Das wissenschaftliche Einheitensystem

Entstehung

Im Jahr 4096 entschloss sich der renommierte und angesehene Physiker James G. Wilson, eine Zeitmaschine zu bauen, um ins Jahr 3897 zurückzureisen und dort das Attentat auf den Präsidenten zu verhindern. Das damals gebräuchliche, altzentralesische Einheitensystem war jedoch so verwirrend, dass ihm bei der Kalibrierung ein Fehler unterlief und er im Jahr 2284 landete. Nachdem er sechs Jahre lang seinen Frust im Alkohol ertränkt hatte, erfuhr er, dass die fürstliche Akademie von Candance gerade den Auftrag erhalten hatte, ein wissenschaftliches Einheitensystem zu entwickeln. Er nahm sofort das nächste Dampfschiff nach Candance und überzeugte die Wissenschaftler mittels seines Plasmawerfers, das von ihm selbst kurzerhand entwickelte, vorgeschlagene und physikalisch besonders logische Einheitensystem zu übernehmen. Außerdem trug er ihnen auf, das Vorzeichen der elektrischen Ladung umzudrehen. (siehe auch: xkcd.com/567/)

Da das Komitee darauf bestand, die Einheiten in alltagsrelevanten Größenordnungen zu halten, einigte man sich darauf, die von Wilson vorgeschlagenen Einheiten um geeignete Zweierpotenzen zu skalieren. Einzig und allein bei der Temperatur wollte man sich nicht einig werden, da er darauf bestand, den Nullpunkt bei unvorstellbar eisigen Temperaturen anzusetzen. Da er immer noch den Plasmawerfer hatte, setzte er sich durch, die entstandene Temperatureinheit allerdings nicht.

Äußerst dankbar war man ihm wiederum für die Einführung eines neuen Zeitsystems. Die alte Mondzeit war derart kompliziert, dass es vollkommen normal war, dass fast ein Drittel der Wissenschaftler zu spät zum Kongress gekommen waren. Dementsprechend setzte sich dieses neue System beinahe sofort in der breiten Bevölkerung durch.

Außerdem redete er noch irgendetwas von einer „Lichtstärke“. Da die Wissenschaftler seinen Ausführungen nicht im Geringsten folgen konnten und sehr zufrieden damit waren, Licht entweder als „hell“ oder „dunkel“ zu bezeichnen, tat man so, als setze man alles um. Bis heute weiß niemand, was es mit dieser Lichtstärke eigentlich auf sich hat, sie hat jedenfalls die Einheit Wilson, die irgendetwas mit Sternradianten zu tun hat.

Im Jahr 2406 kam der Physiker Plax Manck auf die Idee, ein Einheitensystem unmittelbar auf physikalischen Naturkonstanten aufzubauen. Da er von den oben dargestellten Vorgängen nichts wusste, war seine Verwunderung groß, als sich diese Einheiten nur um Zweierpotenzen von den allgemein gebräuchlichen Einheiten unterschieden. Trotzdem führte er dieses System ein, welches seitdem unter dem Namen Plax-Manck-Einheitensystem (oder, vermutlich aufgrund phonetischen Verschliffs, kurz Planck-Einheitensystem) bekannt ist.
(siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Planck-Einheiten)

Vorsätze und deren Werte

Im wissenschaftlichen Bereich haben sich die folgenden Vorsätze durchgesetzt:

210 = Kisa (K)
220 = Esa (E)
230 = Gesa (G)

2-10 = Mido (M)
2-20 = Faro (F)
2-30 = Nado (N)

So ist ein Midopiet (Mp) beispielsweise ein tausendvierundzwanzigstel Piet.

Zeit

Die ältesten bekannten Zeiteinheiten sind wohl der Sol und das Jahr. Ersterer bestimmt das Leben der Menschen durch den Wechsel der Helligkeit, letzteres hat Einfluss auf die Temperaturen und die Natur. Doch mit dem Aufkommen komplexerer Zivilisationen entstand die Notwendigkeit, den Tag genauer einzuteilen. Aus heute nicht mehr nachvollziehbaren, vermutlich religiösen Gründen wählte man dazu die Mondzeit, die mit dem Lauf der Sols nicht übereinstimmt, sodass beispielsweise Mittag jeden Tag auf eine andere Uhrzeit fiel. Wie man sich vorstellen kann, war die Freude groß, als Wilson die reformierte Zeit einführte.

