Rowanisch

Allgemein

  • gesprochen von ca. 5.000 Personen auf den Rowanischen Inseln bei Bangabandhu
  • zählt zu den Urkontinentalen Sprachen, welche wahrscheinlich zu den Reduplikationssprachen gehören
  • Eigenbezeichnung „Rubanu“
  • gilt als die urtümlichste Sprache auf Ultos, soll sich seit 10.000 Jahren nicht verändert haben. Dies wid begünstigt durch:
    • geringe Sprecherzahl
    • wenig Kontakt nach außen: eine Stunde Bootsfahrt zum Bangabandhischen Festland
    • keine Regierung hat sich zu irgendeiner Zeit für die Rowanischen Inseln interessiert, da sie unwirtschaftlich, rohstoffarm sind und im strategischen Abseits liegen, daher
    • unveränderter Lebensstil (schon immer Fischerei und geringfügiger Plantagenbau)
    • geringe Interaktion der Inseln untereinander
    • keine Krisen: ca. 3,2 Kinder/Frau, daher (seit Urzeiten) immer hohe Abwanderung
  • ähnelt stark dem Bangabandhischen
    • Lautsystem: indentisch
    • Vokabular: im Bangabandhischen sind ca. 98% der Wörter aus dem Zentralesischen entlehnt, außer einigen wichtigen Wörtern wie „wis“ („Mutter“); der Fremdwortanteil im Rowanischen wird auf 0,02% geschätzt
    • Grammatik: prinzipiell ähnlich, aber das Bangabandische:
      • besitzt mehr Zeiten, durch Suffixe am Verb ausgedrückt
      • besitzt Personalpronomen
      • besitzt die Kategorie Genus, nach der sich Demonstrativ- und Personalpronomen richten (gleichwohl auch Nominalklassen)
      • kennzeichnet den Plural an Substantiven
  • wird in Bangabandhischer Schrift geschrieben; über 1.000 Jahre alte Texte belegen, dass sich weder Sprache noch Leben in den letzten Jahrhunderten auch nur minimal änderten

Phonetik

Laute

Vokale:

  • a (wie deutsch a)
  • e (wie in Messing)
  • i (wie in niedrig; nach w wie e in See)
  • u (wie in Uhr; vor r, nach und vor h, nach und vor w wie o in offen)

Konsonanten:

  • s, b, d, g, l: am Wortanfang und -ende stimmlos (wie ß, p, t, k, l in klar), sonst stimmhaft (s wie s in Susi)
  • j: wie gy in ungarisch Magyar, unterliegt auch der Stimmlosigkeit am Wortanfang und -ende
  • r (wie r in rund), n, m
  • w (wie englisch w, außer am Wortende und Silbenauslaut, dann wie deutsch w; bei Geminierung („ww“) langes „v“ wie in Italienisch davvero)
  • h (nasaliert die Vokale: im Anlaut erst nasaler, dann normaler Vokal; im Auslaut erst normaler, dann nasaler Vokal)

Ein Akzent liegt auf der letzten Silbe; Betonung also wie im Französischen

Gemination (Langsprechung von Konsonanten) ist möglich und wird im Schriftbild durch Doppeltschreibung gekennzeichnet

Silbenstruktur

Folgende Silben treten auf (absteigende Häufigkeit, C für Konsonant, V für Vokal):

  • CV
  • CVC
  • CCV (CC nur mit rg, rd, rb)
  • CCVC (CC nur mit rg, rd, rb)
  • CVCC (CC nur mit rg, rd, rb)

VC existiert nicht (als Silbe), genauso wenig CCVCC

Lautwandel

Komplexe Assimilationssysteme; treten nur innerhalb eines Wortes auf.

  • jl, lj,dj, jd: wird dj geschrieben und wie /jj/ ausgesprochen
  • Pn (P für b, d, g): wird nn geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • Pm: wird mm geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • mn, nm: wird nn geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • ln, rn/lm, rm: wird ln bzw. lm geschrieben
  • folgt auf l irgendein Konsonant außer h und w, wird l wie in englisch field gesprochen
  • rP1+P2: wird rP2 geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • rP1+rP2: wird rP2 geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • P1+rP2: wie P1+P2 (s.u.)
  • w+rP: wie wP geschrieben und dementsprechend gesprochen
  • Aufeinandertreffen von Plosiven (geschrieben und dementsprechend gesprochen)
    • d+d > nd
    • d+b > nb
    • d+g > ng
    • b+d > md
    • b+b > mb
    • b+g > mg
    • g+d > gd
    • g+b > gb
    • g+g > ng
rP+C
 C/rP rd rb rg
r rr rr rr
l rl rgl rgl
j rj rgl rgl
n rn rm rn
m rn rm rm

 

C+rP
 C/rP rd rb rg
r rd rb rg
l ld lb lg
j dj dj dj
n nd mb ng
m nd mb ng

Grammatik

Kaum Flexion. Hochgradig agglutinierend. Wörter und Partikel werden zu langen Phrasen, die als eigene Wörter aufgefasst werden, zusammengesetzt.

