Jennitisch

Einordnung

 

Das Jennitische (Eigenbezeichnung Ayenúm oder Ayenít) ist die Amtssprache des Kaiserreiches Groß Jennitia, und wird von ca. 75 Millionen Menschen gesprochen (55 Millionen im Kaiserreich, 20 Millionen im Ausland). Zudem ist es eine sehr alte Kultursprache. Archive in Shimin-Ehj enthalten Dokumente, die über 2500 Jahre alt sind. Das Jennitische gehört zu den Westkarpatischen Sprachen (wie auch Paramurisch), innerhalb dieser zu den Jennitschen Sprachen (wie auch Tegrisch), und innerhalb dieser wiederum zu den südjennitischen Sprachen (wie auch Meç).

Lautlehre

 

Buchstabe IPA
a [a] – [ɑ]*
á [a:] – [ɑ:]*
e [ɛ] – [e]*
é [ɛ:] – [e:]*
h stumm
hj [ç], im Wortauslaut stumm
i [i]
í [i:] (sekundär!!)
k [k]
kk [kʲ]
l [l]
ll [lʲ]
m [m]
n [n]
p [p]
pp []; im Osten [], im Westen [t͡ɕ]
r [r]
s [s]
t [t]
tt [t͡ɕ]
u [ʊ] – [u]*
ú [ʊ:] – [u:]*
y [j]

*Die erste Variante ist die häufigste Form, die zweite ist ein Allophon (Aussprachevariante), die nach /hj/, /y/, /kk/, /pp/, /tt/ und /ll/ auftritt.

Nach /m/ und /n/ folgende Vokale werden nasaliert. Die Betonung liegt bei Verben auf der ersten Stammsilbe, bei Substantiven und Adjektiven (in der Regel) auf der letzten Stammsilbe.

Grammatik

Substantive

Es gibt weder Artikel noch Genus. Plural wird durch die Dehnung der letzten Stammsilbe (auf der in der Regel die Betonung liegt) gebildet, die Kasus hingegen durch Nachsilben.

„tulu“ – Haus Singular Plural
Nominativ tulu tulú
Genitiv tulu-k(e) tulú-k(e)
Lokativ tulu-hje tulú-hje
Negativ tulu-ll tulú-ll

 

Endet der Stamm auf einen Konsonanten, so wird ein (unbetontes!) –a- vor die Kasusendung gesetzt: „hjám“ (Vater) – „hjámak(e)“ (des Vaters).

Eigennamen erhalten im Negativ die Endung –(a)tt, z.B: Uyéter – Uyéteratt

Falls die letzte Stammsilbe bereits gedehnt ist, wird die davor liegende Stammsilbe gedehnt. Dies setzt sich fort. Wenn alle Stammsilben gedehnt sind, wird der erste Vokal des Stammes (gekürzt) vor das Wort gestellt.

Bsp.: „hjám“ (Vater) – „ahjám“  (Väter)

Pronomen

Nominativ Genitiv Lokativ Negativ
Sg1 la kal lahj latt
Sg2 ta kat tahj tatt
Sg3 na kan nahj natt (für Personen)

nall (sonst)

Sg4 pa kap pahj patt
Pl1 kál láhj látt
Pl2 kát táhj tátt
Pl3 yák yáhj yátt
Pl4 káp páhj pátt
Relativ yu (<yahu) yuk yuhj yutt
Demonstrativ mi mik mihj mitt (für Personen)

mill (sonst)

Interrogativ re ker rehj rett
Alle/Jeder tu (<tahu) kut tuhj tutt
Niemand lli kill llihj llitt

Die Lokativendung der Pronomen –hj wird mitgesprochen.

Adjektive

 

Adjektive sind unveränderlich. Es herrscht also keinerlei Kongruenz zum Nomen. Zur Steigerung werden Komparationspartikeln nachgestellt.

Stufe Partikel Beispiel
Positiv tulu púy – das große Haus
Komparativ ttá tulu púy ttá – das größere Haus
Superlativ kkúm tulu púy kkúm – das größte Haus
Elativ ne tulu púy ne – das sehr große Haus

 

„Tés-mi púy ttá tulu“ – „Dieser Baum ist größer als ein Haus“.

„Tés-mi púy ne tulu“ – „Dieser Baum ist so groß wie ein Haus“.

Verben

Verben kongruieren mit dem Subjekt nach Person (durch Endungen) und Numerus (durch Dehnung). Es werden zwei Tempora gekennzeichnet: Präsens und Präteritum. Zu beiden Tempora gibt es je ein Sekundärtempora (Perfekt und Plusquamperfekt), welches Vorzeitigkeit in Nebensätzen verdeutlicht (während Gleichzeitigkeit durch die Weiterverwendung des Tempus des Hauptsatzes ausgedrückt wird). Es gibt zwei Modi, den Imperativ (durch ein Infix gekennzeichnet) und den Konjunktiv (durch ein Partikel). Durch eine Vorsilbe kann das Passiv ausgedrückt werden.

Eine Besonderheit des Jennitischen (und der Westkarpatischen Sprachen im Allgemeinen) ist die vierte Person: Sie drückt das Wort „jemand“ aus.

Konjugation im Präsens

Die Kongruenz mit der Person des Subjekts wird durch Suffixe ausgedrückt. Der Plural wird durch die Dehnung des letzten Stammvokals gekennzeichnet. Die Betonung liegt durchweg auf der ersten Silbe.

