Sinthisch

Allgemein

  • Hier dargestellt ist die Grammatik und Lautlehre des Pansinthischen, einer Art „Hochsinthisch“, die jedoch nicht von allen Muttersprachlern als solche anerkannt wird. Fest steht, dass sie heutzutage als (fast) einzige Sinthische Literatursprache gelten kann. Ihr zugrunde liegt der Absinthische Dialekt, von dem sie hauptsächlich in einigen grammatischen Fällen abweicht.
  • manchmal auch Sindhisch, Synthisch, Sentisch, Sündisch, etc.
  • über 200 Millionen Sprecher; die meisten auf Diktatistan, einige in der Elegienrepublik
  • hohe Dialektvarietät (Elegisch/Republikanisches Sinthisch, Absinthisch, Aufsinthisch, Ergisch, Cosiddettisch, etc.); Verständigung zwischen Sprechern unterschiedlicher Dialekte nicht immer gegeben
  • Weiterhin gibt es die Gruppe der Monosinthischen Dialekte, die auf den Sommerinseln (auf den Karpatischen Inseln) gesprochen werden. Sie könnten fast als eigene Sprache gelten, jedoch sind sie reine Alltagssprachen, die Amtssprache der dortigen Inseln ist das Pansinthische.
  • Genealogie unklar; Verwandschaft zu den Reduplikationssprachen vermuet, jedoch nicht bewiesen
  • Name stammt vom Sinthischen Volk, dass in Murabien unter Zentralesischer Herrschaft lebte, etwa 100 nzi in Diktatistan Fuß fasste
  • Mehrzahl der Forscher vermutet jedoch, dass das Sinthische Volk gar nicht Sinthisch Sprach, sondern diese Sprache von Urdiktatistanischen Völkern übernahm

Lautsystem

  • Konsonanten (C): v, f, s, z, b, p, d, t, g, k, c, l, ł, m, n; vh, th
  • Vokale (V): a, e (wie e in essen), i (wie i in Spiel), o (wie o in offen), é (wie ä in ähnlich)
  • Halbvokale (H): j, w, r, h, y

Die Halbvokale können auf vier verschiedene Weisen ausgesprochen werden:

  • Vokalisch
    • j wie i in iss
    • w wie u in Butter
    • y wie ü in Hütte
    • h wie ein stimmloses a, oder wie e in Matte (aber läger)
    • r wie „er“ in Männer oder wie oo in englisch blood.
  • Konsonantisch
    • j: deutsches j (vor i wie ch in ich)
    • w: englisches w
    • y: wie u in französisch fruit
    • h: deutsches h
    • r: englisches r
  • Vorvokalisch
    • h stumm; geht aber ein t oder h voran, verbindet es sich mit diesen zum Phonem th (englisches, stimmloses th wie bei thick) bzw. vh
    • j und y: wie e in (der) Weg; alerdings viel kürzer; verbindet sich mit dem nachfolgenden Vokal zu einem aufsteigenden Diphthong
    • r und w bleiben
  • Nachvokalisch
    • y, j, w: verbinden sich mit vorangehendem Vokal zu einem absteigenden Diphthong, wobei ein ihnen vorangehendes é wie e gesprochen wird
    • h: deht den Vokal
    • r: bleibt r

Folgende Fälle treten dabei auf, die von ihrer Theorie her schwierig zu durchschauen sind, jedoch leicht intuitiv zu lernen sind, und in einem Gespräch mit einem Muttersprachler sofort einleuchten (man spricht hier vom Mwkhc-Schema, nach dem Grammtiker Rarglhz Mwkhc):

