Tán

Wenn man von „der Tanischen Sprache“ oder dem „Tán“ spricht, ist heutzutage meist das Bergtanische gemeint, die mit Abstand meistgesprochene Sprache der Tanischen Sprachen. Dieses soll nun vorgestellt werden.

Die Tanischen Sprachen stellen eine der Sprachfamilien Daviens dar. Sie selbst gehören zum größeren Zweig der Gertanesischen Sprachen und sind daher mit dem Kanabischen verwandt.

Die Sprachfamilie wird vorrangig von der Volksgruppe der Taner benutzt, die im ersten Jahrtausend nzi auf Davien einwanderte. Zwar siedelten die Taner an unterschiedlichen Punkten in Davien – es gibt nur ein zentrales, zusammenhängendes Siedlungsgebiet, ansonsten nur tanische „Exklaven“ überall in Davien. Doch standen die tanischen Gemeinden stets in regem Austausch miteinander; insgesamt zeichnen sich die Taner durch eine hohe Mobilität aus. Dadurch zerfiel die Sprache nie in deutliche Zweige, sondern beeinflussten sich gegenseitig stets sehr rege.

Die beiden Hauptvarietäten des Tanischen sind das Bergtanisch und das Küstentanisch, aber es gibt verschiedene Dialekte und Spielarten, insgesamt herrscht ein Dialektkontinuum. Küstentanisch war die Literatursprache und Lingua franca der tanischen Davier vor der Gründung der Volksrepublik; seit diesem Zeitpunkt beginnt das Bergtanische diesen Platz einzunehmen. Die Sprecherzahl der ersteren Sprache ist rückläufig, die der letzteren wächst. Küstentanisch wird allerdings weiterhin in ganz Davien als Liturgiesprache der davisch-halloistischen Kirche (Woydaner) verwendet.

Phoneme, Allophone und Grapheme

Buchstabe IPA Anmerkung Umschreibung
a [a] kurzes dt. a
á [a:] langes helles a
ae [εʊ̯], [aʊ̯], [aə̯] Dialektale Differenzen
b [b]
c [k] repräsentiert /k/ am Wortanfang

 

c am Wortende ist stumm

d [d]
e [ε], [ə] [ε] in betonten Silben und vor der Betonung, [ə] nach der Betonung kurzes e wie in „Essig“
é [ε:] ä wie in „ähnlich“
ey [a:] s. á
f [f]
g [g]
h [h]
i [i], [ɪ], [j] [j] nur vor Vokalen, sonst: [i] wenn betont oder vor der betonten Silbe, [ɪ] nach der betonten Silbe [i]: wie i in „ihr“, aber kurz

[ɪ]: wie i in „bitte“

í [i:] sehr seltener Laut wie langes i
k [k] repräsentiert /k/, außer am Wortanfang
l [l]
m [m]
n [n]
nn [ŋ] wie dt. ng
o [ɔ] wie o in „offen“
p [p]
r [r] gerolltes r
s [s], [z] [z] zwischen Vokalen und bei stimmhaften Konsonanten, [s] sonst [s]: s wie in „Essen“

[z]: s wie in „Susi“

sh [ʃ], [ʒ] [ʒ] zwischen Vokalen und bei stimmhaften Konsonanten, [ʃ] sonst [ʃ] wie sch

[ʒ] wie j in „Journal“

t [t]
u [u] u wie in „Urgroßmutter“
ú [u:] u wie in „Uhr“
uo [wa]
y [y] wie dt. ü
ý [y:] langes ü wie in „Blüte“

Im Wortauslaut findet Auslautverhärtung statt.

In den Wörtern „shuo“ (du), „uon“ (und) und „tuo“ (zu) wird „uo“ wie „a“ gesprochen

Es gibt Umlaute im Bergtanischen:

Laut zugehöriger Umlaut
a e
ae é
o i
uo é
u y
ú ý

Laute können auch gedehnt werden

Laut Gedehnter Laut
a ae
e é
i í
o á
u ú
y ý

Bereits lange Laute (mit Zirkumflex oder Diphthonge) sind mit ihrer Dehnung identisch.

Grammatik

Substantive

Substantive haben verschiedene, nicht wechselbare Genera: maskulin, feminin oder neutral. Sie können im Singular oder Plural stehen. Es gibt zwei Fälle – Nominativ und Genitiv. Darüber hinaus kommen Allativ und Elativ vor.

Plural

Plural wird durch das anhängen eines –e gebildet.

Bsp.:

  • frú – frúe (die Frau)
  • kin –kine (das Kind)
  • disk – diske (der Stuhl)
  • frýn – frýne (der Freund)

Sehr häufig kommt es dabei zum Umlaut

  • búm –býme (Baum)
  • shoren – sherene (Dorn)
  • fluod –fléde (Flut)
  • cam – ceme (Kamm)
  • lan –lene (Land)
  • baes – bése (Tante)

Enden die Substantive auf –o, hängt man stattdessen –ie an

  • mylo – myloie (Müller)
  • kempo – kempoie (Soldat)
  • senno – sennoie (Sänger)
  • hito – hitoie (Weise)
  • rifto – riftoie (Richter)

Ausnahme: man – meno (Mann)

Genitiv

Der Genitiv wird gebildet, indem man –s im Singular und –ens im Plural anhängt. Wörter, die im Nominativ Singular auf –o enden, erhalten die Genitiv Pluralendung -ons

Bsp.:

  • búm – búms, bým – býmens
  • kin – kins, kine – kinens
  • lan – lans, lene – lenens
  • mylo – mylos, myloie – mylons
  • man – mans , meno – menons

Allativ

Der Allativ ersetzt die alte Form „tuo + Dativ + hí“, ist aus ihr entstanden. Dem Substantiv wird an den Nominativ (Singular bzw. Plural) –i angehängt, falls es auf einen Konsonanten, -hi, falls es auf einen Vokal endet. In der Schriftsprache kann „tuo“ davorgestellt werden, in der gesprochenen Sprache kommt es nicht vor.

