züchtung“ von Mutanten berichtet. Anfang 2517 hatte der UAF-Geheimdienst „Stern von Singollo“ offiziell und offenbar mit Billigung von Begam Nodecano Furyatan zu diesen Gerüchten Stellung genommen. Generaloberst Albus Rosanfang bestätigte seinerzeit die Existenz einer Spezialeinheit innerhalb des Geheimdienstes, die mit speziellen Einsätzen betraut werde. Einzelheiten wollte er nicht nennen, nur so viel: „Diese Spezialeinheit agiert zur besonderen Verwendung des Kristallpalastes und trägt die Bezeichnung Delista (Schattenkorps).“

Berichte über Gehirnoperationen wies Rosanfang damals entschieden zurück, obwohl Zentapress vertrauliche Informationen vorliegen, dass innerhalb der Delista mindestens drei „Spezialisten“ absolut unempfindlich gegen Verhördrogen und hypnotische Beeinflussung sein sollen. Neuromediziner ultosweit bekräftigten übereinstimmend, dass so etwas nicht ohne komplizierte Gehirnoperationen funktioniere könne. Das gehe nur bei Unterbrechung einer speziellen Leiterbahn zwischen den beiden Gehirnhälften.

ZSpeblo Boliraweieinhalb Jahre später lassen sich gewisse ungewöhnliche Ereignisse im Umfeld von Delista-Operationen nicht mehr verleugnen, so dass sich Generaloberst Rosanfang genötigt sah, mit zwei Delistas vor die Presse zu treten. Es handelt sich dabei um Oberst Speblo Bolira (Bild) und Major Bilrad Unnar. Sowohl Bolira als auch Unnar verfügen über eine hochwertige Implantatprothetik. Durch bionische Hochleistungsaugmentationen sind sie offenbar in der Lage, schneller als normale Menschen zu reagieren – was bei heiklen Missionen von immensem Vorteil ist. Bei Einsätzen zufällig anwesende Personen wollen durchdringende „Laser“-Blicke und immense Schnelligkeit sowie ungewöhnliche Kraft bemerkt haben. Rosanfang äußerte sich nicht zu diesen Vermutungen und verwies auf die Geheimhaltung. Auch Fragen nach der Gesamtstärke des Schattenkorps wich er aus. Er betonte aber immer wieder, dass es sich bei den Delistas um normale Menschen handele, bei denen lediglich schon vorhandene Fähigkeiten optimiert wurden.

 Helmar von Huncis, Feanaro Times

Pahragrau will in den STAVA

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ein Kommentar vor Anders Alskander

Anders als andere Staaten in der Transsvalregion ist Pahragrau weit vom Akronoischen Staatenverbund entfernt. Trotzdem hat das Land heute offiziell die STAVA-Mitgliedschaft beantragt.

Das Demokratische Königreich Pahragrau hat unerwartet die Mitgliedschaft im Staatenverbund Akronor beantragt. Bereits am 25. Juni berichtete die Lussische Allgemeine über ein angebliches Beitrittsgesuch, am Tag darauf wurde dies durch die offizielle Pressestelle des Staatenverbunds sowie durch die Pressesprecherin der pahragrauschen Regierung, Angelika Vér, bestätigt. Heute übergab Chefministerin Anna Erbstein den offiziellen Aufnahmeantrag ihres Landes dem derzeitigen Ratsvorsitzenden Maximilien Kruuh.

Erst zwei Monate zuvor, nach Ende des nordrythanisch-pahragrauschen 5-Tage-Krieges, lag das Königreich im Osten des Kontinents am Boden. Ein Großteil der Hauptstadt war besetzt, sämtliche Regierungsgebäude waren zerstört, die Regierung war nach Erkassien ins Exil geflohen. Und so schnell wie der Krieg begonnen hatte sollte er auch wieder beendet sein. Nach alleinigen 5 Tagen erklärt die bezwungene Exilregierung den Krieg für beendet. Als Konsequenz sind zahlreiche Landstriche des Staatsgebiets zerstört, die zuvor Autonome Region Dunkelesien wird gänzlich an die Siegesmacht Nordrythanien abgetreten und unter rythanische Verwaltung gestellt. Was veranlasst also Pahragrau, das noch immer tief in der Krise steckt, zu diesem plötzlichen Hilferuf nach Lenn und wie stehen die tatsächlichen Chancen für einen Beitritt in den Staatenverbund?