„tulu“ – errichten Singular Plural
1 tulu-l tulú-l
2 tulu-t tulú-t
3 tulu-n tulú-n
4 tulu-p tulú-p

 

Konjugation im Präteritum

Das Präteritum wird dadurch ausgedrückt, dass andere Suffixe für die Personen verwendet werden. Für den Plural wird der erste Stammvokal, auf der durchweg die Betonung liegt, gedehnt.

Singular Plural
1 tulu-hj túlu-hj
2 tulu-m túlu-m
3 tulu-y túlu-y
4 tulu-s túlu-s

 

Lange Stammsilben

Bei Verben, bei denen mindestens ein Stammvokal lang ist, erfolgt keine Dehnung. Stattdessen wird im Präsens die zweite, im Präteritum die erste Silbe dupliziert – mit gekürztem Vokal:

rá-l

ich gehe hin, komme an

rára-l

wir gehen hin, kommen an

rá-hj

ich ging hin, kam an

rará-hj

wir gingen hin, kamen an

 

Vorzeitigkeit

Es gibt zwei Tempora der Vorzeitigkeit, die kennzeichnen, dass die Handlung des Nebensatzes vor jener des Hauptsatzes stattgefunden hat: Perfekt (für die Vorzeitigkeit bei Hauptsatz im Präsens) und Plusquamperfekt (für die Vorzeitigkeit bei Hauptsatz im Präteritum). Das Plusquamperfekt jedoch schwindet zusehends, und wird sogar in der Schriftsprache fast durchweg vom Perfekt ersetzt.

Zur Bildung der Vorvergangenheit wird ein –kk- vorm letzten Stammvokal eingefügt. Das Suffix –kka (für den Plural tritt die Dehnung auf dem Suffix auf: –kká-) wird verwendet wenn a) das Verb einsilbig ist oder b) zwischen erstem und zweitem Stammvokal mehr als ein Konsonant steht.

Vorzeitigkeit des Präsens – Perfekt

Es werden die Endungen des Präsens verwendet.

Mit –kk:

Singular Plural
1 tulkku-l túlkku-l
2 tulkku-t túlkku-t
3 tulkku-n túlkku-n
4 tulkku-p túlkku-p

 

Mit –kka/-kká:

Singular Plural
1 rákka-l rákká-l
2 rákka-t rákká-t
3 rákka-n rákká-n
4 rákka-p rákká-p

 

Vorzeitigkeit des Präteritums – Plusquamperfekt

Es werden die Endungen des Präteritums verwendet.

Mit –kk:

Singular Plural
1 tulkku-hj túlkku-hj
2 tulkku-m túlkku-m
3 tulkku-y túlkku-y
4 tulkku-s túlkku-s

 

Mit –kka/-kká:

Singular Plural
1 rákka-hj rákká-hj
2 rákka-m rákká-m
3 rákka-y rákká-y
4 rákka-s rákká-s

 

Passiv

Zur Bildung des Passivs setzt man die Vorsilbe hjé- vor den Stamm. Dabei können Veränderungen am anlautenden Konsonanten des Stammes auftreten:

Laut Wird zu
kk k
ll l
pp p
tt t

 

Beispiel: „ttaman“ – „er isst“ wird zu „hjétaman“ – „es wird gegessen“.

Konjunktiv

Der Konjunktiv wird durch das Proklitikon „ppe“ ausgedrückt: „ppe tulul“ – „ich würde errichten“; „ppe tuluhj“ – „ich hätte errichtet“ usw.

Imperativ

Der Imperativ wird gebildet, indem ein –y- in den ersten Stammvokal eingefügt wird: „tulu-“ wird zu „tuyulu“ (betont wird der Vokal vor dem –y-). Die Dehnung des Plurals erfolgt am ersten Vokal. Der Imperativ kann auch konjugiert werden, wobei dann die Jussiv- und Hortativformen entstehen.

In der zweiten Person erscheint keine Endung. In der Umgangssprache wird der letzte Vokal fortgelassen, diese Form setzt sich auch allmählich in der Literatur durch.

Singular Plural
1 túyulu-l (z.T. auch ohne Dehnung: tuyulul“

Lasst uns errichten!

2 tuyul(u)

Errichte!

túyul(u)

Errichtet!

3 tuyulu-n

Er/sie/es möge errichten!

túyulu-n

Sie mögen errichten!

4 tuyulu-p

Jemand möge errichten!

túyulu-p

Jemand (Pl) möge errichten!

 

Verbalsubstantiv

Das Verbalsubstantiv bezeichnet ein übliches direktes Objekt einer Handlung, manchmal die Handlung selbst. Es wird gebildet, indem der endungslose Stamm endbetont wird.

Beispiel:

  • tulu- (Stamm, anfangsbetont) „bauen“ ; tulu (Verbalsubstantiv, endbetont) – „das Errichtete, Haus“
  • ttama- (Stamm, anfangsbetont) „essen“; ttama (Verbalsubstantiv, endbetont) – „das Essen“

Bei drei- und mehrsilbigen Wörtern fällt der letzte Vokal jedoch aus; betont wird dann entsprechend der Vorletzte.

katulu (Stamm, anfangsbetont) „wiederherstellen, reparieren“; katul (Verbalsubstantiv, endbetont, Elision des letzten Vokals) – „die Heilung“.

Syntax

Nominalphrase

  1. Kopf
  2. Demonstrativmarker –mi
  3. Postpositionen
  4. Adjektive
  5. Postpositionen

Ob Postpositionen die dritte oder die fünfte Position einnehmen, muss gelernt werden.

Beispiel:

„(1) pak (2)-mi (3) ttu (4) púy ne“ – „Zu diesem sehr großen Baum“

„(1) pak (2)-mi (4) púy ne (5) ke“ – „Bei diesem sehr großen Baum“

Advertisements