  • Tuo mane hí à (tuo) mani „zum Mann (hin)“
  • Tuo meno hí à (tuo) menohi „zu den Männern“
  • Tuo frú hí à (tuo) frúhi „zur Frau (hin)“

Elativ

Der Elativ ersetzt die bisherige Form „aef + Dativ + ho“, ist aus ihr entstanden. Dem Substantiv wird an den Nominativ (Singular bzw. Plural) –o angehängt, falls es auf einen Konsonanten, -ho, falls es auf einen Vokal endet. In der Schriftsprache kann „aef“ davorgestellt werden, in der gesprochenen Sprache kommt es nicht vor.

  • Aef húse ho à (aef) húso „vom Haus (her, weg)“
  • Aef kine ho à (aef) kineho „von den Kindern (her, weg)“

Possessivpräfixe

Die Personalpronomen (s.u.) können durch sogenannte Possessivpräfixe ersetzt werden. Diese stehen dann direkt vor dem Substantiv

Person Präfix Beispiel Übersetzung
Sg1 mi- mihús mein Haus
Sg2 shi- shihús dein Haus
Sg3 Reflexiv si- sihús sein/ihr eigenes Haus
Pl1 uo- uohús unser Haus
Pl2 ý- ýhús euer Haus
Pl3 ár- árhús deren (eigenes) Haus

Komposita

Substantive können im Tanischen verknüpft werden. Das entstandene Substantiv nennt man Kompositum. Dabei steht das Bestimmungswort vor dem Grundwort. Dazwischen wird eine Bindung eingefügt.

Gestalt der Bindung Grundwort beginnt nicht mit s Grundwort beginnt mit s oder h
Bestimmungswort endet auf Konsonant -is- -i-
Bestimmungswort endet auf s -i-
Bestimmungswort endet auf Vokal -s-

Beispiele:

  • „eren“ (Ernte) + „tád“ (Zeit) = „erenistád“ (Erntezeit, Herbst)
  • „ceuák“ (Mathematik) + „lesenn“ (Unterricht) = „ceuákislésenn“ (Mathematikunterricht)
  • „iuogen“ (Jugend) + „fryn“ (Freund) = „iuogenisfryn“ (Jugendfreund)
  • „hús“ (Haus) + „daeg“ (Tag) = „húsdaeg“ (Wochenende)
  • „hús“ + „staren“ (Stern) = „húsistaren“ (Hausaltar)
  • „hús“+ „hálo“ (Arzt) = „húsihálo“ (Hausarzt)
  • „frú“ (Frau) + „daeg“ = „frúsdaeg“ (Frauentag)
  • „frú“ + „hálo“ = „frúhálo“

Adjektive

Sie können nach Genus des abhängigen Substantives dekliniert werden. Es wird, falls mehrere Adjektive aufeinander treffen, nur das erste dekliniert.

Positiv Komparativ Superlativ
maskulin -o -iro -sto
feminin -i -iri -sti
neutral -t -ot -stit
Plural -e -ire -ste
Adverb -o -st

Im Komparativ und Superlativ tritt Umlaut auf

Bsp.:

sho skuono man sho skéniro man sho skénsto man
shy skuoni frú shy skéniri frú sho skénsti frú
shet skuont kin shet skénot kin shet skénstit kin
shy skoune menske shy skénire menske shy skénste menske
Saenno skuon (Er sang schön) Saenno skéno saenno skénst

Shet skuont girút hús – Das schöne große Haus.

Adjektive auf –(l)ic verlieren im Komparativ das –c, sodass die Endungstabelle dann so aussieht:

Positiv Komparativ Superlativ
maskulin -lico -liro -listo
feminin -liki -liri -listi
neutral -lict -lot -listit
Plural -like -lire -liste
Adverb -lic -lo -list

Positiv Komparativ Superlativ
maskulin sho frélico man sho fréliro man sho frélisto man
feminin shy fréliki frú shy fréliri frú shy frélisti frú
neutral shet frélict kin shet frélot kin shet frélistit kin
Plural shy frélike menke shy frélire menske shy fréliste menske
Adverb saenno frélic saenno frélo saenno frélist

Pronomen

Pronomen Als Subjekt Als Objekt Possesivpronomen (m)
1 Sg eyc [a:] mo máno
2 Sg shuo [ʃa] sho sháno
3 Sg m o em sáno
3 Sg f sy io io (n: iot)
3 Sg n et et sáno
1 Pl heyr [ha:] uos uoso
2 Pl eyr ýk ýro (n: ýt)
3 Pl shy shí sháro (n: shát)
Wer? hér hem hero (n: hest)
Was? hat hat hero (n: hest)

Adjektivische Pronomen:

  • Dieser: shyso
  • Jener: iéno
  • Alle: aele
  • Jeder: aelo oder iesho
  • Solch ein: bas sulko
  • Irgendein: hat sulko; gern wird auch einfach das Interrogativpronomen „hat“ allein benutzt

Demonstrativpronomen:

NSg Npl G, E, A Pl
maskulin sho shy she
feminin shy
neutral shet

Verben

Einleitung

Verben haben zwei Konjugationen: Die nicht-enklitische und die enklitische. Erstere stellt eine hebt das Verb hervor, gilt als getragener Stil, manchmal auch altertümlich. Sie unterscheidet nach Tempus (Präsens und Präteritum) und Person (des Agens).