Das Rowanische ist eine Ergativsprache.

Aufbau der Nomen

Phrase aus verschiedenen Positionen, die nicht immer besetzt sein müssen

Eine Kategorie Numerus existiert nicht.

  1. Vorsilbe bir (falls Ergativobjekt im Nebensatz, direkt auf Vollverb des Hauptsatzes folgend)
  2. Bestimmendes Nomen
  3. Demonstrativpronomen
  4. Kern-Nomen
  5. Adjektive
  6. Nebensatzmarker (falls Bezugsnomen in abhängigem Nebensatz)
  7. Postposition

Postposition ist -ma, um den Genitiv zu Kennzeichnen

Beispiel:

Position 2.4 2.5 2.6 3. 4. 7.
Partikel ugi dun ma gaw wil ner
Bedeutung Mann groß GENITIV Demonstrativpronomen Freundin bei

ugidunnagawwilner: Bei dieser Freundin des großen Mannes

Nebensatzmarker

Nebensatzmarker und Demonstrativpronomen sind identisch, letztere werden im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet und stellen eine sehr starke emphase das („gerade/genau dieser“). Sie richten sich nach der sog. Nominalklasse des Substantivs.

Nominalklasse Nebensatzmarker
menschlich, männlich sa
menschlich, weiblich gaw
belebt (=tierisch) har
unbelebt und handlich dul
unbelebt und groß bi
fern rdu

zu „unbelebt und handlich“ zählt auch vom Menschen erschaffenes, z.B. Häuser.

„fern“ dient a) zur Kennzeichnung „jene(r/s)“, sodass jedes Nomen damit markiert werden kann, b) generell für Abstrakta (Hitze, Atem) und Nicht-Erreichbares (Himmel, Festland).

Aufbau der Postpositionen

Auffallend ausdifferenziertes Postpositionalsystem

  1. Bewegung
    • Stativ: unmarkiert
    • Allativ (zu…hin): hi (vor Vokalen h-)
    • Ablativ (von…her): rde (vor Vokalen rd-)
    • Passant (an…vorbei): bad
  2. Position
    • über: a
    • unter: um
    • links: asa
    • rechts: ge
    • vor: wi
    • hinter: is
    • in: u
    • um/außerhalb/bei: ner
  3. Dimension
    • direkt an: la
    • mit Abstand: unmarkiert
    • fern: wer

Beispiele:
ga-ner-la: um das Haus (ga) herum (z.B. Gewächs)
ga-ner-wer: weit außerhalb des Hauses
ga-bad-ner-wer (gabannerwer): weit außerhalb des Hauses vorbei
ga-h-u: in das Haus hinein
ga-bad-nu (gabannu): durch das Haus hindurch

Aufbau der Verben

  1. Verneinung (ta-)
  2. Nebensatzmarker (wenn Hauptverb in Nebensätzen)
  3. Hilfsverben
  4. Präfix surg- (Antipräsens)
  5. Kern-Verb
  6. einfache Adverbien

Tempora

  • Nulltempus: Normale Zeit, punktuelle Handlung; unmarkiert
  • Antipräsens: kennzeichnet einen Zustand, der in der Vergangenheit galt, in der Gegenwart NICHT mehr; Präfix surg-
  • Durativ: ein Zustand, der schon immer galt, noch gilt und wohl immer gelten wird, ferner bezeichnet er andauernde Handlungen, außerdem Emphase; Reduplikation

Beispiele:

surg-du rdiw lur-u
Antipräsens-stehen Baum Garten+im

surdu rdiw luru: Ein Baum stand im Garten (und steht nun nicht mehr dort)/Der Baum steht nicht mehr im Garten

wu nanad: Ich schreibe permanent (nad: schreiben, nanad: Durativ) = Ich kann schreiben/Ich bin Schriftsteller.

Personen

1. Person: substantivisches „wu“

2. Person: adjektivisches „nord“, meist jedoch nicht von 3. Person unterschieden

3. Person: unmarkiert

Ferner werden im Text und im Sprachfluss Nomen einfach mit ihrer ersten Silbe abgekürzt.

Satzstruktur

Die hier aufgeführten Positionen werden als eigene Wörter aufgefasst.

  1. Ergativobjekt
  2. Prädikat
  3. Absolutivobjekt
  4. Adverbialbestimmungen
  5. Nebensätze

Beispiel:

wu bad-nu ugi-sa rdiw-ner wu sa+daj+lu
ich sehen+plötzlich Mann+Nebensatzmarker Baum+bei ich Nebensatzmarker+treffen+gestern
Hauptsatz Nebensatz

wu bannu ugisa rdiwner wu sadadju: Plötzlich sehe ich den Mann, den ich gestern traf.

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