Greker Kolko

Am 28. Juni 2386 wird Greker Kolko in dem westxyllabischen Dorf Horek, als erster Sohn von Degor und Fare Kolko geboren. Beider Eltern waren einfache xyllabische Bauern. Aufgrund mehrerer Dürreperioden und Ernteausfälle zog die Familie 2391 in die Hafenmetropole Doguloke. Dort verdiente Kolkos Vater als Hafenarbeiter ein bescheidenes, aber ausreichendes Einkommen. Im Alter von 10 Jahren nahm ihn sein Vater zu einer Flugschau mit. Hier begann Kolko seine Begeisterung fürs Fliegen zu entwickeln.

2404 verließ Kolko die Schule mit Spitzennoten und dem Ziel Pilot zu werden. Er bewarb sich daher bei den Luftstreitkräften der FRNX und begann eine Ausbildung zum Hubschrauber und Jetpiloten. Nebenbei studierte er Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Berdonholm (Werktiskja Högjebård Berdonholm), die bis heute ultosweit führend in technischen Studiengängen ist. 2417 promovierte er außerdem erfolgreich und erhielt seinen Doktor der Ingenieurwissenschaften. So kam es, dass er 2418 sich maßgeblich an der Gründung der BLØF beteiligte, die damals noch ein Einzelprojekt der FRNX war. Nachdem man schon 2409 erste Objekte ins All befördert und 2419 sogar mit dem Käng „Olof“ das erste Lebewesen ins All geschickt hatte, war man nun schnell darauf fixiert noch vor 2430 den ersten Menschen ins All zu bringen. Kolko galt dabei allerdings zuerst gar nicht als Favorit, da er vor allem selbst an seiner physischen Qualifikation zweifelte.

Am 11. Dezember 2420 stürzte er bei einem Testflug 10 km vor der Küste Dogulokes ins Xyllabische Meer. Trotz schwerer Verletzungen schaffte er es ans Ufer zu schwimmen. Kolko hatte dadurch Glück im Unglück, denn er überlebte den Absturz nicht nur sondern war nun auch der Top-Favorit für die Torunia I Mission, da er eine unglaubliche physische und mentale Stärke bewiesen hatte. Am 16.10.2425 war es dann soweit: Um 10:30 Uhr verließ die Rakete den Weltraumbahnhof von Korkotq. In 94,3 Minuten umkreiste Kolko Ultos und kehrte um 12:17 Uhr wieder zur Erde zurück und landete in der Nähe der Stadt Xyroloke in der Xyllabischen Wüste.

Greker Kolko galt von nun an als Held der FRNX. Besonders in Xyllabien wurde er als Nationalheld gefeiert. Als Mann von nun großem Einfluss, gilt es unteranderem als sein Verdienst, dass Xyllabien in der FRNX verblieb. Denn während 20er Jahre des 25. Jahrhunderts befand sich die Welle des xyllabischen Nationalismus, unter Führung der Xyllabien-Nationalisten (XN), auf ihrem Höhepunkt. Kolko wetterte jedoch gegen die nationalistischen Bewegungen und pflegte eine tiefe Abneigung gegen die XN. Er begann daher auch mehr und mehr sich politisch zu engagieren. „Ohne die FRNX als Großnation wäre diese Mission nie möglich gewesen. Sollten die XN tatsächlich eines Tages Mehrheiten in ganz Xyllabien bekommen, wäre es das schlimmste was diesem Staat aber auch dem xyllabischen Volk passieren könnte. Die erfolgreiche Weltraummission hat gezeigt, dass wir gemeinsam alles schaffen können. Daran müssen festhalten um ultosweit führend zu bleiben“, gab Kolko auf einer Wahlkampfrede bekannt.
2430 warb er als parteiloser Kandidat um das Amt des Präsidenten der FRNX und wurde mit einer absoluten Mehrheit von 54,3% zum Präsidenten gewählt. So hoch hatte seit Mortenberk kein Präsident mehr eine Wahl gewonnen.