Die Aufnahmekriterien des Staatenverbunds, die sich Garyater Bedingungen nennen, umfassen 9 Kriterien, die sich in politische, wirtschaftliche und akronoische Aspekte aufteilen lassen.

Zu den politischen Kriterien gehört zu allererst die Wahrung der institutionellen Stabilität sowie die Einhaltung der demokratischen Ordnung. Wenn auch beide Kriterien durch die Verfassung Pahragraus gewährleistet werden, sieht die Realität in Littra anders aus. Aufgrund der Zerstörung vieler Regierungsgebäude tagen die einzelnen Ministerien, das Nationalparlament sowie die Regierung in alternativen Verwaltungsgebäuden verteilt im ganzen Land, das Bildungsministerium war noch bis vor kurzem im erkassischen Exil untergebracht. Das neue Parlament nach dem Krieg wird erst innerhalb der nächsten Wochen das erste Mal neu gewählt. Die ITUF plant zur Unterstützung der Wahlen die Aussendung unabhängiger Wahlbeobachter.

Weiterer Bestandteil der Aufnahmebedingungen ist die Achtung der Menschenrechte und die Abschaffung der Todesstrafe. Die letzte Todesstrafe wurde zuletzt in Pahragrau vor 23 Jahren verhängt und wurde letztlich 2504 abgeschafft. Die Menschenrechtsorganisation ProLEGA berichtete allerdings massive Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Laufe des 5-Tage-Kriegs, sowohl von Seiten der pahragrauschen als auch der nordrythanischen Streitkräfte. Es soll teilweise zu Erschießungen von Deserteuren oder Gefangenen durch Militärs gekommen sein. Die pahragrausche Regierung hat diese Vorwürfe stark dementiert, eine Untersuchung steht noch aus.

An die politischen Kriterien knüpfen wirtschaftliche Bedingungen an, die von den jeweiligen Beitrittskandidaten ebenfalls erfüllt werden müssen. Dazu gehören unter anderem die Existenz einer funktionierenden Marktwirtschaft, die Offenheit der Märkte gegenüber dem Ausland sowie die Kompetenz, dem Wettbewerbsdruck innerhalb des Binnenmarktes standhalten zu können.

Nach der Annexion Dunkelesiens ist die freie Wirtschaft in Pahragrau gänzlich zusammengebrochen. Laut Wirtschaftsexperten Benit Rassel habe der Konflikt auch ökonomisch großen Schaden verursacht. Im April sei Pahragrau „fast bankrott“ gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes brach um ganze 21,8% ein. Ohne die Landwirtschaftsgüter aus dem gemäßigterem Dunkelesien im Süden müsse das Land nun Nahrungsmittel aus dem Ausland importieren, bevor eine autarke Lebensmittelversorgung erneut aufgebaut werden könne. Die dunkelesische Landwirtschaft war für etwa 60% der nationalen Nahrungsversorgung verantwortlich.  Auch haben sich viele internationale Unternehmen und Konzerne aus dem Krisenstaat zurückgezogen, nachdem das Land durch rythanische Truppen besetzt wurde. Erst langsam etablieren sich neue mittelständige Unternehmen, vor allem in der Hauptstadt ist der Fortschritt am deutlichsten zu spüren. Um jenes neu etablierte Unternehmertum zu fördern nahm der Staat zunächst allerdings stark protektionistische Maßnahmen vor, die es ausländischen Konzernen erschwerte, in das Land zurück zu kehren.

Was bleibt ist ein stark geschwächtes Pahragrau in jeder Hinsicht. Der Staat hat befindet sich erst am Anfang einer langen Erholungsphase, an dessen Ende das Niveau der Vorkrise wiederhergestellt werden kann. Pahragrau erfüllt damit nicht nur einen Großteil der Garyater Bedingungen nicht, sondern stellt für den STAVA im Falle eines Beitritts eine enorme Konfliktgefahr mit dem außenpolitisch aggressiven Nordrythanischen Reich dar.