Die enklitische Konjugation ist der Normalfall. Sie unterscheidet nach Tempus (Präsens, Präteritum, Resultativ), der Person des Subjektes und des direkten Objektes. [1]

Darüber hinaus können auch Modalitäten (wollen, können, müssen) bis zu einem gewissen Grade ausgedrückt werden.

Unabhängig von der Konjugationsklasse gibt es einen Imperativ, einen Infinitiv und die Partizipien Aktiv und Passiv.

Die Verben weisen Präsens- Präteritum- und Partizip-Passiv-Stämme auf.

Infinite Formen

Imperativ

Eine sprachwissenschaftliche Besonderheit im Tanischen ist, dass der Imperativ zu den Infiniten Formen gezählt wird und nicht etwa als Modus gilt.

Der Imperativ ist mit dem Präsensstamm identisch, nur dass diese durch ein –e erweitert wird; im Falle das der Stamm auf einen Vokal auslautet -ie. Deshalb ist der Imperativ als Nennform in den Wörterbüchern zu finden.

Bsp.:

  • *lés à lése „Lies!“
  • *résh à réshe „Sprich!“
  • *cuom à cuome „Komm!“
  • *gé à géie „Geh!“
  • *sté à stéie „Steh!“
  • *bibeto à bibetoie „bessere!“

An den Imperativ kann –nt zur Verneinung angehangen werden:

Lésent, réshent, cuoment, gént, bibetoient

Infinitiv

Prinzipiell wird ein –e angehängt.

Endet der Präsensstamm auf –n, -nn, -m, l, r wird der Stammvokal gedehnt.

Endet der Präsensstamm auf –d, wird dieses durch –n ersetzt.

Endet der Präsensstamm auf –b, wird dieses durch –m ersetzt.

Endet der Präsensstamm auf –g, wird dieses durch –nn ersetzt.

Diesen Vorgang nennt man Lenierung.

Endet der Präsensstamm auf einen Vokal, wird –n angehängt.

Beispiele:

  • Regelmäßige:
    • *suok à suoke „suchen“
    • *hek à heke „wecken“
    • *ruop à ruope „rufen“
  • Auf Vokal:
    • *sé à sén „sehen“
    • *gé à gén „gehen“
  • Mit Dehnung:
    • *sinn à sínn „singen“
    • *biren à birén „brennen“
    • *folann à folaenn „verlangen“
    • *hel à hél „wollen“
    • *ter à tér „zerren“
  • Mit ihrer Dehnung identische und darum unveränderte auf m, n, nn:
    • *cuom à cuom „kommen“
    • *hán à hán „weinen“
    • *ném à ném „nehmen“
  • Mit Lenierung
    • *lyg à lynn „liegen“
    • *léb à lém „leben“
    • *hed à hen „wetten“

An den Infinitiv kann –ent zur Verneinung angehängt werden, hinter Vokal nur –nt.

(réshent, gént, lynnent, henent)

Partizipien

Partizip Aktiv

Es wird gebildet, indem an den Präsensstamm die Endung –eno, bzw. –no (wenn der Stamm auf einen Vokal endet) angehängt wird. –o ist dabei die männliche Endung, die verändert werden kann.

  • *hán à sho háneno man (der weinende Mann)
  • *sinn à shy sinneni frú (die singende Frau)
  • *sé à hid séne Ýge (mit sehenden Augen) („Úg“, „Ýge“ muss stehts groß geschrieben werden)
Partizip Passiv

Das Partizip Passiv wird mit der Vorsilbe gi- und der Nachsilbe –d, die den vorhergehenden Konsonanten stimmhaft macht (-ede wenn auf Dental folgend) gebildet. Manchmal entfällt die Nachsilbe. Sehr oft tritt ein Ablaut auf, d.h. eine Vokalveränderung. Dabei entfällt die Endung, dafür können dieselben Lautprozesse wie beim Infinitiv auftreten.

Bergtanisch Imperativ Deutsch Infinitiv Bergtanisch Partizip Passiv
huone wohnen gihuond, m: gihuondo
suoke suchen gisuogd, m: gisuogdo
ruope rufen giruope (!) m: giruopeno
hede wetten giheded m: gihededo
néme nehmen ginom m: ginomeno

Das Partizip Passiv hat bei transitiven Verben passive, bei intransitiven Verben präteritive Bedeutung.

Tempera der Partizipien

Die Partizipien gelten stets als mit der Haupthandlung zeitgleich geschehend, also „Diraef-á man huon-eno shor“ – „Traf-ich Mann wohnend dort“ – „Ich traf einen Mann, der dort wohnte“. Allerdings ist die zeitliche Bedeutung sehr schwach, im Beispielsatz ist nicht auszuschließen, dass der Mann tatsächlich doch noch „dort wohnt“. Um die Zeit zu präzisieren, müssen spezifische Adverbien verwendet werden: „shaes“ – „damals“, „frys“ – „zuvor“, „iet“ – „jetzt“.

