Tegrisch

Einordnung

Tegrisch (Eigenbezeichnung Ategeir) ist die Amtssprache und meistgesprochene Sprache des Reiches von Tegrim. Es gehört zu den jennitischen Sprachen, ein Zweig der westkarpatischen Sprachfamilie (dadurch auch mit Paramurisch verwandt). Innerhalb der Jennitischen Sprachen gehört das Tegrische den Nordjennitischen Sprachen an, wodurch es eng mit den Skallischen Sprachen verwandt ist. Durch seine Zugehörigkeit zu den westkarpatischen Sprachen ist es eng mit dem Jennitischen verwandt.

Erstmals dokumentiert wird das Tegrische in einem Vertrag zwischen zwei Grafschaften im Jahre 1010 nzi.

Das Betum (Beterbeuyisch) als Varietät des Tegrischen nimmt Sonderstellung ein: Obwohl wissenschaftlich gesehen eindeutig ein Dialekt ist, behaupten und empfinden die Sprecher die Eigenständigkeit des Beterbeuyischen, es ist auch eine rege Literatur vorhanden. Vom linguistischen Standpunkt aus kann man also von einem Ausbaudialekt sprechen.

Lautlehre

Lateinische Umschrift des Lautes IPA
a [a]
aa [ʌ]
b [pʲ]
d [tʲ]
e [ɛ]
ei [i]
g [kʲ]
i [ɐ]
k [k]
l [l]
li [lʲ]
m [m]
n [n]
o [ɔ]
p [p]
r [r]
s [s]
t [t]
u [o]
w [w]
x [x]

Es wird stets die letzte Silbe betont. Auf /m/, /n/ und /x/ folgende Vokale werden nasaliert.

Grammatik

Substantive

Es gibt keinen Artikel. Es gibt kein Genus.

Der Plural wird durch das Proklitikon „wa“ ausgedrückt: „talo“ – Haus; „wa talo“ – Häuser.

Es gibt drei Kasus: Den Nominativ (Grundform), den Genitiv (Besitzverhältnis) und den Negativ. Der Negativ ist eine Art verneinter Akkusativ: In diesem Kasus steht das direkte Objekt, wenn das Prädikat des Satzes (dessen Objekt es ist) verneint ist.

Genitiv durch Anhängen von -ka: „talo waaxka“ – „das Haus des Vaters“ Die Betonung liegt auf der letzten Stammsilbe – nicht auf –ka!

Negativ durch Anhängen von –li (-ili, falls das Wort auf Konsonant endet): „Deil talo“ – „Ich sehe das Haus“, „Aam deil taloli“ – „Ich sehe das Haus nicht“.

Präpositionen treten im Tegrischen als Postpositionen auf und erhalten die Hauptbetonung der Phrase: „talo sa“ – „im Haus“.

Adjektive

Adjektive zeigen keinerlei Kongruenz mit dem zugehörigen Substantiv. Sie werden hinter das Substantiv gestellt (auch hinter eventuelle Postpositionen).

Adjektive sind unveränderlich. Komparationen erfolgen durch Partikeln, die hinter dem Adjektiv stehen:

Komparationsstufe Komparationspartikel Beispiel Deutsch
Positiv talo pux das große Haus
Komparativ daa talo pux daa das größere Haus
Superlativ gum talo pux gom das größte Haus
Elativ (sehr) nei talo pux nei das sehr große Haus

Die Konstruktion „X ist Y-er als Z“ erscheint dann als „X Y daa Z: „Mi pak pux daa talo“ – „Dieser Baum ist größer als ein Haus“.

Die Konstruktion „X ist so Y wie Z“ erscheint als „X Y na Z“: „Mi pak pux nei talo“ – „Dieser Baum ist so groß wie ein Haus.“

 

Pronomen

Nominativ Genitiv Akkusativ Negativ
Sg1 lax laka (laxaka, um den Singular deutlich zu betonen) la (lax) lad
Sg2 tax taka ta (tax) tad
Sg3 nax naka na (nax) nad
Pl1 la laka laa laad
Pl2 ta taka taa taad
Pl3 wa waka wa wad
Interrogativ Sg pax paka pa (pax) pad
Interrogativ Pl pa paka paa paad
Relativ xaa xeka xaa xaad (Pl xaali)
alle/jeder taa taaka taa taad
niemand lii liika lii liid

 

Das adjektivische Demonstrativpronomen ist das Proklitikon „mi“ für die Nahdeixis („mi talo“ – dieses Haus, „wa mi talo“ – diese Häuser) und „gu“ für die Ferndeixis („gu talo“ – jenes Haus). Als substantivisches Demonstrativpronomen verwendet man es gemeinsam mit dem Pronomen der dritten Person („mi na/gu na“ – „dieser, diese, dieses/jener, jene, jenes“; „mi wa/gu wa“ – „diese/jene (Pl)“, „mi waka“ – „deren (subst. Demonstrativpronomen)“).