Letztlich würde der STAVA damit endgültig seine Glaubwürdigkeit als den Kontinent stabilisierende und den Frieden fördernden Kraft aufgeben.

Forn-Ireth wählt am 11. Drion – UDP liegt in Umfragen vorn

Celebrian, 5. Hyafin 2519 (23.07. GZR). Der Forn-Irethische Obmann Paros Cadarion (RLU) hat heute bestätigt, dass das Parlament des UAF-Unionsstaates Forn-Ireth wie geplant am 11. Drion 2519 (15.08. GZR) neu gewählt wird. Zur Wahl wurden erwartungsgemäß AIF, APA, RLU und UDP zugelassen. Die UDP, die Partei von Begam Nodecano Furyatan, liegt in Umfragen derzeit mit rund 37 Prozent in Führung. Gefolgt von der RLU und der APA mit jeweils rund 30 Prozent. Die AIF liegt abgeschlagen bei circa 3 Prozent.

Senator Domidan Shergon, Spitzenkandidat der UDP, hat also alle Chancen, neuer Obmann von Forn-Ireth zu werden. Ob es den Spitzenkandidaten von RLU und APA,  Tolradir Eluch und Jotif Abijof gelingen wird, den Vorsprung der UDP einzuholen, ist eher ungewiss. Indes – bis zur Wahl sind es noch fünf Wochen, in denen noch einiges geschehen kann.

Helmar von Huncis, Feanaro Times

Besuch des erkassischen Präsidenten Efgaswója in der Dianischen Zentralrepublik

Der erkassische Staatspräsident Jusuw Efgaswója wurde von Micael Schiwov in der dianischen Hauptstadt empfangen.

Mit militärischen Ehren begrüßte der dianische Regierungschef und Staatspräsident Schiwov seinen erkassischen Kollegen im altaanischen Regierungssitz.

Mit einigen Beratern und Dolmetschern zogen sich die beiden Staatschefs zu einem mehrstündigen Gespräch zurück.
Auf der anschließenden Pressekonferenz nannte Schiwov das Gespräch „äußerst erfolgreich.“ Themen seien unter anderem eine Annäherung der Erkassischen Republik an den STAVA. Schiwov dazu: „Es ist im Interesse des Staatenverbundes und der Dianischen Zentralrepublik, eine gute Beziehung zu demokratischen Staaten zu führen. Dies liegt im Intersse aller.“ Auf die Frage, ob der STAVA eine Mitgliedschafts Erkassiens anstrebe, sagte der dianische Staatschef, dies müsse in erster Linie die Erkassische Republik tun. Der Staatenverbund stehe für Staaten, welche die Voraussetzungen erfüllen, grundsätzlich offen.

Auch von erkassischer Seite hielt man sich bei Fragen zu diesem Thema bedeckt, schloss jedoch prinzipiell nichts aus. „Gerade in Zeiten wie diesen, wo sich die Fronten auf Astolien wieder verhärten, ist es von höchster Wichtigkeit, auf gute diplomatische Beziehungen und Zusammenarbeit zu bauen. Zur Fragen wie der Möglichkeit eines STAVA-Beitritts gibt es noch keine konkreten Pläne. Es ist jedoch im vollen Interesse der Erkassischen Republik, mit dem STAVA und seinen Mitgliedsstaaten eng zusammenzuarbeiten; und wer weiß, was die Zukunft noch bringt“, so Efgaswója auf der Pressekonferenz.

Nach der Pressekonferenz begrüßte Michael Schiwov seinen erkassischen Kollegen im Regierungssitz in Altaan zu einem gemeinsamen Essen, auch dabei fand erneut ein reger Austausch über viele wichtige Themen statt. Schiwov erfragte unter anderem die Lage in Ostakronor und Tay Sógrat, mit den „Krisenregionen“ Graufurd, Pahragrau und dem Nordrythanischen Reich. „In der Erkassischen Republik haben wir und der ganze STAVA in der kriselnden Ostakronorregion“ einen wichtigen, verlässlichen Partner, zitierte der Regierungssprecher Schiwov nach dem Besuch.