  • Diraef-á man shor shaes huon-eno: Ich traf einen Mann, der (damals) dort wohnte
  • Diraef-á man shor frys huon-eno: Ich traf einen Mann, der dort gewohnt hatte (und damals nicht mehr dort wohnte)
  • Diraef-á man shor iet huon-eno: Ich traf einen Mann, der jetzt dort wohnt.

Nicht-enklitische Konjugation

Nicht-enklitisches Präsens

Es werden die Subjektpronomen vorangestellt. Das Verb unterzieht sich ebenfalls einigen Änderungen:

  • 1 Sg: Es wird ein –e angehängt, es sei denn, das Verb endet auf einen Vokal
  • 2 Sg und 3 Sg: Es wird –sh angehängt. Stimmhafte Plosive werden als stimmlos geschrieben (bàp, dàt, gàk)
  • Plural: gleicht dem Infinitiv

Beispiel: suoke – suchen

Eyc suoke – ich suche

Shuo suoksh – du suchst

o/sy/et suoksh – er/sie/es sucht

heyr suoke – wir suchen

eyr suoke – ihr sucht

shy suoke – sie suchen

Weitere Beispiele:

Bergtanisch Imperativ Deutsch Infinitiv 1 Sg 2 Sg, 3 Sg Pl
cuome suchen eyc cuome cuomsh cuom
lébe leben eyc lébe lépsh lém
lyge liegen eyc lyge lyksh lynn
hede wetten eyc hede hetsh hen
sehen eyc sé sésh sén
tere zerren eyc tere tersh tér

Unregelmäßige Verben:

Bergtanisch Imperativ Deutsch Infinitiv 1 Sg 2 Sg, 3 Sg Pl
hése sein eyc bí shuo bis, o í sán
haebe haben eyc hae haesh haen
hite wissen eyc hát hásh hite
kene kennen eyc ken kesh kén
cune können eyc cae cash cuon
hereshe werden eyc heshe hesh heshe

Nicht-enklitisches Präteritum

Bei regelmäßigen Verben wird einfach ein –de an den Präsensstamm angehangen. Dabei werden stimmlose Plosive (p, t, k) stimmhaft. Endet der Präsensstamm auf d oder t, wird die Endung –ede.

Einige Verben verändern dabei ihren Stammvokal (Ablaut), dabei entfällt das –de.

Beispiel: huone – wohnen

Eyc huonde – ich wohnte

Shuo huonde – du wohntest

o/sy/et huonde – er/sie/es wohnte

heyr huonde – wir wohnten

eyr huonde – ihr wohntet

shy huonde – sie wohnten

Laut Häufiger Ablaut Präteritum
á i
e a
é ae
i a, ae
uo ý
o ae

Weitere Beispiele:

Bergtanisch Imperativ Deutsch Infinitiv Bergtanisch 1 P Sg Prät
suoke suchen eyc suogde
ruope rufen eyc rýp
bide bitten eyc baed
ráde fahren eyc rid
sinne singen eyc sann
cuome kommen eyc caem
hése sein eyc haer; Plural: haen
haebe haben eyc haed
hite wissen eyc hus
kene kennen eyc cand
cune können eyc cond
hereshe werden eyc hash; aber alle anderen Personen: hosh
hele wollen eyc hold

Enklitische Konjugation

Die enklitischen Endungen und ihre Kombination

Subjekt und direktes Objekt

Die Personalendungen in der enklitischen Konjugation stehen für das Subjekt, das direkte und manchmal auch das indirekte Objekt. Sie sind in allen Zeitformen gleich. Entstanden sind diese Formen aus den Personalpronomen.

Endungen der Subjekte:

Person Personalpronomen Enklitikon falls nach Konsonant Enklitikon falls nach Vokal
1 Sg eyc -k
2 Sg shuo -sha -sha
3 Sg m o -o -sho
3 Sg f sy -shy -shy
3 Sg n et -t -t
1 Pl heyr -mo -mo
2 Pl eyr -to -to
3 Pl shy -y -ny

Endungen der direkten Objekte, sofern kein indirektes Objekt vorhanden:

Person Enklitikon nach Konsonant Enklitikon nach Vokal
1 Sg -emo -mo
2 Sg -sho -sho
3 Sg m -en -n
3 Sg f -es -se
3 Sg n -it/-t -t
1 Pl -ens -ns
3 Pl -sh(e)
Reflexiv -esk -sk

2 Pl kann nicht enklitisch als direktes Objekt ausgedrückt werden.

Für die Kombination der beiden Arten Enklitika gelten folgende Regeln:

  • Erst die das Subjekt, dann das direkte Objekt (ném-á-t: Ich nehme es)
  • Allerdings hat 3 Sg n, egal ob als Subjekt oder Objekt, hintenan zu stehen (sé-mo-t: Es sieht mich, statt **sétmo).
  • Falls mehrere dritte Personen zusammentreffen, gilt aber wieder die Regel, dass erst das Subjekt genannt wird:
    • Sé-sho-t: Er sieht es
    • Sé-t-en: Es sieht ihn
    • Sé-sho-n: Er sieht ihn
    • Sé-sho-sk: Er sieht sich
    • Sé-t-y: es sieht sie (pl)
    • Lyb-shy-sh(e): Sie liebt sie (Pl.)

