Woher kommt die kosmische Masse?

Die meisten Ultos-Physiker glauben, über das ungefähre Alter und zumindest die Größenordnung der Ausdehnung des Ultos-Universums einigermaßen Bescheid zu wissen. Daraus ergibt sich auch ihre Erwartung von der energieäquivalenten Gesamtmasse des Universums, die mit ungefähr acht mal zehn hoch sechzig Fundamentalmassen angenommen wird. Das entspricht einer erwarteten Balance zwischen Gravitationsenergie und dem Produkt zwischen Gesamtmasse und dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit. Es entspricht auch einem linearen Anwachsen der Gesamtmasse des Universums um eine Fundamentalmasse pro Elementarzeitintervall im Verlaufe der gesamten Evolution des Universums.

Große Ratlosigkeit herrscht jedoch zur Herkunft dieser Masse. Selbst über den Charakter der massebehafteten Teilchen wird lebhaft gestritten. Die einen meinen, dass alle Elementarteilchen seit ihrem ersten Auftauchen ihre festen Massen besitzen, diese also den Rang von universellen Naturkonstanten haben. Andere nehmen an, dass die Elementarteilchen wie die Photonen altern und so allmählich an Masse verlieren. Dabei wird es am wahrscheinlichsten angesehen, dass dieses Altern etwa mit der dritten Wurzel des komischen Alters verläuft, so dass der Anfang dieses Alterungsprozesses bei einer Masse in der Größenordnung der Fundamentalmasse liegt.

Sowohl dieser angenommene Alterungsprozess als auch die Vorstellung einer allmählichen Massenzunahme im Universum verlangen nach einer Zunahme der Zahl der ruhemassebehafteten Elementarteilchen. Viele Physiker haben lange fest daran geglaubt, dass die Entstehung der Elementarteilchen nur bei sehr hohen Temperaturen vonstattengegangen sein kann, also in einer Phase der kosmischen Entwicklung, in der noch ein hinreichend hoher Anteil kurzwelliger und damit ausreichend energiereicher elektromagnetischer Quanten vorhanden war. Bauchschmerzen bereitete bei der Vorstellung einer ausschließlich durch diese „heiße Photonen-Konversion“ ablaufende Bildung der Elementarteilchen die Erwartung, das Materie und Antimaterie symmetrisch, das heißt in gleichen Mengen gebildet werden. Inzwischen hat jedoch der Gedanke Fuß gefasst, dass es mindestens einen weiteren Mechanismus der Umwandlung von Feldenergie in Elementarteilchen mit Ruhemassen gibt.

Auf dem letzten Weltkongress der Ultos-Astrophysiker wurde nun durch einen Außenseiter an die bereits ältere Vorstellung von geschwindigkeitsabhängigen Massen erinnert und darauf aufmerksam gemacht, dass sich aus dem trägheitserhöhenden Faktor und der kosmischen Expansion auch für den Gesamtkosmos eine Massenerhöhung ergibt und demzufolge die zeitabhängige kosmische Gesamtmasse abgeschätzt werden kann. Während einige der Kapazitäten bei der Präsentation nur den Kopf schüttelten, haben einige junge Physiker rasch gerechnet und die Idee bestätigt.

Die Idee geht von der Vorstellung aus, dass am Anfang nur die Fundamentalmasse vorhanden war. Diese expandiert mit der Expansion des Universums, wobei ihre Geschwindigkeit immer um ein Inkrement unter der Maximalgeschwindigkeit, d.h. der Lichtgeschwindigkeit bleibt, so dass die sich erhöhende Masse zwar maximal wird, aber immer endlich ist. Der Faktor für die Maximalgeschwindigkeit gegenüber der Lichtgeschwindigkeit ist die Wurzel aus der Differenz zwischen Eins und dem reziproken Quadrat der Zahl der Elementarzeitintervalle seit dem Beginn der Expansion. Die jeweils aktuelle Maximalgeschwindigkeit ergibt sich einfach als Produkt dieses Faktors und der Lichtgeschwindigkeit. Die Maximalgeschwindigkeit steht damit zur Lichtgeschwindigkeit in einem Verhältnis, das sich aus der Quadratwurzel aus dem Produkt der um 1 vermehrten und der um 1 verminderten Zahl der Elementarzeitintervalle zur Zahl der Elementarzeitintervalle selbst ergibt. Die durch die Expansionsbewegung erhöhte Gesamtmasse ist gleich dem Produkt der Fundamentalmasse und der Zahl der Elementarzeitintervalle. Das entspricht dem oben genannten von den meisten Ultos-Physikern erwarteten Wert für das lineare Anwachsen der kosmischen Gesamtmasse.

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