Hierbei wird ein Sol in 16 Protos unterteilt, ein Prot in 16 Deuter, ein Deu in 16 Triden und eine Tride in 16 Tetas. Um sich zu Terminen zu verabreden, reicht in der Regel die Angabe von Protos und Deuter aus. Für physikalische Beschreibungen hat sich jedoch die Teta mit Formelzeichen t als Basiseinheit durchgesetzt, und weitere physikalische Einheiten wie die der Geschwindigkeit oder Beschleunigung werden von dieser abgeleitet.

Die von Wilson geforderte physikalische Eleganz ergibt sich, weil eine Teta genau 2144 Planckzeiten entspricht, ein Sol somit 2140 Planckzeiten.
(Warum ist ein Sol genau 2140 Planckzeiten? Das weiß niemand. Eine Laune der Natur, oder ein Gott, der nett zu den Wissenschaftlern sein wollte.
Tatsächlich ergeben sich aufgrund der Unregelmäßigkeit der Ultos-Drehung immer wieder kleinste Abweichungen, die alle paar Jahre durch eine Schalt-Teta korrigiert werden.)

Die Zeiten werden in wissenschaftlichen Kreisen oft in hexadezimalen Ziffern (0-9 und A-F) angegeben. Es hat sich eingebürgert, den Kaffee, um eine Nacht durcharbeiten zu können, genau um 12 Protos, 10 Deuter, 15 Triden und 14 Tetas (hexadezimal CAFE) zu trinken.

Will man die Zeitmaße auf der Erde mit denen auf Ultos vergleichen, muss man beachten, dass sich Ultos etwas schneller dreht und ein Sol daher nur 21 Stunden, 53 Minuten und 12 Sekunden lang ist. Ein Prot ist eine Stunde, 12 Minuten und 4 Sekunden lang, ein Deu 5 Minuten und 8 Sekunden. Eine Tride entspricht etwa 19 Sekunden, eine Teta 1,202 Sekunden.

Veranschaulichung der ultischen und irdischen Zeitsysteme

Länge

Bevor das Wilsonsche System aufkam, gab es in jedem Land eine Vielzahl obskurer Längenmaße wie den Kanabischen Ellenbogen, den beidertralischen Halbschritt oder die xyllabische Kaffeebohne. Wilson führte die einheitliche Längeneinheit Piet (Formelzeichen p) ein, wobei ein Piet in etwa den meisten vorher als „Fuß“ bezeichneten Maßen entspricht. Anders als diese ist er aber exakt auf 2114 Plancklängen festgelegt. In den meisten Ländern setzte er sich durch, allerdings wird in Diktatistan noch der Schneeschuh (1,83 Piet) verwendet, und in der FRNX ist teilweise noch das traditionelle Einheitensystem mit der Längeneinheit Brettor gebräuchlich.

Um größere Längen zu messen, existiert die Einheit Myle (hierbei handelt es sich um die espinische Schreibweise, das y wird somit als „ei“ ausgesprochen), welche einem Kisapiet, also 1024 Piet entspricht, und die Gyle, welche einem Esapiet, also 1024 Mylen entspricht.

Aufgrund der Koppelung sowohl der Zeit- als auch der Längeneinheiten an grundsätzliche physikalische Zusammenhänge beträgt die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum genau 1024 Gylen pro Teta (1 Gesapiet pro Teta).
Die Normalfallbeschleunigung auf Ultos beträgt fast exakt 42 Piet pro Quadratteta. (Offenbar hatte der oben erwähnte Gott immer noch gute Laune. Der echte Wert ist jedoch ca 0,03% höher, vor allem aufgrund von kosmischem Staub, der inzwischen auf Ultos gefallen ist.)

Um sich als Bewohner der Erde die Ultosschen Maßeinheiten besser vorstellen zu können, muss man wissen, dass ein Piet 33,567 Zentimetern entspricht. Eine Myle sind somit 343,73 Meter, und eine Gyle entspricht 351,98 Kilometern.