Am späten Abend trat Präsident Efgaswója die Heimreise an.

Die Karpaten bluten

Skythea. Seit nunmehr einem Monat sitzen im Hauptsitz der ITUF wieder Abgeordnete der Heiligen Küste und beteiligen sich an der internationalen Arbeit. Gemeinsam mit allen SKS-Bündnispartnern waren sie vor mehr als einem halben Jahr aus der ITUF ausgetreten. Mag man auch zum SKS stehen wie man will, ein diplomatisches Laster ist der sich häufende Austritt aus der ITUF definitiv, auch wenn der vorhergehende Austritt der sogenannten Schwarzen Liga (STLD) kaum eine Belastung für die ITUF war, zeichnete sich damit der Anfang einer ITUF-kritischen Tendenz ab.

Die Reaktion aus Skythea folgte konsequent den dafür geschaffenen Rahmen. Die Souveränität der SKS Staaten steht damit auf dem Spiel. Direktor des Staatenbundes, Alfons Gularsk transportierte mit der Austrittserklärung eine klare Botschaft: Man sei sich darüber im klaren, dass man sich auch im wörtlichsten Sinne angreifbar mache, zögere als Staatenbund jedoch nicht im Ernstfall mit aller härte auf militärische Interventionen zu reagieren. Auf das vorhandensein von ABC (Atomare, Biologische, Chemische) und DEF-Waffen (Defensive, Elektronische, Folternde)  wurde explizit aufmerksam gemacht um einem Präventivschlag von politischen Gegnern vorzubeugen.

Mehrere Monate blieb es ruhig rings um den SKS austritt. Lediglich aus den Reihen von Allmeeren häuften sich diverse Forderungen, den Austritt zu festigen und einen wiedereintritt zu erschweren. Eingereichte Anträge bei der ITUF wurden jedoch aufgrund mangelnder Völkerrechtlicher Grundlage zurückgezogen. Die ITUF ging wieder ihrem Tagewerk nach und die Distanz zu den betroffenen Staaten in den Karpatischen Inseln wurde weiter aufgebaut.

Über den politischen Status des SKS herrschten in den langen Monaten verschiedene Meinungen vor. Der Konsens tendiert allerdings dahin, mindestens die Grenzen der einzelnen Staaten des SKS anzuerkennen. Während das Bündnis selbst als nichtig erklärt wird, oder gar die Souveränität der einzelnen Staaten in Frage gestellt wird. Der Handlungsspielraum des SKS dünnt sich aus. Handelsbeziehungen außerhalb der Asgarden-Staaten werden mit hohen Zöllen belegt oder ganz unterbunden. Güter werden nicht mehr über die Grenzen des SKS transportiert sondern teilweise über aufwendige Umwege verladen, um nicht das Hoheitsgebiet der souveränen Staaten zu verlassen. Zu groß ist die Angst vor Überfällen, denn besonders in den Grenzgebieten herrschen inzwischen nahezu anarchistische Zustände vor.

Auch die Gewässer im EInflussbereich des SKS sind in der Schiffahrt stark gefürchtet. Freibeuter und Piraten genießen Asyl unter der Schirmherrschaft des SKS. Zustände wie vor 400 Jahren stellen sich ein, in denen Handelsschiffe mit Verteidigungstechnologie ausgerüstet werden müssen, wenn sie den karpatischen Seeraum befahren wollen. Schwer bewaffnete Piraten verschanzen sich auf verlassenen Fischerboten, warten die Nacht ab und gelangen mit Schlauboten meist unbemerkt bis auf das Deck der zivilen Schiffe. Das Resultat ist nicht selten ein Massaker unbeschreiblichen Ausmaßes.

All diese Umstände werden von der ITUF meist kleingehalten, finden in der Presse wenn überhaupt nur selten Erwähnung. Auch die souveränen Staaten in den Karpaten leiden aktuell unter den Umständen, die mit dem Austritt des SKS einhergehen. Geltendes internationales Recht wird konsequent und bewusst vom Direktorat des Gularsk ignoriert. Die Nachbarstaaten stehen im Schatten der Piraterie, leiden sichtlich unter wirtschaftlichen einbüßen, die nur von diversen Subventionen der eigenen Bündnisse gedeckt werden können.