In seiner Antrittsrede kündigte Kolko Missionen zu allen drei Ultos-Monden an. So legte die FRNX 2431 mit der Landung auf Jasny und 2432 auf Karanlik nach. Die Landung auf Mørk gestaltete sich jedoch aufgrund eines ungewöhnlich starken Gravitationsfeldes, von Anfang als schwierig. 2437 wurde Mørk dennoch vom Anstronauten Jonte Berganor erreicht. Damit war die FRNX der erste Staat der alle drei Ultos-Monde erreichte. Bis heute bleibt sie auch die einzige Nation die Mørk erreichen konnte. Die Methode die es FRNX’ischen Raumschiffen erlaubt auf Mørk zu landen und zu starten ist bis heute oberstes Staatsgeheimnis. Selbst die BLØF-Partner Sval, Bangabandhu und Kanabien besitzen keinerlei Informationen über die Durchführung von Mørk-Missionen. Lange galt die Landung auf Mørk daher als gigantische Lüge. Satellitenfotos beweisen jedoch, die Landungen auf Mørk, durch Fotos der BIR III und die 200m x 300m große FRNX-Flagge, die man auf der Mondoberfläche befestigt hatte.
Auch innenpolitisch erzielte Kolko große Erfolge. So konnte er mit dem Referendum von 2430, unmittelbar nach seinem Amtsantritt, die xyllabische Nationalbewegung ein für allemal beenden und führte die Republik stärker denn je zusammen.

Eine seiner ersten wegweisenden Amtshandlungen, war auch die Abschaffung der Todesstrafe, in Zivil- und Kriegsrecht 2431. Im Jahr 2432 folgten der bezahlte Urlaub, die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung, das Rentensystem, sowie die 55 Stunden Woche. 2436 legalisierte er die Homosexualität und im Folgejahr sogar die gleichgeschlechtliche Ehe. Er modernisierte so Staat und Gesellschaft in so hohem Tempo, wie wohl kaum ein Präsident vor ihm.

Als Präsident beeinflusste Kolko desweitern die FRNX-Außenpolitik des 25. Jahrhunderts maßgeblich. Besonders wegweisend war dabei die Beendigung der jahrhundertelangen Feindschaft mit der Svalesischen Föderation, dem heute wichtigsten Bündnispartner der FRNX.

Auch verfolgte er sogar eine Annäherungspolitik mit der DVD unter Siegbald Goll. Diese wurde jedoch mit dem Amtsantritt von Grimmhardt Goll beendet. Er begann eine tiefe Abneigung gegen diesen zu entwickeln. „Seitdem Amtsantritt Golls hat die Zahl an Diktaturen auf Ultos wieder drastisch zugenommen. Goll steht für alles was die FRNX ablehnt: Missachtung der Menschenrechte, Ablehnung demokratischer Strukturen, sowie die fehlende individuelle Freiheit des Einzelnen. Diesen Entwicklungen kann und werde ich nicht tatenlos mit ansehen“, gab Kolko bei einer öffentlichen Rede 2441 in Norsbrôk, bekannt. Der Hass beruhte auf Gegenseitigkeit. Dieser Konflikt erreicht im Jahr 2440 seinen Höhepunkt, als Truppen von DVD und FRNX in Murabien erstmals aufeinander trafen. Dabei zeigte Kolko großes taktisches Geschick und konnte bis zu seinem Tod einige Erfolge erzielen.

Am 1.März 2441 wurde Kolko bei einer Rede auf dem Platz der Freiheit in Gulm erschossen. Der Schock war groß in der FRNX und das Land drohte im Chaos zu versinken. Der Täter Giuseppe Malamico, ein Scharfschütze des davischen Geheimdienstes, war schnell gefasst. Da aufgrund einer Lücke im Gesetz, die Abschaffung der Todesstrafe nur auf Distriktgebiet der FRNX galt, wurde Malamico 3 Monate später in Gulm zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde schon damals auch innerhalb der FRNX kritisiert, kaum verwunderlich, da es neben der ethischen und moralischen Verwerflichkeit, auch einen sehr ironischen Beigeschmack hatte: der Mörder eines entschiedenen Todesstrafengegners, wurde zum Tode verurteilt. Merek Mek behob als nachfolgender Präsident eben jene Lücke. Für Malamico kam dies jedoch zu spät, der am 23. Juni 2441, als letzter Mensch der FRNX-Geschichte gehängt wurde. Kolko wurde am 29. Juni 2441 auf dem Friedhof seines Heimatortes Horeku, beigesetzt.

Bis heute gilt er als größter FRNX-Präsident des letzten Jahrhunderts. Er bleibt in Erinnerung als Weltraumpionier, als Reformer, als Präsident der Einheit, der Wissenschaft und des Fortschritts, auch wenn seine Außenpolitik die jahrzehntelange Feindschaft zwischen DVD und FRNX begründete.

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