Einfach

  1. Nach Vokal
    1. Vor Vokal (VHV): konsonantisch
    2. Vor Konsonant(VHC): nachvokalisch
    3. Vor Wortende(VH|): nachvokalisch
  2. Nach einem Konsonanten:
    1. Vor Vokal (CHV): vorvokalisch
    2. Vor Konsonant (CHC): nachvokalisch
    3. Vor Wortende (CH|): vokalisch
  3. Am Wortanfang:
    1. Vor Vokal (|HV): konsonantisch
    2. Vor Konsonant (|HC): vokalisch
    3. einzelnstehend (|H|): meist vokalisch; es kann aber auch so gewertet werden, dass der einzelne Halbvokal die Wörter vor und nach ihm verbindet, und somit nichtmehr einzeln steht

Zwei Zusammentreffende H:

  1. Nach Vokal
    1. Vor Vokal (VH1H2V):H1 nachvokalisch, H2 konsonantisch
    2. Vor Konsonant(VH1H2C):H1 konsonantisch, H2 vokalisch
    3. Vor Wortende(VH1H2|): H1 konsonantisch, H2 vokalisch
  2. Nach einem Konsonanten:
    1. Vor Vokal (CH1H2V): H1 vokalisch, H2 konsonantisch
    2. Vor Konsonant (CH1H2C): H1 vorvokalisch,H2 vokalisch
    3. Vor Wortende (CH1H2|): H1 vokalisch, H2 konsonantisch
  3. Am Wortanfang:
    1. Vor Vokal (|H1H2V): H1 vokalisch, H2 konsonantisch
    2. Vor Konsonant (|H1H2C): H1 konsonantisch, H2 vokalisch
    3. einzelnstehend (|H1H2|): H1 konsonantisch, H2 vokalisch

Sonderfall: bei xthx (mit x=V, H, |; also xC) erscheint immer das Phonem th (bei v gilt Selbiges).

Das Aufeinandertreffen dreier Halbvokale wird vermieden. Generell gilt, dass, wenn ein Halbvokal (irgendein Laut…) auf sich selbst trifft (z.B. durch Flexionsendungen), er nur einmal geschrieben und ausgesprochen wird.

Als übergeorndete Regel kann gelten, dass versucht wird, eine Struktur CVCVCV… zu erreichen.

 

Der Akzent ist zugleich ein aspirativer und ein Gravis (Stimme fällt leicht auf betonter Silbe) und liegt immer auf der drittletzten Silbe (bei zweisilbigen Wörtern auf erster Silbe). Dabei können Silben, deren Kern ein Halbvokal bildet, weder betont werden, noch zählen sie bei der Akzentsetzung als eigene Silbe.

Grammatik

Substantive

Eine Besonderheit des Sinthischen ist, die Reflexivität einer Handlung (Das heißt, Subjekt der Handlung gleicht dem Objekt) am Subjekt zu kennzeichnen. So stünde bei dem Satz „Ich sehe mich im Spiegel“ einfach „ich“ im Akkusativ Reflexiv, „sich“ käme gar nicht vor. „Ich“ in „ich kaufe mir ein Brot“ wiederum stünde im Dativ Reflexiv. Im Plural existiert zusätzlich ein Reflexiv II, dass ausdrückt, dass Elemente einer Menge eine Handlung aneinander vollziehen (englisch „each other“), während Reflexiv I bezeichnet, dass die Elemente die Handlung ein jedes an sich selbst vollziehen (englisch „themselves“).

Zur Verwendung des Nominativ Reflexiv (der im übrigen als Hypernominativ bezeichnet wird) siehe Satzlehre.

Die Nominalphrase baut sich nach dem Schema Kernnomen – Adjektive – sonstige Attribute auf; jedoch gibt es Sonderfälle in der Possessivkonstruktion.

Substantive können eines von zwei Genera haben: männlich (nur Substantive natürlich männlichen Geschlechts sowie Abstrakta (wozu alle nicht-substanziellen bzw. unsichtbaren Dinge, auch Luft, Himmel, Wind, Wärme, zähle) oder weiblich (alles andere). Das Genus eines Substantives zeigt sich jedoch lediglich in der Kongruenz des Adjektives.