Masse

Als Masseneinheit führte Wilson das Bris ein, welches 224 Planckmassen entspricht. Die meisten Menschen sind ungefähr 200 Bris schwer. Teilweise wird die Bezeichnung Fas verwendet, um eine Masse von 1024 Bris zu bezeichnen. Andere Größenordnungen werden aber über Vorsätze geregelt, so wiegt ein Hackvieh etwa 60 Midobris.

Auf diesen drei Einheiten – Teta, Piet und Bris – kann man die gesamte Mechanik aufbauen. So ist ein Jaul, die Einheit der Energie, beispielsweise ein Bris mal Quadratpiet pro Quadratteta, die Einheit der Leistung, ein Heul, ist ein Jaul pro Teta.

In irdischen Maßeinheiten angegeben, entspricht ein Bris 365,16 Gramm, ein Fas also 374 kg. Ein Jaul entspricht 0,02846 Joule, ein Heul sind 0,02368 Watt.

Elektrische Ladung

Die elektrische Ladung wird in Zirr gemessen, ein Zirr entspricht 252 Planckladungen. Die Einheit der Stromstärke ist Tell, also Zirr pro Teta, und die Spannung wird in Colt gemessen, dabei ist ein Colt ein Heul pro Tell.

Gemessen in Erdeinheiten, entspricht ein Zirr 8,44671 Millicoulomb. Ein Tell sind 7,0256 Milliampere, und ein Colt entspricht 3,36992 Volt.

Temperatur

Die wissenschaftliche Temperaturskala ist das Ono. Wie bereits oben erwähnt, hat sie sich allerdings in der breiten Bevölkerung nicht durchgesetzt, diese verwendet stattdessen Grad Eliaskus.

1 Ono (1 o) entspricht 2-107 Planck-Temperaturen.
Der absolute Nullpunkt liegt natürlich bei 0 Ono.

Ein Ono entspricht 0,87329 Kelvin.

Stoffmenge

Die Einheit der Stoffmenge ist ein Durr. Dabei handelt es sich um 279 Teilchen, das sind 1,00376 mol.

Winkel

Während sich in wissenschaftlichen Kreisen das Bogenmaß durchgesetzt hat, benötigt man im Alltag ein System, um Winkel ganzzahlig anzugeben. Die große Begeisterung über das Zeitsystem führte dazu, dass man es gleich als Winkelsystem weiterverwendete.

Ein Vollkreis ist also eingeteilt in 16 Protos, ein Prot in 16 Deuter, ein Deu in 16 Triden und eine Tride in 16 Tetas. Allerdings ist es kaum notwendig, Angaben zu machen, die über Protos und Deuter hinausgehen. Praktisch ist, dass sowohl der Sol als auch der Vollkreis in 16 Protos eingeteilt sind, damit kann die selbe Skala für Winkelmesser und Sonnenuhren verwendet werden.

Zusammenfassung

Allen Erdbewohnern sei die folgende Tabelle empfohlen, um die Maßeinheiten auf Ultos in die ihnen bekannten umzurechnen:

Größe Einheit Formelzeichen Wert in Erdeinheiten
Vorsatz Kisa K 210
Esa E 220
Gesa G 230
Mido M 2-10
Faro F 2-20
Nado N 2-30
Zeit Sol S 21h 53min 12s
Prot Pr 1h 12min 4s
Deu deu 5min 8s
Tride tri 19,24s
Teta t 1,202s
Länge Piet p 33,567 cm
Myle my 343,73 m
Gyle gy 351,98 km
Masse Bris b 365,16 g
Fas fa 374 kg
Energie Jaul j 0,02846 J
Leistung Heul H 0,02368 W
Ladung Zirr Z 8,44671 mC
Stromstärke Tell T 7,0256 mA
Spannung Colt c 3,36992 V
Temperatur Ono o 0,87329 K
Stoffmenge Durr dur 1,00376 mol
Winkel Prot Pr 22,5°
Deu deu 1,41°
Tride tri 5,273′
Teta t 19,775″
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