Hochphase der Kolonialzeit

1901 nzi – 2175 nzi

Zusammenfassung

  • 1901 erster knossischer Handelsstützpunkt auf den Mïdath-Inseln
  • Um 2050: Alle Küstenregionen befinden sich unter direkter Herrschaft von Kolonialmächten
  • II.2097 „Tag der Tausend Tränen“: Die Stadt Hormani wird von den Kolonialmächten eingenommen, Beginn der Kolonialisierung Innermurabiens
  • Wichtigste Kolonialmächte:
  • 1973: Erste davische Stadt in Murabien: Davier bevölkern Murabien – unter der Kontrolle von fremden Mächten, wandern (insbesondere im 21. Jahrhundert) nach Murabien aus

Beginn der Kolonialisierung

Die erste Kolonie war der knossische  Handelsstützpunkt Èkkèta-Sapti auf den Mïdath-Inseln, aus dem die Stadt Ctaseph hervorging. Man hatte die Insel um 1887 erobert, da auf Davien noch keine Schusswaffen bekannt waren. Man trieb von dort aus Handel mit diversen tanischen und sinthischen Kleinkönigreichen. Neu-Knossos lieferte meist fertigen Schmuck oder Waffen, sowie Industriegüter. Dafür erhielt die Kolonialisten aus Kleindavien v.a. Vanille und andere landwirtschaftliche Produkte, und von den Flussmündungen der Lÿm und des Laewhar Rohstoffe und Naturprodukte, die per Schiff aus Atlawien eingeführt wurden.

Nach dem Vorbild Èkkèta-Saptis wurden weitere Stützpunkte durch andere Mächte errichtet, v.a. entlang der Küste und an den Flussmündungen. Mit den Jahren wurden diese Stützpunkte aber mehr und mehr zu einer Quelle von Sklaven. Als einflussreichste Mächte etablierten sich:

  • Neu-Knossos
  • Gertanesien
  • Drömische Adelsunion (eigens zum Zweck der Kolonialverwaltung Daviens gegründet)
  • Erzherzogtum Paramur
  • Sval
  • Das Xyllabische Reich (Interessanterweise hielten sich die Xyllabischen Kolonien unabhängig vom Ende des Reiches am XI.2009)
Alter Stadtrat Euphen, ein Zeugnis paramurischer Architektur

Die karpatischen Kolonisten – Paramur, Neu Knossos und die Drömer Adelsunion – zeichneten sich durch eine eher liberale Politik aus, es ging um eine wirtschaftliche Ausnutzung des Territoriums, die Davische Kultur wurde kaum unterdrückt. Die balmanischen Staaten aber – Gertanesien, Xyllabien und Sval – gingen aggressiv vor, man wollte Davien die eigene Kultur aufzwingen, davische Sprachen wurden zeitweise verboten. Doch dies rief nur heftigen Widerstand hervor, und es gelang den Daviern, ihre Kultur durch die Jahrhunderte der Unterdrückung dauerhaft zu wahren. Die Kolonialzeit schweißte ein Zusammengehörigkeitsgefühl der verschiedenen Davischen Religionen und Völker. Einzig Xyllabien gelang es, seine Kultur dauerhaft durchzusetzen: Xaterlevisch, eine Variante des Xyllabischen, ist noch heute in der Ostprovinz gebräuchlich.

In einer weiteren Phase der Kolonisation versuchte man nun, direkte Herrschaft auszuüben. So entmachtete Paramur nach und nach die Herrscher Kleindaviens, dass zu der Kolonie „Neu-Odass“ umgebaut wurde (Gründung 1969). Neu-Odass ist heute Euphen. Andere Mächte folgten diesem Vorbild. Und so waren um etwa 2050 die gesamte Ostküste, die gesamte Südküste sowie Teile des Westens aufgeteilt. Hinter den direkt kontrollierten Küsten etablierte man tributpflichtige Vasallenstaaten.