Der Begriff einer Deklinationsklasse ist im Sinthischen unsinnig. Es wären durch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten mannigfaltige Mengen. Stattdessen begründen sich (seitdem der sinthischsprachige Schriftsteller und Grammatiker Horalwg dies einführte) die Betrachtungen zur Deklination auf dem Gedanken, dass jedes Nomen über spezifische variable Laute („Horalog-Variablen“) verfügt, die im Deklinationsschema mehrfach auftreten. Sie werden mit griechischen Buchstaben gekennzeichnet. Dies sind (hier wie im Folgenden sind häufige Horalogvariablen fett, seltene kursiv markiert):

  • ξ – der „Stammhalbvokal“: j, w, h, r oder y
  • φ – der „Singularkonsonant“: m, n, v, c, l, g oder keiner
  • χ – der „Pluralkonsonant“: v, c oder k
  • ω – der „Pluralvokal“: a, o, e oder é

Das Deklinationsschema für alle Nomen lautet:

 Singular Nicht Reflexiv Reflexiv
Nominativ  -ξφ  -jéφ
Akkusativ  -ξ  -ξe
Dativ  -ξiv -ξia
Allativ  -ξeφ  —
Lokativ  -ξoφ  —
Ablativ  -ξaφ  —

 

 Plural Nicht Reflexiv Reflexiv I Reflexiv II
Nominativ -(ξ)χω -(ł)oχω -jéχω
Akkusativ -(ξ)χ -(ł)oχe -jéχe
Dativ -(ξ)χi(v) -(ł)oχia -jéχia
Allativ -(ξ)χeφ -(ł)oχeφ
Lokativ -(ξ)χoφ -(ł)oχoφ
Ablativ -(ξ)χaφ -(ł)oχaφ
  • (ξ): immer, wenn Endung direkt auf C folgt; optional nach C=v
  • (ł): immer, wenn Endung direkt auf V fogt
  • (v): wenn χv

Besonderheiten:

  • Einige Substantive werden im Singular dekliniert, haben aber pluralische Bedeutung; um dann die Einzahl zu bilden, wird das Präfix gy- verwendet
  • Es gibt die sogenannte la-Klasse, deren Substantive im Nom. Sg. Nichtreflexiv auf -Cla, im Akk. Sg. Nichtreflexiv auf -Cal enden, für die aber sonst gilt: ξ=h, φ=l, χ=k, ω=a

Eine Beispieldeklination:

Gatwn (Frau); ξ=w, φ=n, χ=k, ω=a

 Singular Nicht Reflexiv Reflexiv
Nominativ gatwn gatjén
Akkusativ gatw  -gatwe
Dativ gatwiv gatwia
Allativ gatwen  —
Lokativ gatwon  —
Ablativ gatwan  —

 

 Plural Nicht Reflexiv Reflexiv I Reflexiv II
Nominativ gatwka gatoka gatjéka
Akkusativ gatwk gatoke gatjéke
Dativ gatwkiv gatokia gatjékia
Allativ gatwken gatoken
Lokativ gatwkon gatokon
Ablativ gatwkan gatokan

Die Possessivkonstruktion

Um ein Besitzerverhältnis zu beschreiben, muss eine Spezielle Konstruktion verwendet werden: Attribute des Besitzers-[Besitzer+Possessivpartikel+Besessenes]-Attribute des Besessenen, wobei die Elemente in der Klammer als ein Wort aufgefasst, gesprochen und geschrieben werden. Für die Schriftsprache gilt: der Besitzer steht im Kasus, jedoch nicht in der Reflexivität des Besessenen. In der Umgangssprache steht der Beitzer häufig im Nominativ, dies ist aber eigentlich falsch (und wird als unschön, bäuerlich empfunden). Das Possesivpartikel hängt vom Geschlecht des Besessenen ab, und davon, ob der Besitzer Regens oder Patiens des Besessenen ist (also ähnlich Genitivus objectivus bzw. subjectivus).

