Galismus

Inhalt

Toplan Troskaes, der Gründer des Galismus, entwarf folgende Gesellschaft: Der Staat soll von den Weisesten gelenkt werden, die sich im „Ràlti“, dem Ältestenrat formieren. Durch ihre Einsicht in sämtliche Gebiete des Wissens sind sie am ehesten geeignet, schwierige Entscheidungen zu fällen. Sie erziehen, bilden das Volk, organisieren die Medizinische Versorgung, schlichten Streit, kümmern sich um Außenpolitik, Bauvorhaben, etc. Die Wirtschaft und das Militär (wozu Sport zählt) bleibt dem einfachen Volk überlassen; diese Gebiete waren nach Troskaes‘ Ansicht überflüssig und ärgerlich.

Zentral im Galismus ist das Gàl, das Glück des Einzelnen, das gemehrt werden soll. Bezogen auf die Gesellschaft wird von Galìtò gesprochen, sozusagen der Summe aller Gàls der Bürger. Der Staat – das heißt, die Weisesten – haben die Aufgabe, zum einen das Gàl über das Volk aufzuteilen, sodass nicht einer viel unglücklicher sei als die anderen, und zum anderen das Galìtò zu mehren, sodass alle insgesamt glücklicher seien.

„Religion ist gefährlicher Unsinn“, so sah es Troskaes. Sie habe nur zur Unterdrückung gedient, biete falschen Trost und bereite irrationale Schuldgefühle. Die höchste Aufgabe der Weisesten war es, dem Volk „die Erkenntnis“ beizubringen, und so von der Religion zu erlösen. „Die Erkenntnis“ bestand aus folgender Weltsicht: „Es gibt keinen Geist, die Welt ist rein materiell. Das heißt, das es keinen Sinn des Lebens gibt; aber auch keine Aufgabe, keine Pflicht, kein religiöses Gebot. Vielmehr geht es im Leben um Lustgewinn, um das Glück des Einzelnen – das Gàl. Doch der Galismus will ermöglichen, dass jeder Einzelne glücklich werde. Deshalb muss Ausgleich zwischen den Menschen geschaffen werden, deshalb ist die Ethik und Moral notwendig. Alle Moralsysteme vor dem Galistischen taugen aber nichts, weil von religiösen Gedanken beeinflusst.“ – Zitat aus „Der neue Staat“ von Toplan Troskaes.

Der größte Durchbruch des Galismus besteht tatsächlich im Justizwesen: Strafen sollten abschrecken und den Bestraften erziehen. Vor der Lehre Troskaes‘ war die Strafe ein auf staatlicher Ebene vollzogener Akt der Rache, doch seit der Verbreitung seiner Schriften gewannen die Aspekte der Heilung und Vorbeugung von Verbreche(r)n an Bedeutung: „Böses soll nicht bestraft werden, weil es böse ist, sondern weil es das Galìtò mindert, also schlicht ein unerwünschtes Ereignis ist, eine Art Fieber. Wir erschlagen aber eine Fieberkranken doch nicht, sondern heilen ihn. Genauso so soll auch der Verbrecher geheilt, nicht sein Gàl gemindert werden.“

Geschichte

Troskaes war Sohn einer jennischen Adelsfamilie. Er schug zunächst eine religiöse Laufbahn im Klerus ein. Er war jedoch enttäuscht, sowohl von der Zügellosigkeit der Adligen als auch von der Scheinheiligkeit der Geistlichen, die sich kaum um das Volk kümmerten oder sogar über dessen Elend spotteten. Er wandte sich von der Religion ab, und überlegte, welches System das beste für die Menschen sei. Daraus entstand sein Werk: „Der neue Staat“, das den Galismus beschreibt – die erste durchkonzipierte, gesamtheitliche Ideologie von Ultos.

Troskaes propagierte Zeit seines Lebens den Galismus. Allerdings stieß seine Lehre bei den Herrschenden auf keinerlei Verständnis. Eher unter Gelehrten und Bürgern fanden seine Ideen Anklang (das gemeine Volk versuchte er gar nicht zu überzeugen). Deshalb wurde der Galismus niemals praktisch angewendet. Troskaes blieb bis zu seinem Tode von Gönnern abhängig.

Allerdings hatte der Galismus einen gewaltigen Nachhall in der karpatischen Geschichte: Der Liederhoegker Kreis entwickelte die Ideologie zum Szientismus weiter, der im Wesentlichen den Galismus verschärfte. Er fand als das Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit positive internationale Wirkung. Politisch allerdings, durch den Hoaner Kreis noch weiter getragen, der die religionsfeindlichen Aspekte des Galismus überspitzte und durch pseudowissenschaftliche Behauptungen rechtfertigte, verwandelte sich der Szientismus in eine Ideologie, die die dunkelste Epoche der karpatischen Geschichte ausmachte.

Aber auch in Diktatistan und Espinien wurden Troskaes‘ Theorien, kritisch redigiert und verbessert, angewandt. Etwa stammt der Ismusismus, die Ideologie Diktatistans, vom Galismus ab.

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