Beispielkonjugation mit „suoke“ – suchen

Ich suche mich, ich suche dich, ich suche ihn, ich suche sie, ich suche es, ich suche uns, ich suche sie suokámo/suokásk, suokásho, suokán, suokáse, suokát, suokáns, suokásh
Du suchst mich usw. suokshamo, suokshasho/suokshask, suokshan, suokshase, suokshat, suokshans, suokshash
Er sucht mich usw. suokomo, suokosho, suokon / Reflexiv: suokosk, suokose, suokot, suokons, suokosh
Sie sucht mich usw. suokshymo, suokshysho, suokshyn, suokshyse / Reflexiv: suokshysk, suokshyt, suokshyns, suokshysh
Es sucht mich usw. suoktemo, suoktsho, suokten, suoktes, suoktit / Reflexiv: suoktesk, suoktens, suoktí
Wir suchen dich usw. suokmosho, suokmon, suokmose, suokmosh
Ihr sucht mich usw. suoktomo, —, suokton, suoktose, suoktot, suoktons, suoktosh
Sie suchen mich usw. suokymo, suokysho, suokyn, suokyse, suokyt, suokyns, suokysh / Reflexiv: suokysk

Indirekte Objekte

Die Enklitika des Indirekten Objekts lauten:

Person Enklitikon nach Konsonant Enklitikon nach Vokal
1 Sg -mo -emo
2 Sg -sho -sho
3 Sg m -em -n
3 Sg f -o -r
3 Sg n -em -m
1 Pl -ens -ns
2 Pl -ik -k
3 Pl -ín -nen
Reflexiv -esk -sk

Beim Aufeinandertreffen gelten wiederum Regeln:

  • Es kann nur entweder direktes oder indirektes Objekt enklitisch dargestellt werden; das andere Objekt muss als eigenes Pronomen dargestellt werden
  • Es werden die Pronomen der 3. Person bevorzugt, von diesen wiederum die im Singular:
    • Foraedám sho: Ich verrate dich an ihn
    • Foraedán (tuo) sho: Ich verrate ihn an dich
    • Foraedonen mo: Er verrät mich an sie (Pl)
    • Foraedosh(e) (tuo) mo: Er verrät sie (Pl) an mich
    • Foraedshyn (tuo) shí: Sie verrät ihn an sie (Pl)
    • Foraedshym shí: Sie verrät sie (Pl) an ihn
    • Foraedyn (tuo) ió oder foraedyr em: Sie verraten ihn an sie (fSg)
  • Ist keins der Objekte 3. Person, so wird das direkte bevorzugt
    • Foraedysho (tuo) mo: Sie verraten dich an mich
    • Foraedymo (tuo) sho: Sie verraten mich an dich
  • Die Regel, dass nur eines der beiden Objekte enklitisch dargestellt werden kann, gilt auch, wenn beide Objekte 3 Sg sind, mit einer Ausnahme: das direkte Objekt ist ein Neutrum. Das –t kann immer angehangen werden, und steht zuletzt
    • Gébárt = géb-á-r-t = Ich gebe es ihr
    • Némshamt = ném-sha-m-t = Du nimmst es ihm
    • Némymot = sie nehmen es mir
    • Géboshot = er gibt es dir
  • 3 Sg n als Subjekt steht zuletzt, wenn das direkte Objekt 2. oder 1. Person ist; ist das direkte Objekt aber ebenfalls 3. Person, steht 3 Sg n zuerst:
    • Tákemot (tuo) sho: Es zeigt mich dir
    • Tákeshot (tuo) mo: Es zeigt dich mir
    • Tákot (tuo) mo: Er zeigt es mir
    • Tákten (tuo) mo: Es zeigt ihn mir
    • Tákyt (tuo) mo: Sie zeigen es mir
    • Táktí (tuo) mo: Es zeigt mir sie (Pl)
    • Tákten (tuo) ió: Es zeigt ihn ihr
  • Es gibt die Tendenz, das intransitive Verben an das Enklitikon des Subjekts die Form –sk anhängen; in manchen Dialekten hingegen wird an intransitive Verben statt der Subjektendung die Endung des indirekten Objekts gehängt:
    • huon-o-sk, huon-en: Er wohnt; im Kontrast zu: huon-o-t „Er bewohnt es“

Bildung der Tempera der enklitischen Konjugation

  • Präsens: Die Personalendungen werden an den (Präsens-)Stamm gehängt.
    • suok-á-t: Ich ziehe es.
    • géb-á-m-t: Ich gebe es ihm.
  • Präteritum: Die Personalendungen werden an den Stamm des Präteritums gehängt.
    • suog-d-á-t: Ich suchte es.
    • gaeb-á-m-t: Ich gab es ihm.

Weitere Erscheinungen in der Enklitischen Konjugation

Modalitäten

Direkt an den Stamm können Nachsilben angehängt werden, die die Modalität repräsentieren:

Modalität Endung
Wollen -il-
Müssen -ut- (-mut- nach Vokal)
Können/Dürfen -ecn- (-cken- nach Vokal)

Für das Präteritum kann der Stamm des Präteritums verwendet werden. Diese Form ist jedoch selten.