Die Klammern in nachstehender Tabelle sind die Laute, die gesprochen werden, falls ein Vokal nachfolgt:

Besitzer = Subjekt Besitzer = Objekt
Besessenes männlich -wa(s)- -mo(s)-
Besessenes weiblich -ja(s)- -mi(s)-

Beispiel: „die Angst (Aljz) des Mannes (pohn)“ kann im Sinthischen zwei Bedeutungen haben, entweder

  • „die Angst, die der Mann hat“: Pohn-was-aljz

oder

  • „die Angst vor dem Mann“: Pohn-mos-aljz

 Pronomen

Pronomen werden nach dem Schema der Substantive dekliniert. Grundsätzlich gilt: χ=v, ω=e.

Personalpronomen:

  • jm: ich
  • wd: du (das w bleibt immer erhalten!)
  • trm: wir; es kann auch der Plural von „ich“ genutzt werden: jve
  • kjz: ihr; es kann auch der Plural von „du“ genutzt werden: wve
  • daneben existiert das exklusive wir „vrz“, das meist einen aggressiven Klang hat; „exklusiv“ ist nicht ganz korrekt, denn es muss nicht zwangsläufig die 2. Person ausgegrenzt werden, sondern auch eine 3. Person, um dann ein Feindbild zu schaffen
  • gytrm: einer von uns
  • gykjz: einer von euch

In der 3. Person existieren keine Personalpronomen; es wird mit Demonstrativpronomen abhilfe geschaffen,

Possessivpronomen werden entweder über die Possessivkonstruktion ausgedrückt (wesentlich häufiger), oder es wird -wd bzw. -jd an den Nominativ gehängt, wodurch ein Adjektiv entsteht.

Sonstige:

können z.T. auch adjektivisch gebraucht werden

  • yn: Subjekt des Hypersatzes (das y bleibt immer erhalten!), siehe Syntax
  • ewn: Subjekt des Hyposatzes, grenzt sich scharf vom Subjekt des Hypersatzes ab, um klar auszudrücken: „ein anderes er“
  • metyn: ersetzt as Akkusativbjekt (z.B. des Vorsatzes)
  • rn: Relativpronomen (das r bleibt immer erhalten!)
  • marn: Interrogativpronomen (adjektivisch als „welcher“/“welcher von“)
  • cayz: dieser
  • vhayz: jener
  • odayz: derselbe
  • orz: jemand, irgendein(er)
  • zowz: jeder, Pl. alle
  • lejz: keiner
  • tozowz: fast jeder (Pl. „viele“, selten verwendet)
  • telejz: kaum einer (Pl. „wenige“, selten verwendet)

Numerale

Im Sinthischen sind alle Numerale maskuline Substantive. Substantive werden „gezählt“, indem man sie als das Besitzersubjekt (und den Numeral als besessenes Objekt) in eine Possessivkonstruktion einsetzt, also die Bindung -wa(s)- verwendet.

Wichtig zu wissen ist, dass das Sinthische ursprünglich ein Hexalsystem besaß (weshalb die Verwandschaft zu den Reduplikationssprachen naheliegt). Bis einschließlich 36 hat sich dieses System erhalten, danach wird dezimal gezählt (außer in den Monosinthischen Dialekten, wo das Hexalsystem beibehalten wird). Nur 216 (=6^3) „nordown“ und 1296 (=6^4) „sezeyv“ haben noch ihre alten Namen behalten.