Davien um 2000

Austritt Xyllabiens

Auch die Umwälzungen in Neukanabien und Xyllabien blieben nicht ohne Folgen für Davien. Am 16.XI.2009 wurde die Xyllabische Republik ausgerufen, am 11.VIII.2022 dann die Föderale Republik von Neukanabien und Xyllabien. Diese zog sich von der Kolonialpolitik zurück. Allerdings hielten sich die xyllabischen Kolonien noch lange nach dem Sturz des Königreiches. Im Zuge der freiheitlichen Ideale des Torunismus, und als Dank, dass viele Davier für diesen in Balmanien gekämpft hatten, strömten nun Xyllaben nach Davien, um an der Seite der Davier gegen die Reste des Xyllabischen Reiches anzutreten. Aus diesen heldenhaften Taten sollte die jahrhundertelange xyllabisch-davische Freundschaft hervorgehen.

Nur kurzzeitig entstanden freie Staaten (entlang der xyllabischen Küste), unter anderem die „Republik vom Sárbereg“, die erste Republik auf Davischen Territorium. Auch wenn diese zerfielen – der Wille zur Freiheit war erneut erweckt worden.

Flagge der Republik vom Sárbereg

Vorstoß ins Inland

Die Eroberung Hormanis in einer zeitgenössischen Darstellung

Besonders prägte der Hormani-Feldzug von 2095 den Verlauf der davischen Geschichte. Edeus der Große, der damalige Erzherzog Paramurs, führte ein Heer, das die verschiedenen Großmächte zusammengestellt hatten, in das Hochland Atlawien, um die letzten unabhängigen Herrscher zu unterwerfen.

Edeus der Große, Erzherzog Paramurs, Eroberer Hormanis

Zwar vereinten sich zahlreiche Sinthische Königreiche, unter der Führung des Königs Sëth ur Whilion, doch waren die Kolonialmächte in Zahl und Technik überlegen. Der Fall Hormanis am 3.II.2097, nach sechsmonatiger Belagerung, ging als „Tag der tausend Tränen“ in die Geschichtsbücher ein.

Sëth ur Whilion, Verteidiger Hormanis

Den Hormani-Feldzug begleiteten die sogenannten „Küstenkriege“, in welchen die Drömische Adelsunion eine Reihe Küstenkolonien kleinerer Kolonialmächte eroberte. Sämtliche Vasallenstaaten, die anfangs noch bestanden hatten, wurden nun einer direkten Herrschaft der Kolonialisten unterstellt.

Am Ende der Umwälzungen verblieb das Reich Mormund als einziges freies Sinthisches Königreich auf dem davischen Kontinent. Es sollte zu einem wichtigen Zentrum freien Denkens werden, nie die Unabhängigkeit verlieren und 2344 der jungen DVD beitreten.

Davien um 2120

 

Davier und Kolonisation

Übrigens hatten auch davische Staaten Kolonien, und zwar auf Murabien. Die erste war der Handelsstützpunkt Aumundt, der schon 1973 gegründet worden war. Vom Namen dieser Stadt leitet sich auch die offizielle Bezeichnung davisch Murabiens bzw. Westmurabiens ab, „Aumen“. Je mehr die davischen Staaten in Abhängigkeit von fremden Mächten gerieten, desto mehr Davier strömten ins dünn besiedelte Murabien und versuchten dort ihr Glück, zum großen Teil natürlich in nicht-davischen Kolonien. Die Davier erhofften sich dort ein Leben frei von Unterdrückung und Armut. Sie übten allerdings oft niedrige Tätigkeiten aus, waren manchmal sogar Sklaven, wirkten aber auch als Pioniere und Siedler. Der hohe Bevölkerungsanteil von Daviern in Aumen war der Grund, dass dieses unter Sǔfirǔsh Goll eine gänzlich davische Kolonie werden sollte, und das Grimmhardt Goll im Weißen Krieg den torunischen Teil Murabiens attackierte. Noch heute wird eine Variante des Sinth fast in ganz Murabien gesprochen – das Whymant, eine neukanabisch-sinthische Kreolsprache.