LemsenTales #5: Das beste Restaurant

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Verfasst von Willem Bruuk


Der verkleidete Hotzentorf ging zügig rüber zur Konkurrenz, dem Postrestaurant. Er war so wütend, dass er an der Eingangstür des Posthotels rüttelte und zog. Leider gelang es ihm nicht die Türe zu öffnen. Auf der Türe stand nämlich „bitte drücken“. Beschämt, mit der Kenntnis, schon zu blöd beim Türöffnen zu sein, betrat er das Innere des Restaurants. Auf einem Tisch stand ein Schild mit dem Namen „Kotzendorf“. Das war sein reservierer Tisch. Eine freundliche, ältere Dame nahm seine Bestellung auf. Es war Frau Lemsen. Hotzentorf bestellte nur ein paar Fische, die waren schnell gegessen. Länger hielt er es in diesem Restaurant nicht aus. Jedoch in der hintersten Kammer seines Kopfes kam ein vertrautes Gefühl in ihm hoch. Er fühlte sich plötzlich so willkommen. „Diese Kellnerin war so herzlich.“ dachte er. Nie hatte ihn jemand so freundlich angelächelt. Ohne seiner Verkleidung rennen alle vor ihm weg. Haben Angst vor ihm. Vielleicht läuft deshalb sein Luxusrestaurant nicht. Doch Hotzentorf schüttelte den Kopf. Was ist nur in ihn gefahren? Warum fand er plötzlich Gefallen an dem blöden Restaurant? Doch da kamen die Fische an. Wieder kam so ein heimisches Gefühl in ihm auf. „So hat Mutter auch immer die Fische an Neujahr zubereitet“ meinte er mit einem Lächeln. Er probierte. Die Fische schmeckten auch lecker. Irgendwas machte er falsch. Wie bekam dieses Postrestaurant nur so gutes, einfaches Essen hin? Die kamen doch bestimmt nicht aus einer Gastronomenfamilie. Und doch schmeckte es besser als von ihm zubereitet, trotz seiner jahrelangen Erfahrung. Doch er wurde wieder mürrisch. Er bezahlte und ging. Er wollte nur wieder zurück, in sein Luxusrestaurant. Dieses Postrestaurant würde ihn doch nur verblöden. Doch er wurde am Eingang aufgehalten. Eine bekannte Erfinderin, die Claudia hieß, betrat den Raum. Sie war ein Star in der Gegend. Das vollbesetzte Restaurant staunte, als diese Claudias schönes Gesicht sahen. Sie sah aus wie aus einem Gemälde. Eine Schönheit in Person war sie. Doch länger konnte Hotzentorf nicht über sie schwärmen. Er musste los. Geschäfte warteten auf ihn in seinem Büro. Als er wieder zu seinem Luxusrestaurant ging, sah er in einer Ecke einen Mann sitzen. Hotzentorf staunte. Wie lange hatte er keine Gäste in seinem Restaurant gehabt! Er ging zu seinem Gast, der an einem Tisch saß. Der Gast sah wartend aus, mit einem Hauch Ungeduldigkeit und mit einer Zigarette im Mund, bis ein Kellner seine Bestellung aufnehmen würde. Der Gast gab Hotzentorf die Hand: „Ich wollte eigentlich Herr Hotzentorf sprechen.“ Hotzentorf nahm seine Verkleidung ab. Der Gast erkannte ihn sofort. „Herr Hotzentorf, ich bewundere ihr Restaurant.“ „Das Restaurant können Sie nicht kaufen.“ fiel Hotzentorf ins Wort. „Nein, nein. Ich bin Professor Rauschbart. Ich habe gehört, dass ihr Restaurant nicht so oft besucht wird. Und ich denke ich habe eine Lösung.“ „Eine Lösung?“ Hotzentorf staunte. „Kommen Sie doch in mein Büro, Herr Rauschbart!“ Die ganzen 84 Treppen seines Gebäudes hinaufgelaufen, gelangen die beiden endlich ins Büro. Der Professor war erschöpft. „Warum hat das Haus 84 Treppen?“ Lachend antwortete Herr Hotzentorf: „Das ist reine Geschäftsidee! Meine Geschäftspartner sind immer so erschöpft nach den 84 Treppen, dass sie gar nicht mehr das Kleingedruckte lesen, dass auf den Geschäftsverträgen steht.“ Als Harald Hotzentorf die Türe seines Büros zu machte, erzählte der Professor von seiner Idee: „Laut meinen Forschungen lieben Restaurantbesucher kleine Spielzeuge. Ich wollte mit ihnen zusammen arbeiten und zu ihren Menüs kleine Spielzeuge kostenlos dazugeben.“ Hotzentorf war begeistert von der Idee.

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