1 gawv
2 mjn
3 ajn
4 ceyv
5 kwn
6 tmorv
7 tmorgawv
8 tmormjn
9 tmorajn
10 tmorceyv
11 tmorkwn
12 łewg/mjtmorv
13 łew(mjtmor)gawv
14 łew(mjtmor)mjn
18 ajtmorv
19 ajtmorgawv
20 ajtmormjn
usw.
36 stjv

Bsp.: pohnwagawv= „ein Mann“, pohnwamjn=“zwei Männer“, pohnwasajn=“drei Männer“, pohnwaceykwn=“29 Männer“

Ab 37 werden noch folgende Zahlen verwendet:

  • sebjn = 7
  • aht = 8
  • noyn = 9
  • cehm = 10
  • ondrt = 100
  • tawzwn = 1000
  • mjlwn = 1 Mio

Jede Zehnerpotenz wird zusammengezogen, die einzelnen Zehnerpotenzen durch -ok- (und) verbunden, nur die letzte Zehnerpotenz wird dekliniert. Nur die erste Zehnerpotenz wird mit dem gezählten Substantiv verbunden.

Bsp.: 37=“ajcehm-ok-sebjn“, 5234=“kwtawzwn-(ok)-mjondrt-(ok)-ajcehm-(ok)-ceyv“. „den 38 Männern“=“pohnwasajcehm-ok-ahiv“.

In der Praxis setzt sich immer mehr der „Numeralgenitiv“ durch, bei dem man an die Nominativ-Nicht-Reflexiv-Singularform des Substantives die Endung -rs setzt. („pohnrs mjn“=zwei Männer, „pohnrs mjiv“=“zwei Männern“).

Die Numerale weisen im Sinthischen die sogenannte „Numeralkomparation“. Hier werden Infixe vor die Nominativendung des Numerals gesetzt, um seine Bedeutung zu verändern:

Stufe Bedeutung Endung
Kardinal x -ξφ
Ordinal der x-te -(o)fξφ
Iterativ x-mal -ξlar
Bruch x-tel -(o)gξφ
Iterativ Ordinal zum x-ten mal -ξzler

(o)im Falle von mjn und kwn

Bsp: ajn=3, afjn= „der Dritte“ (pohnwasafjn=“der dritte Mann“), ajlar=“drei Mal“, agjn=“Drittel“ (grmwasagjn=“ein drittel Tag“), ajzler=“zum dritten Mal“).

Adjektive

Adjektive werden wie Substantive dekliniert, allerdings gilt immer: χ=v, ω=e. ξ hängt vom Genus des Bezugsnomens ab, w für männliche Substantive, j für weibliche. φ ist fast immer d, nur für einige (darunter Partizipien) c.

Sie kongruieren mit dem Bezugsnomen in Kasus, Numerus und Genus, nicht aber in Reflexivität.

Komparation:

  • Positiv: –ξφ
  • Komparativ: -rmξφ
  • Superlativ: -rthoξφ
  • Hypertiv (zu…): -ykξφ

Beispiel: modwd (schnell): modwd, modrmwd, modrthowd, modykwd.

Adverbien können abgeleitet werden, indem einfach φ weggelassen wird, d.h. die Akkusativ-Singular-Form des Adjektivs verwendet wird. Dabei richtet sich ξ dann nach dem Geschlecht des Verbs (s.u.!): w für maskuline, j für feminine Verben. Übrigens richten sich alle Adverbien des Sinthischen nach dem Geschlecht der Bezugsverben.

Verben

Sinthische Verben lassen sich in folgenden Dimensionen konjugieren:

  • Person/Numerus: wird durch eine Endung ausgedrückt; Verben richten sich in Präsens, Futur und Perfekt nach dem Subjekt, im Aorist nach dem
    • Singular/Plural
    • 1. Person/3. Person; eine dritte Person existiert nicht, sie wird durch ein Pronomen, dass zur 3. Person hinzutritt, gekennzeichnet
    • ferner die Null-Person, die einfach bezeichnet, dass das Subjekt nicht näher bestimmt ist; besonders im Aorist spielt sie (da sie dann die einzige Person ist, in der intransitive Verben dstehen können) eine große Rolle
  • Tempus
    • Präsens: entspricht der deutschen Form
    • Futur: ebenso; durch das Suffix -o (1)/-on(3)/-w(Null) am Verb nach der Person gekennzeichnet
    • Perfekt: Tempus der Vergangenheit, in der Ergebnis einer vollendeten Handlung im Vordergrund steht; durch das Präfix y- gekennzeichnet, durch abgewandelte Endungen sowie die Änderung des Bindevokals zu e
    • Aorist: Erzähltempus; vergangene, punktuelle Handlung, deren Verlauf im Vordergrund steht; Abwandlung des Stammvokals und eigene Endungen, Person richtet sich nach dem Akkusativobjekt
    • Es existiert auch die Nachzeitigkeit des Aorist (Nach-Vergangenheit). Sie wird gebildet, indem der Aorist die Vorsilbe mh- direkt am Stamm erhält.
  • Relativer Tempus: Aorist und Präsens (selten auch Futur) können als Erzähltempera verwendet werden, dann werden daneben relative Tempora verwendet
    • Nachzeitigkeit: Vorsilbe mh-; liegt im erzählten Tempus in der Zukunft
    • Vorzeitigkeit: Vorsilbe j(d)- (d falls Vokal folgt); liegt im erzählten Temous in der Vergangenheit
    • in der Praxis wird für die Vorzeitigkeit stets das Perfekt verwendet, für die Präsens-Nachzeitigkeit ausschließlich das Futur; allein in der Aorist-Nachzeitigkeit (vor der Gegenwart, aber nach der Vergangenheit) findet eine der beiden Vorsilben anklang
  • Modus
    • Indikativ
    • Emphativ: Betonung von Intensität einer Handlung oder von Richtigkeit einer Aussage; gekennzeichnet durch Reduplikation am Stamm des Verbes und (optional) durch ein Suffix -j an der Endung (sogar nach der Futurendung)
    • Dubitativ: drückt aus, dass der Sprecher an der Richtigkeit der Aussage zweifelt, bzw. dass der Sprecher die Handlung nicht selbst gesehen hat, sondern von einem Dritten weiß; indirekte Rede; Suffix -go- zwischen Stamm und Personalendung
    • Optativ: drückt aus, dass der Sprecher etwas wünscht oder vermutet; Endung -(e)v nach Personalendung (ggf. vor Futurendung)
    • Optativ II: drückt explizit den Wunsch aus; besteht aus der Optativform und dem Präfix h- (daher nicht im Konjugationsschema mitbetrachtet)

Einen Genus verbi kennt das Sinthische Verb nicht.

An infiniten Formen kennt das Sinthische das Gerundium und das Partizip. Ein Infinitiv existiert nicht, zur Hinzuziehung von Modalverben sind (unten beschriebene) kompliziertere Konstruktionen nötig. Beide Formen können neben einem Reflexiv (=Medium) auch einen Passiv ausbilden, durch die Vorsilbe da-.

Eine bestimmte Gruppe von Verben können einen Objektsatz verlangen („dass…“), wie die des Wahrnehmens („ich sehe, dass …“), des Wünschens („ich will, dass …“), des Vermutens, etc. Man nennt sie Mrzvah-Verben (nach dem Sinthischen Grammatiker Delw Mrzvah).

Außerdem haben die Verben ein tatsächliches Geschlecht, männlich (intransitive und Mrzvah-Verben) oder weiblich (alle anderen). Das Geschlecht zeigt sich nur in der Kongruenz des Adverbs.

Die Verben besitzen drei Horalog-Variablen:

  • η „Bindevokal“: a, e, i, o, é oder r (welches stets entfällt, falls in der Endung ein Halbvokal folgt). Der Bindevokal wird so gut wie nie mitgesprochen (außer bei η=r und im Infintiv).
  • α „Aoristvokal“: a, e oder nichts
  • γ „Nullperson-Konsonant“: s, t oder keiner

Konjugationsschema:

Präsens Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 -ηc -ηcj -ηgoc -ycev
Singular 3 -(η)h -ηhi (!) -ηgoh -yhev -η(z)
Plural 1 -ηdon -ηdonj -ηgodon -ydonev -ηkjn
Plural 3 -ηvh -ηvhi (!) -ηgovh -yvhe (!) -ηja
Null -ηγ -ηγj -ηgoγ -yγ(e)v -ηn
Gerundium -ηjka
Partizip -wc
Futur Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 -ηco -ηcoj -ηgoco -ycevo
Singular 3 -ηhon -ηhoni -ηgohon -yhevon -ηzon
Plural 1 -ηdono -ηdoj (!) -ηgodono -ydonevo -ηkjno
Plural 3 -ηvhon -ηvhoni -ηgovhon -yvhevon -ηjon
Null -ηw -ηwoj -ηgow -yγ(e)vw -ηnw
Gerundium an- -ηjka
Partizip an- -wc

(Imperativ Futur bedeutet etwa „Beginne zu …“)

Perfekt Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 y- -ec y- ecj -egic -eciv
Singular 3 y- -eh y- ehi -egih -ehiv y- -e(z)
Plural 1 y- edon y- edonj -egidon -edoniv y- -ekjn
Plural 3 y- evh y- evhi -egivh -evhi (!) y- -eja
Null y- -eγ y- -eγj -egiγ -eγj y- -en
Gerundium y- -ηjka
Partizip y- -ewc (!)

(Imperativ Perfekt wird zur Aufforderung, eine Handlung zu vollenden, gebraucht.)

Aorist Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 -αme/-e -αmej -αgome -αmev
Singular 3 -αk -αkj -αgok -αkev -αmaz
Plural 1 -αmo/-o -αmoj -αgomo -αmov -αmakjn
Plural 3 -αmé/-é -αméj -αgomé -αmév -αmaja
Null -αγ -αγj -αgoγ -αmeγ(e)v -αman
Gerundium -αmjka
Partizip -αwc/-αmwc

(Imperativ Aorist fordert auf, eine Handlung abzubrechen)

Die Kurzformen -e, -o, -é sind besonders in der gesprochenen Sprache gebräuchlich; sie finden sich auch bisweilen in der Lyrik.

Eine Beispielkonjugation:

tilojka – schlagen; η=o, α=nichts, γ=s

Präsens Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 tiloc titilocj tilogoc tilycev
Singular 3 tiloh titilohi
tilogoh tilyhev tilo(z)
Plural 1 tilodon titilodonj tilogodon tilydonev tilokjn
Plural 3 tilovh titilovhi
tilogovh tilyvhe
tiloja
Null tilos titilosj tilogos tilysev tilon
Gerundium tilojka        
Partizip tilwc        
Futur Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 tiloco titilocoj tilogoco tilycevo
Singular 3 tilocon titilohoni tilogohon tilyhevon tilozon
Plural 1 tilodono titilodoj tilogodono tilydonevo tilokjno
Plural 3 tilovhon titilovhoni tilogovhon tilyvhevon tilojon
Null tilow titilowoj tilogow tilysevw tilonw
Gerundium antilojka
       
Partizip antilwc
       

 

Perfekt Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 ytilec yttiilecj tilegic tileciv
Singular 3 ytileh ytitilehi tilegih tilehiv ytile(z)
Plural 1 ytiledon ytitiledonj tilegidon tiledoniv ytilekjn
Plural 3 ytilevh ytitilevhi tilegivh tilevhi
ytileja
Null ytiles ytitilesj tilegis tilesj ytilen
Gerundium ytilejka        
Partizip ytilewc (!)        

 

Aorist Indikativ Emphativ Dubitativ Optativ Imperativ
Singular 1 tilme titilmej tilgome tilmev
Singular 3 tilk titilkj tilgok tilkev tilmaz
Plural 1 tilmo titilmoj tilgomo tilmov tilmakjn
Plural 3 tilmé titilméj tilgomé tilmév tilmaja
Null tils titilsj tilgos tilmesev tilman
Gerundium tilmjka        
Partizip tilmwc        

 Syntax

 

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