Mit dem Wiedereintritt der Heiligen Küste in der ITUF wird sie einer großen Herausforderung gegenübergestellt. Es gilt, die Straftaten aufzuarbeiten, angeordnete Schutzverfahren zur Sicherung der Grenzen einzuhalten und sich an der internationalen Politik zu beteiligen. Die Auflagen der ITUF sind eindeutig, klar, und dulden keine ausweichende Reaktion. Wird die Heilige Küste gegen den SKS ausgespielt?

Gularsk gibt sich momentan unerwartet gelassen. Fisasa sicherte ihm zuletzt bei einem gemeinsamen treffen in Skythea weiterhin seine Treue zu. Beim anstehenden Weltgipfel wird Fisasa persönlich auch für die Interessen der Bündnisstaaten eintreten und eine entsprechende Stellvertretung übernehmen. Klar ist: Der Beitritt zur ITUF war nicht mit dem Direktor Gularsk abgesprochen. Gularsk kann es sich im Moment jedoch nicht leisten, aus der Ruhe zu geraten. Denn das Beispiel Heilige Küste beweist, wie heikel die Situation ist.

Gularsk befreit den SKS vom Bündniszwang

Der Beitritt der Heiligen Küste zum SKS wurde maßgeblich von Emanuel Kjamon vorangetragen, der in mehreren geheimen Treffen mit Fisasa und Vertretern des Tanmats Karpaten Ladislavien die Vorkehrungen verhandelt und vollzogen hat, die zum Beitritt in die ITUF nötig sind. Auch dies geschah ohne das Mitwissen des Direktors Gularsk. Damit zeichnete Kjamon ein weiteres mal eine harte Linie gegenüber seines Direktors.

Mit dem Beitritt der Heiligen Küste zur ITUF kündigte Gularsk auf drängen des Staatssekretärs und Föderalherrs Kjamon an, den bestehenden Bündniszwang im SKS aufzuheben. Damit steht es den Mitgliedstaaten des SKS frei, ob sie den Bund verlassen wollen, auch steht es ihnen frei der ITUF beizutreten und wider den gefassten Statuten des SKS zu handeln. In gewisser Weise hat Kjamon damit den Weg zu einem Mistrauensvotum geebnet – sofern man diesen demokratischen Begriff überhaupt in den Konsens des SKS übertragen darf. Zum erstaunen aller jedoch blieb der SKS geschlossen. Der Schwur auf den Direktor Gularsk bleibt ungebrochen. Fest steht, der Fall Heilige Küste wird vorerst einmalig bleiben. Denn nun hat der SKS einen mündigen Vertreter in der ITUF. Die Interessen der souveränen Staaten können wahrgenommen werden und auch diplomatisch thematisiert werden. Nur auf diesem Wege scheint ein Beitritt zur ITUF überhaupt möglich.

Die Zeichen stehen nicht auf Entspannung.

Bei all dieser Euphorie zum Beitritt der Heiligen Küste darf nicht vergessen werden, dass die Problematiken rund um Wegelagerer, Piraten und Freibeuter im SKS nach wie vor aktuell ist. Denn das Asyl für solche Straftäter bleibt ungebrochen. Der Einsatz von Kriminalität als diplomatisches Druckmittel darf von der ITUF nicht länger geduldet werden, besonders im Interesse der benachbarten Souveränen Staaten.

Der Konflikt der daraus entsteht zeugt von Brillanz: Denn wenn die ITUF intervenieren will, muss sie als Institution erstmals offiziellen Schriftverkehr mit dem SKS aufnehmen. Somit wird der SKS als de facto Bündnis anerkannt, ebenso die darin enthaltenen Staaten. Das würde allerdings dem fundamentalistischem Lager der IADN – allen voran Allmeeren – sehr missfallen, da die ITUF dadurch eventuell Schwäche zeigen würde. Noch steht aus, auf welchem Weg die Konflikte gelöst werden können.