Bsp:

  • suok-il-á-t: Ich will es suchen
  • suogd-il-á-t: Ich wollte es suchen. Alternative Form (sehr selten): suok-old-át
  • suok-ut-á-t: Ich muss es suchen
  • suogd-ut-á-t: Ich musste es suchen
  • suok-ecn-á-t: Ich kann es suchen
  • suogd-ecn-á-t: Ich konnte es suchen.
Die Konjugation von Adjektiven

Auch Adjektive können konjugiert werden, im Sinne von „ist…“ Dabei wird schlicht die Endung des Subjekts angehangen (die Endung –c muss entfernt werden):

  • skuon-sha: Du bist schön
  • skuon-shy: Sie ist schön
  • fréli-k: Ich bin fröhlich
  • fréli-sha: Du bist fröhlich

Diese Form hat keine Tempera; diese müssen umschrieben werden (in der Umgangssprache jedoch kommen Formen wie skuon-d-o „Er war schön“ sehr häufig vor).

Morphosyntaktische Erscheinungen am Verb

Modus-Partikel

Der Modus wird im Tanischen nicht am Verb gekennzeichnet, sondern durch ein dem Verb vorangehendes Modus-Partikel.

Modus-Partikel Modus Beispiel Übersetzung
hul Konjunktiv I, indirekte Rede hul suokot

hul suogdot

er suche es

er habe es gesucht

hy Optativ, Möglichkeit hy suokot!

hy suogdot

er würde es suchen

er hätte es gesucht

aek Subjunktiv, Wunsch Aek suokot!

Aek suogdot!

Würde er es nur suchen/Möge er es suchen.

Hätte er es nur gesucht!

Präverbien

Eine Besonderheit des Tanischen sind die Präverbien. Dies sind Präfixe von Verben, welche deren Bedeutung modifizieren. Dabei werden alle grammatischen Präfixe zwischen Präverbium und Verb eingefügt. Das Präverbium steht bei allen Infiniten Formen (wozu im Tanischen auch der Imperativ zählt!) vor dem Verb. In allen finiten Formen wird es abgetrennt und an das äußerste Ende des Satzes gehängt. Jedoch ist findet die Abtrennung ausschließlich Schriftsprachlich statt; in der Umgangssprache ist das Präverbium stets mit dem Verb verbunden.

Beispiel: „bacuom“- „anfangen“; dabei ist  „ba“ das Präverbium und „cuom“ der Verbstamm

Schriftsprache Umgangssprache Übersetzung
ba-cuom bacuom anfangen
ba-cuom-e ba-cuom-e Fang an!
ba-cuom-enit ba-cuom-enit das anfangende (Partizip Aktiv)
ba-gi-cuom-enit ba-gi-cuom-enit das angefangene (Partizip Passiv)
O cuomsh mahe et ba. O ba-cuomsh et mahe. Er fängt es gleich an.
Cuom-o-t mahe ba. Ba-cuom-o-t mahe. Er fängt es gleich an.

Syntax

Wortstellung in der Nominalphrase

In der Nominalphrase gilt folgende Wortstellung

  1. Demonstrativpronomen
  2. Adjektive
  3. Kernsubstantiv
  4. Beschreibende Partizipien
  5. Relativsätze

Beispiel:

Position Bergtanisch Deutsch
1 shy diese
2 skuoni schöne
3 frú Frau
4 hyr frys huoneni hier früher wohnende
5 so ginnshy út diese, welche fortgegangen ist

„shy skuoni frú shor frys huoneni so ginnshy út“ – „Diese schöne Frau, welche früher hier wohnte und fortgegangen (=fortgezogen) ist“

Solche langen Phrasen sind jedoch in der Praxis kaum anzutreffen.

Beschreibende Partizipien

Beschreibende Partizipien nennt man solche, die A) Attribut eines Substantives sind und B) mindestens ein Attribut haben. Andernfalls spricht man von einem adjektivischen Partizip, falls es kein Attribut hat, und von einem adverbialen Partizip, falls es nicht Attribut eines Substantives ist – diese Gruppen werden entsprechend wie Adjektive bzw. Adverbien behandelt.

Beschreibenden Partizipien kommt eine bestimmte Stellung in der Nominalphrase zu, und sie selbst ordnen ihre Attribute nach einem bestimmten Konzept:

  1. Adverbien
  2. Subjekt des Partizips – im Elativ!, so dies nicht gleich dem beschriebenen Substantiv ist
  3. Modus-Partikel
  4. Kern der Phrase – das beschreibende Partizip
  5. Direktes Objekt, so dieses nicht gleich dem beschriebenen Substantiv ist
  6. Indirektes Objekt, oft im Allativ
Position Bergtanisch Deutsch
1 frys früher
3 hul Konjunktiv I
4 gébeni gebende
5 birúd Brot
6 mani dem Mann

„frys hul gébeni birúd em“ – „die früher dem Mann Brot gegeben haben sollende“ – „welche ihm früher Brot gegeben haben soll“

Position Bergtanisch Deutsch
1 frys früher
2 frúho von der Frau
3 hul Konjuktiv I
4 gigémit gegebenes
6 em ihm

„frys frúho hul gigemit em“ – „das ihm früher von der Frau gegeben worden sein soll“

Früher fand das beschreibende Partizip weite Verwendung, insbesondere in der Literatur. Heute jedoch wird es fast völlig vom Relativsatz verdrängt.