Für ein abstraktes „das“, welches als Referenz für (nicht genannte) Objekt- und Subjektsätze steht, steht „mi“ allein: „Ra deil mi“ – „Ich weiß (das) nicht“

Die unbestimmte Person kann durch Demonstrativpronomen + Interrogativpronomen ausgedrückt werden, also „mi pa“ – „jemand“. Zur unbestimmten Person als Subjekt siehe Konjugation.

Verben

Person und Numerus

Eine Besonderheit des Tegrischen (und der Westkarpatischen Sprachen im Allgemeinen) ist die vierte Person: Sie steht im Tegrischen für die Interrogativform „wer/was?“. Zusammen mit dem Pronomen „mi“ bedeutet sie „jemand“.

Nach der Person wird konjugiert, indem ein Konsonant angehängt wird. Im Singular wird für gewöhnlich das Personalpronomen weggelassen, im Plural muss es erscheinen.

„dama“ – Essen Singular Plural
1 dama-l la dama-l
2 dama-t ta dama-t
3 dama-n wa dama-n
4 (Wer?) dama-p pa dama-p

„Damap?“ – „Wer isst?“ – „Mi damap.“ – „Jemand isst.“

[ATgr daama-l]

Passiv

Das Passiv wird durch Vorsilben gebildet. Das Vorgangspassiv erhält die Vorsilbe xe-, das Zustandspassiv die Vorsilbe da-. Es kommt zu einer Lautveränderung im Anlaut bei bestimmten Lauten:

Laut Wird zu
b p
d t
g k
li l

 

Bsp.: „dama“ (essen) à „xetaman“ (es wird gegessen), „dataman“ (es ist gegessen)

Vergangenheit

Wird durch das Voranstellen des Proklitikons „ei“ ausgedrückt (vor dem Pronomen): „deil“ – „ich sehe“; „ei deil“ – „ich sah“; „wa dein“ – „sie sehen“; „ei wa dein“ – „sie sahen“

Vorzeitigkeit

In Nebensätzen kann die Vorzeitigkeit durch ein –ga- nach dem Stammgekennzeichnet werden (dama-l wird zu dama-g-a-l „ich habe gegessen“). [ATgr: dei-gei-l > de-gei-l; dam-g-a-l]

Modi

Konjunktiv

Wird durch das Voranstellen des Proklitikons „ba“ ausgedrückt (direkt vor Verb):

1 Person Singular 3 Person Plural
Tegrisch Deutsch Tegrisch Deutsch
ba deil ich sähe wa ba dein sie sähen
ei ba deil ich hätte gesehen ei wa ba dein sie hätten gesehen

 

Imperativ

Zur Bildung des Imperativs wird ein –x- als Infix in den ersten Vokal des Wortes eingeschoben (dieser wird dadurch „geteilt“, d.h. nach dem –x- wiederholt):

„da-x-ama“ – „Iss!“

Der endungslose Imperativ ist dabei der Imperativ im eigentlichen Sinne, d.h. der der zweiten Person. Man kann durch entsprechende Personalpronomen und Endungen auch Jussiv- und Hortativformen bilden:

Singular Plural
1 (la) daxamal „Lasst uns essen“
2 daxama „Iss!“ ta daxamat „Esst!“
3 daxaman „Er möge essen!“ wa daxaman „Sie mögen essen!“
4 daxamap „Jemand möge essen!“ pa daxamap „Jemand (Pl.) möge errichten!“

Verbalsubstantiv

Es gibt das sogenannte „Verbalsubstantiv“ zu jedem Verb. Das Verbalsubstantiv drückt das gewöhnliche direkte Objekt oder Produkt eines Verbs aus: „damal“ – ich esse; „dama“ – „das Essen“.

Doch kann es häufig zu Änderungen von Vokalen kommen. Außerdem ist die Verbindung manchmal lexikalisiert. Ein Beispiel für beides, morphologische Unregelmäßigkeit und semantische Lexikalisierung ist „tola“ – „bauen, errichten“ vs. „talo“ – „(Wohn)Haus“.

Es gibt zahlreiche weitere von Verben abgeleitete Substantive, jedoch handelt es sich bei all diesen Ableitungen um Derivationen, weshalb sie mit entsprechenden Unregelmäßigkeiten verbunden sind.

Partizipien existieren nicht.

Syntax

Nominalphrase

Die einzelnen möglichen Bestandteile der Nominalphrase erscheinen in folgender Reihenfolge:

  1. Pluralmarker „wa“
  2. Demonstrativmarker „mi“
  3. Kopf
  4. Mögliche Postposition
  5. Adjektive
  6. Relativsatz
  7. Mögliche Postpositionen

Beispiele:

„(1) wa (2) mi (3) talo (4) sa (5) pux nei“ – „in diesen sehr großen Häusern“

„(1) wa (2) mi (3) talo (5) pux nei (7) ke“ – „bei diesen sehr großen Häusern“

Dabei erhalten die Postpositionen die Hauptbetonung der Phrase. Ob eine Postposition die 4. oder 7. Position einnimmt, muss auswendig gelernt werden.

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