Aussagesatz

In transitiven Aussagesätzen gilt die Wortstellung

  1. Subjekt
  2. Bevorzugte Stelle für Adverbien
  3. Modus-Partikel
  4. Prädikat (4.1 Hilfsverb 4.2 Bedeutungstragendes Verb)
  5. Direktes Objekt
  6. Indirektes Objekt
  7. Bevorzugte Stelle für Adverbien
  8. Zum Prädikat gehörige Präverbien
  9. Relativsätze, beschreibende Partizipien, Modale Interrogativpronomen (s.u.)

Beispiel:

Position Bergtanisch Deutsch
1 man der Mann
2 hyr hier
3 hul Konjunktiv I
4.1 [ba-]cuomsh fängt [an]
4.2 bitél erzählen (Infinitiv)
5 mésh Geschichte
6 frúhi der Frau
7 frelic fröhlich
8 ba an

„man hyr hul cuomsh bitél mésh frúhi frelic ba“ – „Der Mann fange hier an, der Frau die Geschichte fröhlich zu erzählen“

  • In intransitiven Aussagesätzen nimmt das Subjekt stets die Position des indirekten Objekts ein:
    • hyr hul (ba-)cuomsh mésh ba – hier beginne die Geschichte
    • cuomo hámi – er kommt nach Hause
    • cuomsh man bahýr – der Mann kommt hierher
  • Adverbien können zwischen all diesen Positionen eingefügt werden, meist wird die Position zwischen 1 und 4 bevorzugt oder aber hinter 6.
    • (iet) man (iet) cuomsh (iet) bitél (iet) mésh (iet) frúhi (iet) ba – der Mann beginnt jetzt, der Frau eine Geschichte zu erzählen
  • Modus-Partikel stehen in der Schriftsprache vor dem Prädikat, in der Umgangssprache jedoch werden sie meist an den Satzanfang oder an das Satzende (hinter 7) gesetzt.
    • (hul) man (hul – hochsprachlich) cuomsh bitél mésh frúhi (hul) ba – der Mann beginne der Frau eine Geschichte zu erzählen
  • Insbesondere die dritte und vierte Position können wechseln, sofern das direkte Objekt eindeutig gekennzeichnet ist. Wenn das Subjekt durch enklitische Konjugation im Prädikat integriert ist, ist die Wortstellung nahezu völlig frei (meist entfällt schlicht 1), nur 8 ist unverrückbar.
    • man diraef-á / diraef-á man – Ich traf einen Mann
    • cuom-o bitél mésh ba / mésh cuom-o bitél ba – Er beginnt eine Geschichte zu erzählen
  • Relativsätze und Partizipien, die sich ein Substantivbeziehen beschreiben, können an das absolute Satzende gehängt werden (hinter 8).

Fragesätze

In Fragesätzen ersetzt ein Interrogativpronomen das zu Erfragende. In Entscheidungsfragen wird ein „haer?“ oder auch ein „ish?“ ans Ende des Satzes gestellt. Modale Interrogativpronomen (Wo, wann, wie) können alternativ an den absoluten Satzanfang oder das absolute Satzende (hinter 8), dies ist jedoch umgangsprachlich.

Eigentlich muss die nicht-enklitische Konjugation in Fragesätzen stets verwendet werden. Dies ist in der Umgangssprache inzwischen kaum noch der Fall, sogar in der Schriftsprache wird diese Regel inzwischen gebrochen.

Beispiele in nicht-enklitischer Konjugation Übersetzung
Hér iet gébsh birúd tuo em? Wer gibt ihm jetzt Brot?
O iet gébsh hat tuo em? Was gibt er ihm jetzt?
O iet gébsh birúd tuo hem? Wem gibt er jetzt Brot?
O hú/han/hy gébsh birúd tuo em? Wann/Wo/Wie gibt er ihm Brot? (schriftsprachlich)
Hú/han/hy o gébsh birúd tuo em? Wann/Wo/Wie gibt er ihm Brot? (umgangssprachlich)
Hér iet gébom birúd?

Iet gébom hat?

Iet gébo birúd hem?

Hú/han/hy gébom birúd?

Umgangssprachliche Varianten obiger Fragen

Relativsätze

Relativsätze, werden durch ein Relativpronomen eingeleitet, welches von der Rolle Bezugswortes im Relativsatz (Subjekt, direktes Objekt, indirektes Objekt, Possessor) abhängt. Dieses macht eine weitere Erwähnung des Bezugswortes im Relativsatz obsolet, wodurch die Wortstellung im Relativsatz forcément von der des gewöhnlichen Aussagesatzes abweicht.

Im Relativsatz muss die enklitische Konjugation verwendet werden.

Die Tempera im Relativsatz sind relativer Art (Gegensatz zu Englisch, Gemeinsamkeit mit Polnisch): Präsens bedeutet Gleichzeitigkeit, Präteritum Vorzeitigkeit. Findet die Haupthandlung in der Vergangenheit statt, und man möchte ausdrücken, dass das Geschehen im Nebensatz in der Gegenwart stattfindet, so muss man entsprechende Adverbien verwenden (z.B. „iet“ – jetzt) oder, umgangssprachlich, das Realpräsens verwenden.

Die Relativpronomina ähneln den Interrogativpronomen:

Kasus des Bezugswortes Relativpronomen
Subjekt, Maskulinum oder Femininum hér
Subjekt, Neutrum so
direktes Objekt hy
indirektes Objekt hem (Allativ tuo hem, hemi; Elativ: hemo)
Possessor hero (Adjektivisch)
Modalität (Ort, Zeit) gleich dem Interrogativpronomen

  • Beispiele zu den Tempera:
    • Diraef-á man, so háno. – Ich traf einen Mann, der weinte.
    • Diraef-á man, so hándo. – Ich traf einen Mann, der geweint hatte.
    • Diraef-á man, so iet háno. – Ich traf den Mann, der jetzt gerade weint.
  • Beispiele zu den Relativpronomen:
    • Suokán man, hem Alfrýn gébo birúd – Ich suche den Mann, dem Alfrýn Brot gibt.
    • Suokán man, so gébo Alfrýn birúd – Ich suche den Mann, der Alfrýn Brot gibt.
    • Suokát birúd, hy man gébo Alfrýn – Ich suche das Brot, dass der Mann Alfrýn gibt.
    • Suokát man, hest Alfrýn gébo birúd frúhi – Ich suche den Mann, dessen Brot Alfrýn der Frau gibt.
    • Suok-á-n, hem(i) géb-o-t – Ich suche ihn (=den), dem er es gibt.
    • Suok-á-t, hy géb-o-m – Ich suche es (=das), was er ihm gibt.
    • Suok-á-n, so géb-o-m-t – Ich suche ihn (=den), der es ihm gibt.

In der Schriftsprache wurden Relativsätze früher meist durch beschreibende Partizipien umschrieben. Jetzt jedoch wird der Relativsatz bevorzugt, und verdrängt die beschreibenden Partizipien in der Umgangssprache völlig, in der Schriftsprache nahezu.

Subjekt- und Objektsätze

Ein Nebensatz, der Subjekt oder Objekt des Hauptsatzes ist, wird schlicht an die Position gesetzt, die seiner Funktion im Hauptsatz entspricht. Als direktes Objekt oder Subjekt kann er – muss jedoch nicht – mit „hy“ eingeleitet werden. Übernimmt er die Funktion eines indirekten Objekts, wird er mit „tuo hy“ oder einer anderen passenden Präposition eingeleitet. In allen genannten Fällen kann „hy“ durch ein passendes Interrogativpronomen ersetzt werden.

  • hátá, (hy) cuomo – Ich weiß, dass er kommt
  • (hy) cuomo, bigirúmot – Dass er kommt, ängstigt mich
  • Nif shenká, tuo hy cuomo – Ich denke nicht daran, dass er kommt.
  • Hátá, han cuomo – Ich weiß, wann er kommt

Anhang

Beispieltexte

Schmetterlingsgefühle (2598)

Alfons Gularsk

 

Schöne und bunte

Schmetterlinge fliegen

Entfliehend dem Rauch

Der aus den Köpfen zweier Dutzend Schüler steigt

– Mathematikunterricht –

 

Smetolennenisdéshie

Alfons Gularsk

 

Flygy smetolenne

Skuone uon buone

Flyny rúko

Stágeno út cepe tá shuotens skélons

– Ceuákislesenn –

Aufbruchsstimmung (2598)

Alfons Gularsk

 

Die Stimmen unter mir

Der Müll um mich herum

Die Stille – nicht mehr hier

und ich, ich bleibe dumm

 

Onbirúkisdéshi

Alfons Gularsk

 

Stime uono mo

Mul uom mo icirás

Stil – nift ié hyr

Uon eyc, bilábá tum

Meerestrunk (2500)

Alfons Gularsk

 

Allein bei den Wellen

Die wie Träume zerschellen

Bleibt mir nur der Wunsch

Nach heißem Punsch

Mérisdirunk

Alfons Gularsk

 

Lánsem bá hele

So hy dirýme toskele

Bilábomo ántic hunsk

Fuor háto punsk

Fremdwörterbuch[2]

Wort Bedeutung Ursprung

(Herkunftssprache Urmannisch, andernfalls gekennzeichnet)

Bedeutung in Fremdsprache

(falls abweichend)

déshi Emotion, Gefühl dēššĭz
shirúf genau šĭrrūwwā (Pfeilspitze)
ceuák Mathematik kĕwwāk ŭr īddā – Philophische Schule
cimíp Brief kĭmmīpĕz
eshátárep Kühlschrank ešāz (Kiste), ĭttārpĕz (Eis, Schnee)
ctánislét Schreibtisch ctan (schreiben, sinthisch), lēttā (Ort)
mýket Geldschein, Banknote mŭyyukāt (Opfer)
ýko Westen yqer (Abend, xyllabisch)
uosh Osten oashe (Morgen, xyllabisch)
níká Post ĭnīkkāz (Botschaft)
mahe in einem Moment maxxēz (der Augenblick, der Moment)
mésh Geschichte māyĕššā
cogash Revolver, Pistole kŭggaššăz (Pfeil, Speer)
tynnemésh Theaterstück tynne (zeigen, tanisch), māyĕššā (Geschichte)

[1] Eine genaue Unterscheidung der Tempera im Tanischen muss noch vorgenommen werden

[2] Ein Tanisches Wörterbuch im Anhang ist in Arbeit